Michael Niedermeier ist Vizeweltmeister

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Bruckmühl/Basel - Michael Niedermeier von der Soli Bruckmühl ist Vizeweltmeister im Kunstradfahren. Der 22-Jährige holte sich den Titel bei der Hallenradsportweltmeisterschaft in Basel.

Michael Niedermeiers Plan war: „Meine Leistung abrufen zu können“ und dieser Plan ist voll aufgegangen für den 22-jährigen Kunstradfahrer von der Soli Bruckmühl bei der Hallenradsportweltmeisterschaft vom 22. bis 24. November in Basel in der Schweiz.

17 Nationen ermittelten dort die Weltmeister in den Disziplinen Einser, Zweier und Vierer Kunstradfahren und Radball. Nach einem seit Anfang September dauernden Qualifikationsmarathon in Deutschland war Michael auf der WM zusammen mit dem bis dahin sieben fachen Weltmeister David Schnabel einer der zwei Starter für die deutsche Nationalmannschaft. Seit Mittwoch war er bereits mit der Nationalmannschaft vor Ort. Spätestens beim letzten Training auf der Wettkampffläche am Samstag Abend um 18 Uhr zeigte sich, dass Michael seine mitten in der Saison erlittene Bänderverletzung abgehakt hatte und wieder topfit war. Am Samstag um 20.05 Uhr war es dann soweit. Die Einser Elite männlich startete in den Vorkampf, in dem die vier Finalteilnehmer dieser Disziplin ermittelt werden. Wong-Chin-To aus Hongkong und Yannick Martens aus der Schweiz hatten mit 161,32 bzw. 167,04 Punkten bereits Spitzenergebnisse vorgelegt. 211,50 Punkte war der Ausgangswert von Michaels Programm. Die erste Übung war gleich eine seiner Höchstschwierigkeiten, der deutsche Sattellenkerhandstand in der Wechselrunde. Die Ausführung dieser Übung war optimal; der Anfang war gemacht.

Die Spannung stieg weiter, denn dann kam der Sattelstand mit anschließendem Mautesprung. Bei dieser Übung hatte Michael sich im Training in der Saison die Bänderverletzung zugezogen. Sprung vom Sattel zum Lenker – der Lenker war berührt aber dann konnte er nicht optimal ausbalancieren und stürzte. Zwei Punkte Abzug für den Sturz und 0,7 Punkte für die nicht komplett gezeigte Übung. Vom Punkteabzug her nicht so dramatisch aber nun hieß es, den dadurch erlittenen Zeitverlust zu kompensieren und vor allen Dingen diese Unterbrechung mental abzuhaken und ohne Hektik sofort wieder in den Programmfluss zu finden. Das Ergebnis von 193,91 Punkten war dann die gesicherte Finalteilnahme bei seiner ersten Weltmeisterschaft. David Schnabel konnte diesen Wert in der Vorrunde nur geringfügig (194,75) überbieten. Am gestrigen Sonntag, ab 16.40 Uhr, stieg dann das Finale der Einser Männer. Noch einmal galt es für Michael die optimale Wettkampfvorbereitung in der besonderen Atmosphäre einer Weltmeisterschaft auf die Reihe zu bekommen.

Die Spannung stieg auch bei den mitgereisten Fans, Familie und Freunden gewaltig. Michael ging auf die Fläche und mit dem Ruf „Start“ begann sein Programm. Sattelstand und Mautesprung gelangen diesmal perfekt. Leichte Probleme bei der Rückwärtsserie und beim Deutschen Lenkerhandstand brachten Michael nicht aus der Ruhe. Den Zeitverlust durch diese Probleme taktierte er gekonnt mit Weglassen einer Übung kurz vor Ende der Kür. Das Ergebnis – 193,67 Punkte – war dann nach der souveränen Fahrt des nächsten und letzten Starters, David Schnabel, der mit einem Ergebnis von 208,25 Punkten seinen achten Weltmeistertitel einfuhr, für Michael Niedermeier der Titel des Vizeweltmeisters im Einser Kunstradfahren der Männer. „Besser hätte ich es mir nicht wünschen können“, war im Anschluss sein Kommentar. Ein super Ergebnis für den erfolgreichen Kunstradler der Soli Bruckmühl und diese, seine erste Weltmeisterschaftsteilnahme, wird wohl nicht die letzte gewesen sein.

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