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1. Chiemsee-Triathlon geht nach Luxemburg

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Der Sieger der Mitteldistanz und somit der Gesamt- und Hauptsieger des 1. Chiemsee-Triathlons: Dirk Bockel aus Luxemburg beim Zieleinlauf.

Chieming - Bei 32 Grad nahmen am Sonntag 860 Triathleten die erste Chiemsee-Auflage am Chieminger Strandbad-Ufer in Angriff. Der Bayerische Triathlon-Verband hatte eingeladen.

Viele hundert Zuschauer beobachteten zunächst rund 600 Mitteldistanzler (ab Jahrgang 1992) über die zwei Kilometer lange Strecke – einen Kilometer gerade raus in den See und die gleiche Distanz wieder zurück. Vom Hafenbecken der Wasserwacht ging’s dann rund 100 Meter zur Wechselzone und aufs Rad – begleitet von einem lautstarken Spalier an Triathlon-Fans. Zwei heiße Runden á 40 Kilometer standen nun auf den zwei Rädern bevor. Windschattenfahren war dabei strengstens verboten.

Wasser zu warm für Neopren

Während die ersten aus dem Wasser stiegen, gab es 100 Meter weiter den zweiten Böllerschuss: 260 Männer und Frauen (ab Jahrgang 1994) wurden auf die Kurzdistanz geschickt: 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren, 10 Kilometer Laufen. Diese Kategorie war damit ausgebucht und durfte aufgrund der warmen Wassertemperaturen (22 Grad) im Gegenzug zu den Langdistanz-Leuten nicht mit Neoprenanzügen antreten. Auf der Mitteldistanz lag das Teilnehmerlimit bei 1.250 – es bestand also noch reichlich Luft nach oben.

Gleichzeitig mit jenen Athleten, die alle drei Strecken solo bewältigten, gingen unter der Schirmherrschaft von Landrat Hermann Steinmaßl auch etliche Staffel-Gruppierungen an den Start. Die Laufstrecke führte schließlich zum Großteil am See Richtung Norden entlang, ein 5 Kilometer langer Rundkurs, der je nach Distanz mehrfach bestritten werden musste. Zu 50 Prozent auf guten Wald- und Forstwegen, zu 50 Prozent auf zunehmend heißer werdendem Asphalt. Die Mitteldistanzler liefen 20 Kilometer, die Kurzstreckler die Hälfte, so wie beim Radfahren auch.

Für die vielen Schaulustigen an den diversen Strecken war es mitunter leider nicht auszumachen, wer sie gerade passierte – die Startnummern mit Namen passten teilweise nicht zu den Athleten. „Da ist einiges durcheinandergeraten, das bedauern wir sehr“, war vom Veranstalter zu hören.

Einsames Rennen für Sieger Jais

Der Sieger auf der kurzen (olympischen) Distanz: Christian Jais aus Oberschweinbach.

Als Erster aller Starter/-innen erreichte schließlich Christian Jais aus Oberschweinbach, der mit dem TuS Fürstenfeldbruck in der Triathlon-Bundesliga an den Start geht, das Ziel am Chiemsee-Ufer. Cheerleader begleiteten den 33-Jährigen vom Tri-Team FFB auf den letzten Metern, er setzte sich souverän in 2:07,00 Stunden (Messung per Zeitchip) durch und war am Ende überglücklich: „Ein wunderschöner Lauf, einzigartig. Mein Rennen war nahezu perfekt, vor allem auf dem Rad“, so Jais, der im Mai dieses Jahres in St. Pölten sein Debüt als Profi-Triathlet gab.

Eindrücke vom Chiemsee-Triathlon

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Fast fünf Minuten Vorsprung wies Jais auf seinen „ärgsten“ Verfolger auf: Martin Kipnick (2:12,02) vom TSV Altenmarkt. Auf den Bronzerang kam Sebastian Deisenrieder (2:12,30) von Tristar Regensburg. Michael Ager von der SG Katek Grassau wurde Vierter, Kristian Mehringer (SC Ruhpolding) Fünfter.

