Westtribüne gesperrt

SV Wacker: Werden die Falschen bestraft?

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Gute Stimmung in Burghausen ohne die Westtribüne? Die Sperrung können die Fans nur schwer nachvollziehen. Am Wochenende haben aber viele ihre Mannschaft einfach von der Badseite aus unterstützt
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Burghausen - Einige Fans bezweifeln, dass die Sperrung der Westtribüne sinnvoll ist. Unterstützung bekommen sie von Fans des FC Bayern und der SpVgg Greuther Fürth.

Nach der Randale, die einige Chaoten beim Auswärtsspiel in Regensburg mit Böllern und Pyrotechnik veranstaltet hatten, war wohl unvermeidlich, dass der SV Wacker reagiert - spätestens nachdem Bürgermeister Hans Steindl den Vorfall mit drastischen Worten verurteilt hatte. Dass der Klub nun die Westtribüne auf unbestimmte Zeit gesperrt hat, kommt bei vielen Fans aber nicht gut an.

"Warum werden friedliche Westkurvensteher verbannt?"

Im Online-Forum der Fans des SV Wacker fragt ein User ganz offen: "Was soll das bringen?" Zwar finde er es "vollkommen legitim und richtig, dass man die 'Schuldigen' bestrafen will und solche Aktionen in Zukunft nicht mehr sehen möchte". Eine kollektive Sperrung der West halte er aber für kontraproduktiv. Der Fan würde es für sinnvoller halten, wenn Klub und Fans einfach miteinander sprechen würden: "Es wäre zu schön, wenn man sich irgendwie zusammensetzen und das GEMEINSAM anderweitig, vernünftig klären könnte - dann hätte es vielleicht sogar einen positiven und reinigenden Effekt (auch für das geplante Fanprojekt)."

Durch die Sperrung der Westtribüne fühlen sich die friedlichen Fans ungerecht behandelt und mit den Chaoten in einen Topf geworfen. Ein User schreibt im Forum: "Ich war auch in Regensburg, hatte aber mein ganzes Leben noch kein bengalisches Feuer in der Hand bzw einen Böller in Zusammenhang mit einem Fussballspiel [sic] gezündet. Warum werde ich und 99% aller friedlichen Westkurvensteher nach 13 Jahren von dieser Tribüne verbannt?"

Fans in Fürth fordern Öffnung der Westtribüne

Doch nicht nur in Burghausen und Umgebung schütteln einige Fans den Kopf. In der Allianz-Arena haben sich am Sonntag Bayern-Fans solidarisch gezeigt. In der Südkurve präsentierten sie beim Spiel gegen den BVB auf zwei Transparenten den Spruch "Fußball ist nichts ohne Fans - besonders in Burghausen". Bei der Zweitligapartie der SpVgg Greuther Fürth gegen den VfL Bochum äußerten sich die Fans der Fürther sogar noch deutlicher. Sie forderten auf einem Transparent "Westtribüne Burghausen öffnen" und fragten in Anspielung auf die markigen Aussagen von Hans Steindl: "Der Bürgermeister als Richter und Henker?"

Fussball ist nichts ohne Fans, besonders in Burghausen!

Posted by Wackerfans.de on Sonntag, 4. Oktober 2015

Und auch anderen Orts gab es Unterstützung für die West.

Posted by Wackerfans.de on Sonntag, 4. Oktober 2015

Michael Petzold, Fanbeauftragter des Klubs, ist ebenfalls nicht begeistert von der Sperrung der Westtribüne. "Ich finde es überzogen, aber das haben andere entschieden", sagt Petzold gegenüber unserer Redaktion. In der Westkurve werde die Entscheidung nun hingenommen - schlicht, weil man es eh nicht ändern könne. Dass die Stimmung bei den Fans durch die Sperrung kippen könnte, glaubt der Fanbeauftragte aber nicht. Am Wochenende hätten beim Heimspiel gegen Schweinfurt viele Fans, die sonst auf der Westtribüne stehen, auf der Badseite gestanden und die Stimmung sei "super" gewesen. Die Badseite werde zwar jetzt nicht die neue Fankurve, sagt Petzold. "Aber es war ehrlich gesagt jedem wurscht, ob die Westtribüne zugesperrt ist oder nicht."

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