Im Duell mit Mercedes

Vettel will in der Formel 1 „weiter Vollgas geben“

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Sebastian Vettels Formel-1-Auto auf der Strecke in Monaco. 

Sebastian Vettel reist als WM-Führender der Formel 1 nach Kanada. Trotz bisher hervorragender Resultate ist sich der Ferrari-Pilot seiner Sache nicht sicher.

Montreal - Sebastian Vettel winkt direkt ab. "Kanada ist eine komplett andere Strecke", sagt der Ferrari-Pilot. Was sein Sieg auf dem engen Stadtkurs von Monaco und die recht komfortable WM-Führung wert sind? Der viermalige Formel-1-Weltmeister will sich lieber nicht festlegen, denn nun geht es auf den Hochgeschwindigkeitskurs von Montréal. Es ist die Lieblingsstrecke von Hauptrivale Lewis Hamilton.

"Wir müssen weiter Vollgas geben, wenn wir vor Mercedes bleiben wollen", sagt Vettel vor dem Rennen am Sonntag. Er dürfte gewarnt sein, denn Hamilton holte auf der malerischen Île Notre-Dame im St.-Lorenz-Strom insgesamt bereits fünf Siege, darunter 2015 und 2016. Der 29-jährige Vettel selbst siegte lediglich vor vier Jahren für seinen ehemaligen Arbeitgeber Red Bull.

Vettel mit breiter Brust

Doch der Heppenheimer hat allen Grund, mit breiter Brust über den Atlantik zu reisen. Drei Siege und drei zweite Plätze feierte Vettel in diesem Jahr, liegt mit 129 Zählern klar vor Hamilton (104) und dessen Silberpfeil-Kollegen Valtteri Bottas (75). Nur einmal in seiner Karriere (2011) hatte Vettel so früh im Jahr einen größeren Vorsprung auf die Verfolger.

Von seinem fünften WM-Titel will er trotzdem nichts wissen, dafür traut ihm die Konkurrenz spätestens seit dem Triumph im Fürstentum diesen Coup zu. "Vettel muss schon einmal ausfallen, sonst ist es vorbei. Die Roten sind in einem echten Flow", sagte Niki Lauda, der Aufsichtsratsvorsitzende des Mercedes-Teams: "Wenn das so weitergeht, wird der Rückstand gewaltig, alarmierend!"

Ferrari beständig wie lange nicht

Während die Silberpfeile in Monaco überraschend große Probleme damit hatten, ihre Reifen richtig einzusetzen und Hamilton nach einem Desaster im Qualifying nur Siebter wurde, ist der Ferrari beständig wie lange nicht. Vettel kündigte bereits weitere Verbesserungen an, allerdings droht in der aktuell so heilen Welt der Italiener zumindest etwas Ungemach.

Pro Saison dürfen im Auto jeweils nur vier Turbolader eingesetzt werden. Diese Zahl hat Vettel bereits ausgereizt, es stehen allerdings noch 14 Rennen aus. Wird Nummer fünf verbaut, gibt es automatisch eine Startplatzstrafe.

Öffentlich beschäftigt sich Vettel mit diesem Problem noch nicht, dafür suchte er in der Vorwoche beim "Spiel des Herzens" in Turin etwas Ablenkung beim Fußball - und konnte dabei auch wieder mit Teamkollege Kimi Räikkönen lachen. Der zunächst in Führung liegende Finne war in Monaco mächtig sauer, dass ihn Vettel bei einem Boxenstopp überholte. Von einer Stallorder wollte bei der Scuderia allerdings niemand etwas wissen, Vettel habe sich diesen Vorteil auf der Strecke erarbeitet.

Hamilton provoziert

Hamilton nutzte diese Situation allerdings für seine üblichen Verbalattacken, provozierte die Konkurrenz. "Für mich ist offensichtlich, dass Ferrari sich auf seinen Nummer-eins-Fahrer festgelegt hat. Sie tun alles, damit Sebastian Vettel die maximal möglichen Punkte mitnimmt. Denn normalerweise passiert so etwas nicht", sagte Hamilton.

Und wie reagiert Vettel auf den Angriff des dreimaligen Champions? "Psycho-Spielchen sind nicht mein Ding", sagte er zu Sport Bild und grinste. Später ergänzte er: "Ich regle das lieber auf der Strecke."

Bislang gelang ihm das in dieser Saison ganz hervorragend.

SID

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