Brei und Guyton im Trainer-Duett

Wasserburg - Beim TSV Wasserburg steht ab kommender Saison ein gleichberechtigtes Trainerduo an der Linie. Probleme dagegen bei Konkurrent Saarlouis: Der Meister hat noch keine Lizenz.

In einem ersten Schritt teilt sich der jahrzehntelange Chefcoach Hans Brei die Arbeit und die Verantwortung mit Wanda Guyton. Übernächste Saison wird sich Brei als Trainer des Bundesligateams vermutlich komplett zurückziehen. "Ganz ehrlich, ich spüre mein Alter und irgendwann muss ich mal daran denken, dass es auch eine Zeit nach Hans Brei in Wasserburg geben wird", gibt der 64-jährige zu Bedenken. "Als Trainer verschleisst man ganz schön, die nervliche Belastung ist extrem. Nicht nur das Coachen, auch die Tage und Nächte vor und nach einem Spiel."

Hans Brei will seiner mögliche Nachfolgerin im kommenden Jahr die Chance geben, die Mannschaft zu führen. "Bislang habe ich immer alles vorgegeben. Training, Spielvorbereitung, Offensive, Defensive – alles. Das wird sich jetzt ändern. Wanda und ich werden alles gemeinsam ausarbeiten und gemeinsam dafür gerade stehen." Über Jahrzehnte hat sich der fünfmalige Meistertrainer gerade in taktischen Dingen nicht dazwischenreden lassen. Kompromisse kamen für ihn nicht in Frage.

Auf die wird es aber jetzt ankommen, denn Wanda Guyton ist mit der sehr körperbetonten nordamerikanischen Basketballphilosophie groß geworden. "Wir werden sehr viel reden, viel diskutieren – und es wird funktionieren", ist sich die die 44-jährige US-Amerikanerin sicher. "Wir kennen uns jetzt beinahe neun Jahre, wir sind gute Freunde, wir vertrauen einander und ich hätte das Angebot nicht angenommen, wenn ich nicht überzeugt wäre, dass es funktioniert." Deshalb hat Guyton auch nicht lange nachdenken müssen, ob sie die Beförderung von der Co- zur Cheftrainerin annimmt. Als Spielerin beeindruckte die zweimalige WNBA-Meisterin mit ihrer ungeheuren Physis. Wer daraus jetzt ableitet, dass Wasserburg demnächst härter trainieren und spielen wird, liegt falsch. "Training muss effektiv und sinnvoll sein, nicht unbedingt lange. Ähnlich wie ein Studium. Und spielen werden wir so, dass wir gewinnen...".

Während beim Vizemeister die Weichen für die Zukunft gestellt sind, droht beim deutschen Meister alles zusammenzubrechen. Überraschend hat der TV Saarlouis keine Lizenz für die kommende Saison bekommen. Als Grund nannte die Liga wirtschaftliche Gründe. Die „Royals Basketball GmbH & Co. KG“, die mit der Lizenz des Hauptvereins in der DBBL antritt, soll überschuldet sein. Saarlouis hat die Verbindlichkeiten angebliche umgehend beglichen und bereits das Schiedsgericht angerufen, um in zweiter Instanz die Lizenz doch noch zu erhalten.

Florian Danner

Rubriklistenbild: © dpa

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