Inzeller Eisschnellläufer bringen Bestleistungen

Jetzt geht es in die USA!

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Siegerpodest beim 1.500 Meter-Rennen der Frauen mit Roxanne Dufter (2.) und Gabi Hirschbichler (1.)

Inzell - Die Auswahl des DEC Inzell brachte bei den Deutschen Einzelstreckenmeisterschaften Bestleistungen, nun geht es zum Weltcup in die USA.

Gleich fünf Sportler des DEC Inzell sind in diesen Tagen am Koffer packen. Sie haben sich für den ersten Block im Eisschnelllaufweltcup qualifiziert und dieser beginnt in Nordamerika. Grundlage dafür sind die Erfolge bei den Deutschen Einzelstreckenmeisterschaften am Wochenende in der heimischen Max Aicher Arena gewesen. Am Donnerstag geht es per Flugzeug nach Calgary, dann nach Salt Lake City und zurück zum Heimweltcup in Inzell Anfang Dezember. „Wir haben einen guten Job gemacht, vor allem die Sportler“, so der Trainer der Inzeller Kadersportler, Danny Leger.Da Inzell die Hälfte der zehn nominierten Sportler stellt, wird Leger die Reise über den großen Teich mitmachen. Die Frage, ob er denn jetzt der Pep Guardiola der Eisschnellläufer sei, verneint er lachend. „Das es gleich zum Saisonauftakt so gut klappt, ist ideal“, meint er bescheiden.

Vor allem die zwei Titel von Gabi Hirschbichler über die 1.000 und 1.500 Meter sind die herausragenden Ergebnisse aus Inzeller Sicht gewesen. Mit 1:16,54 und 1:57,67 Minuten stellte die 31jährige zwei europäische Bestzeiten auf. „Sie ist vor drei Jahren einen mutigen Schritt mit ihrem eigenen Weg gegangen. Im Moment hat sie immer noch Reserven und es ist noch mehr möglich“, ist sich Leger sicher. „Mit Danny als Trainer geht hier in Inzell einiges voran“, so das Lob zurück von der Sportlerin.

Roxanne Dufter meistert unheimlichen Druck

Mit den zwei Titeln hat sie auch ihrer Mama zum 60. Geburtstag am Sonntag ein tolles Geschenk gemacht. „In Übersee will ich jetzt noch schnellere Zeiten laufen. In der Höhe von Calgary und Salt Lake City ist das auch möglich“, so Hirschbichler. Mit einem großen Druck musste Roxanne Dufter fertig werden. Der Verband forderte ein Zeitlimit über 1.500 und 3.000 Meter, ansonsten würde sie ihren Kaderstatus verlieren. Diese Aufgabe löste sie souverän und als Draufgabe konnte sie sich mit einer Fabelzeit von 1:57,77 Minuten über 1.500 Meter sogar das Weltcup-Ticket sichern. „Das ist der absolute Hammer gewesen“, freute sich Leger über Dufter die in Karriere von Unfällen, Verletzungen und Krankheiten heimgesucht worden ist. „Ich habe mich vor den 1.500 gut gefühlt und auch einen Tag zuvor über die 3.000. Durch die gute Zeit über die lange Strecke ist viel Druck abgefallen. Dann zusammen mit Gabi auch noch so ein tolles Rennen vor der Familie und den Freunden laufen zu dürfen, macht Spaß“, meinte sie ziemlich bewegt und fügte hinzu: „Der Druck war brutal und es hat geklappt. Sonst hätten die mich am Montag rausgeworfen.“

Große Freude herrschte auch bei Bruder Joel. Der Jüngste im Team konnte sich in einer fast unheimlichen Ruhe und Souveränität für den Weltcup qualifizieren. Über 1.000 Meter wurde er in persönlicher Bestzeit von 1:10,42 Minuten Zweiter über 1.500 Meter in einer weiteren Bestzeit von 1:49,06 Minuten Dritter. Das brachte auch seinen Trainer ins Schwärmen, schließlich hätte Dufter auch als Shorttracker eine große Karriere machen können. „Der Entschluss von ihm, sich nur auf das Eisschnelllaufen zu konzentrieren, war der beste Schritt für unseren Stützpunkt. Er ist auch die Zukunft für uns und er hat ein riesiges Potenzial.“ „Das ist große Klasse gewesen“, freute sich Joel Dufter. „Ich hätte das selber nicht geglaubt. Alles hat gepasst, es ist beinahe ein Selbstläufer gewesen. Jetzt freue ich mich auf die Weltcuprennen, hier kann man nur gute Leistungen bringen“, so der Youngster.

Hubert Hirschbichler im Sog der Schwester

 „Der Knoten ist gelöst, er wird sich noch steigern“, so ordnete Leger die Leistung von Hubert Hirschbichler ein. Über 1.000 Meter schaffte er in einer Zeit von 1:10,60 Minuten den dritten Platz und über 1.500 Meter wurde er Vizemeister mit einer persönlichen Bestzeit von 1:47,90 Minuten. “Ich habe gewusst, dass ich gut drauf bin. Habe mich aber im Vorfeld bedeckt gehalten und meine Erwartungen gedämpft um keinen Druck aufzubauen“, meinte er als mittlerweile sehr gereifter Sportler. „Ich freue mich brutal über meine Zeiten und es war ein schönes Wochenende für die Hirschbichlers. Natürlich wollte ich auf der Welle von meiner Schwester Gabi mit schwimmen. Aber es ist für das ganze Team gut gelaufen.“ Wobei beim Thema gut gelaufen einer der Teammitglieder etwas traurig auf der Tribüne die Rennen verfolgte. Moritz Geisreiter musste wegen einer Virus-Infektion passen. Die gute Nachricht, er wird trotzdem den ersten Weltcupblock bestreiten. „Wenn er fit gewesen wäre, hätte er um den Titel mit laufen können. Unser primäres Ziel ist es, bei Olympia 2018 um eine Medaille zu laufen. „Ich habe die ganze Woche versucht, fit zu werden. Habe dann aber einsehen müssen, dass der Virus-Infekt halt länger dauert. Ein Wettkampf hätte keinen Sinn gemacht.“

SJH

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