Nach Randale in Regensburg

Der SV Wacker macht die Westtribüne dicht

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Nach der Randale von Wacker-Ultras in Regensburg (Böller, Pyrotechnik) sperrt der Verein die Westtribüne
  • schließen

Burghausen - Wacker Burghausen bricht mit seinen radikalsten Fans. Um die "Chaoten" aus dem Stadion zu bekommen, greift der Klub zu einer drastischen Maßnahme.

Sportlich läuft es für Wacker Burghausen - endlich, möchte man nach der Zittersaison im letzten Jahr sagen. Nach 12 Spieltagen liegt der Klub auf dem vierten Tabellenplatz. Am vergangenen Wochenende kam es beim Spitzenspiel in Regensburg (3:2 für den Jahn) allerdings zu einem unrühmlichen Rückfall in alte Zeiten. Mit Böllern und Pyrotechnik sorgten Wacker-Ultras für eine siebenminütige Spielunterbrechung. Während Trainer Uwe Wolf gleich nach dem Spiel noch beschwichtigende Worte wählte ("das passiert auch mal"), platzte Bürgermeister Hans Steindl der Kragen. Jetzt haben die Wacker Burghausen Fußball GmbH und der SV Wacker Burghausen eine Stellungnahme veröffentlicht - und sich klar positioniert.

 "Unruhestiftern keine Bühne geben"

"Eine Gruppe von Chaoten, die sich selbst zu Unrecht als Fans des SV Wacker bezeichnen" habe durch ihr Verhalten in Regensburg "dem Fußball in Burghausen, der Sportstadt Burghausen, dem SV Wacker und all den wirklichen Fans unserer Fußballer echten Schaden zugefügt", so der Klub in seiner Stellungnahme. Man werde zusammen mit den ermittelnden Behörden alles daran setzten, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Der Klub will jetzt entschlossen durchgreifen: "Unruhestiftern und Gewalttätern werden wir keine Bühne geben und keinen Raum für ihr Treiben lassen." Die drastische Maßnahme des Klubs: Die Westtribüne wird gesperrt; wie lange, lässt der Klub offen. Auch Zaun- und Schwenkfahnen sind im Stadion bis auf Weiteres nicht mehr zugelassen.

 Fanprojekt etablieren

Der Klub betont in der Stellungnahme, dass die Entwicklung in der Fanszene zuletzt eigentlich positiv war. In dieser Saison sei die Fankultur ins Stadion zurückgekehrt. "In einem nächsten Schritt bereiten Verein und Fans sogar die Etablierung eines Fanprojektes vor, um damit innerhalb der Fanszene Strukturen zu schaffen, die eine weitere Belebung und Festigung dieser Fankultur erlauben."

Die Stellungnahme im Wortlaut:

Beim Auswärtsspiel der Regionalligafußballer am vergangenen Samstag in Regensburg hat eine Gruppe von Chaoten, die sich selbst zu Unrecht als Fans des SV Wacker bezeichnen, durch ihr Verhalten und die Aktionen im Stadion, die letztlich sogar zu einer Spielunterbrechung führten, dem Fußball in Burghausen, der Sportstadt Burghausen, dem SV Wacker und all den wirklichen Fans unserer Fußballer echten Schaden zugefügt.

Die Wacker Burghausen Fußball GmbH und der SV Wacker Burghausen distanzieren sich aufs Schärfste von diesen Vorfällen und den daran beteiligten Personen und werden zusammen mit den ermittelnden Behörden alles daran setzen, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Wir bedauern die Entwicklung umso mehr, als neben dem sportlichen Erfolg in dieser Saison auch die Fankultur ins Stadion zurück gekehrt ist. In einem nächsten Schritt bereiten Verein und Fans sogar die Etablierung eines Fanprojektes vor, um damit innerhalb der Fanszene Strukturen zu schaffen, die eine weitere Belebung und Festigung dieser Fankultur erlauben. Wie die Unterstützung der eigenen Mannschaft im Stadion aussehen kann, haben zahlreiche Anhänger des SV Wacker vor den rechtswidrigen Vorkommnissen in Regensburg durch Ihre Choreographie und die lautstarke Anfeuerung unserer Fußballer am Samstag eindrucksvoll gezeigt. Dafür möchten wir uns auch im Namen der Mannschaft bedanken.

Zum Schutz der echten Fans müssen und werden wir Entwicklungen und Personenkreisen, wie sie in Regensburg zu beobachten waren, entschieden entgegen treten. Unruhestiftern und Gewalttätern werden wir keine Bühne geben und keinen Raum für ihr Treiben lassen. Um dies zu unterstreichen, haben wir gemeinsam mit dem Stadioneigentümer entschieden, dass die WEST-Tribüne bei Heimspielen vorerst geschlossen bleiben wird. Zudem wird bis auf Weiteres das Mitnehmen von Zaunfahnen und Schwenkfahnen ins Stadion nicht mehr gestattet.

Wir, die Verantwortlichen in Stadt und Verein werden alles daran setzen, den Fußballsport in Burghausen vor solchen Entwicklungen in Schutz zu nehmen und fordern all die echten! Anhänger des Burghauser Fußballs auf, dabei mit uns eng zusammen zu arbeiten. Das sind wir dem Sport, den Zuschauern und letztlich auch allen Geldgebern, die uns den Sport auf diesem Niveau ermöglichen, schuldig!

Zurück zur Übersicht: Regionalsport

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser