Mercedes bestätigt

Rosberg-Nachfolger wird erst im neuen Jahr benannt

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Nico Rosberg war nach seinem WM-Titel überraschend zurückgetreten. Nun wird mit Hochdruck nach einem Nachfolger gesucht.

Brackley - Die Entscheidung, wer als Nachfolger von Weltmeister Nico Rosberg künftig an der Seite von Lewis Hamilton in der Formel 1 fahren wird, bleibt weiter offen.

Mercedes wird den Silberpfeil-Nachfolger von Weltmeister Nico Rosberg erst im neuen Jahr präsentieren. Vor dem 3. Januar werde der neue Formel-1-Teamkollege von Lewis Hamilton nicht verkündet, teilte ein Teamsprecher am Donnerstag mit. 

Kurz nach dem völlig überraschenden Rücktritt von Rosberg Anfang Dezember hatte Team-Aufsichtsratschef Niki Lauda noch eine Entscheidung vor Weihnachten angekündigt. 

Als Favoriten für den Job gelten weiter Wehrlein und der Finne Valtteri Bottas (27, Williams). Allerdings deutet die jüngste Entwicklung eher daraufhin, dass Mercedes von Wehrlein nicht zu 100 Prozent überzeugt ist. Schließlich hat der 22 Jahre alte Mercedes-Junior, der seine Rookie-Saison 2016 für Manor fuhr, für 2017 noch keinen Arbeitgeber. "Eine Saison in der Formel 1 ist nicht viel, aber ich fühle mich bereit für den Job", sagte Wehrlein zuletzt selbstbewusst. Bottas müssten Wolff und Lauda bei Williams aus einem laufenden Vertrag herausholen - das kostet Zeit und Geld. 

„Nico hätte uns ja vorwarnen können“

Und so verliert Mercedes bei der Vorbereitung auf die neue Saison weiter Zeit. Lauda hatte schon direkt nach dem überraschenden Formel-1-Abschied von Rosberg über den Zeitpunkt der Entscheidung gegrantelt. "Wir stehen voll im Regen", hatte der Österreicher gesagt, "Nico hätte uns ja vorwarnen können." Schließlich trieb "Professor" Rosberg die Entwicklung der Mercedes-Boliden mit akribischer Detailarbeit immer wieder voran, dieses Know-how fehlt dem Team nun. 

Mittelfristig wird bei der Fahndung nach einem Rosberg-Ersatz offenbar auch wieder Ferrari-Star Sebastian Vettel ein Thema. "Über Fahrer wie Vettel muss man immer nachdenken", sagte Wolff zuletzt der Sport Bild. Laut des Magazins erwägt Mercedes, dem neuen Piloten zunächst nur einen Vertrag für die kommende Saison zu geben, 2018 könnte die Nachfolge dann wieder neu geregelt werden. "Dann sind einige namhafte Piloten ohne Vertrag", sagte Wolff. Auch der Kontrakt von Vettel bei der Scuderia läuft Ende 2017 aus. 

Hamilton hat ein Mitspracherecht 

Wer auch immer auf Rosberg folgt, die Herausforderung ist riesig. Schließlich muss "Mister X" nicht nur einen Weltmeister ersetzen, sondern auch mit Hamilton klarkommen. Der Brite gilt im Umgang nicht gerade als einfach und will mit aller Macht beweisen, dass seine Niederlage im WM-Kampf 2016 ein Ausrutscher war.

Wer 2017 neben ihm fährt, interessiert den 31-Jährigen eher weniger. "Mir ist egal, wer kommt. Ich will einfach Rennen fahren", hatte Hamilton zuletzt gesagt und sein Revier deutlich markiert: "Wenn du die Hitze nicht verträgst, dann komm' gar nicht erst in die Küche."

Hamilton selbst hat ein Mitsprache-Recht. „Wenn sie eine engere Auswahl getroffen haben, sind sie vertraglich verpflichtet, es mit mir zu diskutieren“, sagte der Brite in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview des britischen Senders Channel 4. Hamilton warnte davor, ihm einen Stallgefährten an die Seite zu stellen, zu dem er kein unbelastetes Verhältnis haben könnte. „Eine Erzrivalität zwischen den Fahrern kann ein Team vergiften“, sagte der 31-Jährige.

Fernando Alonso steht nicht zur Verfügung

Der spanische Toro-Rosso-Pilot Carlos Sainz, der ebenfalls als Wechselkandidat galt, erhält indes keine Freigabe. „Er ist ein Red-Bull-Fahrer. Wir haben in ihn investiert, um ihn in die Formel 1 zu bringen. Sie haben alle langfristige Verträge und es würde keinen Sinn machen, einen deiner Hauptrivalen mit einem deiner Aktivposten zu versorgen“, sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner der BBC.

Zuvor hatte sich schon der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso zu McLaren bekannt und einen Wechsel zu Mercedes ausgeschlossen. „Sie werden die Vertragssituation der Fahrer kennen, mit denen sie sich beschäftigen, aber ihre Auswahl ist ziemlich begrenzt“, erklärte Horner das Dilemma des Rivalen.

dpa/SID

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