Damen-Sieg geht nach Rosenheim

Bei den Damen triumphierte Mitfavoritin Renate Forstner: In 2:20,12 Stunden setzte sich die Lokalmatadorin vom TSV 1860 Rosenheim in einem spannenden Duell vor der Münchnerin Katrin Esefeld mit einer halben Minute Vorsprung durch. Auf Rang 3 lief Julia Viellehner vom TSV Altenmarkt in 2:21,41. Forstner dominierte von Beginn an und lief nie ernsthaft in Gefahr, Platz 1 noch an ihre beiden Verfolgerinnen zu verlieren.

Dirk Bockel Mann des Tages

Die Spannung stieg, schließlich wartete man auf den ersten Chiemsee-Triathlon-Gesamtsieger auf der Mitteldistanz und damit den König des Chiemgaus: Zwei Wochen nach seinem Sieg beim Ironman Regensburg fühlte sich Dirk Bockel fit für den nächsten Wettkampf. Der Profi-Triathlet vom Team Leopard ging in Chieming selbstbewusst an den Start und dominierte nun auch am Bayerischen Meer: 3:45,03 Stunden, eine absolute Top-Zeit. Der „deutsche“ Luxemburger trainierte in den letzten Tagen im Chiemgau und wollte sich die Premiere des Mitteldistanz-Triathlons nicht entgehen lassen.

Der 35-jährige Dirk Bockel schien den Temperaturen am Besten gewachsen: „Ich war im Chiemgau im Trainingslager”, begründete der Profi seinen Spontan-Start. Die Vorgabe seines Trainers: „Hart schwimmen und Radfahren, aber im moderaten Tempo laufen – auch wenn du dabei überholt wirst.“ Bockel: „Daran habe ich mich gehalten, und es hat gut funktioniert“. Er lief 37 Sekunden vor Andreas Dreitz (Team Erdinger Alkoholfrei) und fast vier Minuten vor dem Neuseeländer James Elvery, der für ALZ Sigmaringen startet, ein. Dem „Kiwi“ hatte die Hitze, vor allem auf der Laufstrecke, derart zu schaffen gemacht, dass er die Finish-Line erleichtert passierte: „Thank God.“

Die schnellste Mitteldistanz-Amazone war Diana Riesler vom WSV Bad Tölz in 4:18,23 Stunden vor der Polin Ewa Bugdol (4:23,05) und der Frankfurterin Jenny Schulz (4:24,40). Riesler wurde mit ihrer Zeit beachtliche Gesamt-26. – in einem erlesenen Feld hochkarätiger Triathlon-Herren.

Biathlon-Stars top plaziert

Top-Biathlet Andi Birnbacher aus Schleching im Ziel – mit seiner Mutter.

Die beiden deutschen Biathlon-Profis Andreas Birnbacher und Simon Schempp schlugen sich beachtlich: Vor allem Birnbacher sorgte mit Gesamtrang 7 (4:03,27) auf der Mitteldistanz für Aufsehen. Schon auf der Strecke und auch im Anschluss plagten den Schlechinger arges Seitenstechen: „Ich glaube, ich war noch nie so kaputt“, er benötigte eine gute Zeit, um sich halbwegs zu erholen.

DSV-Nationalmannschaftskollege Simon Schempp lief auf Platz 21 (4:16,48) ein und überzeugte dabei ebenso. Team- und Olympiaarzt Klaus Marquardt erging es nicht ganz so gut: Platz 110 in 4:56,20 Stunden – dennoch freilich eine beachtliche Vorstellung.

Sattes Preisgeld für die Profis

Für die Bestplatzierten war vorab ein sattes Preisgeld ausgelobt worden: Dirk Bockel und Diana Riesler strichen für ihren Sieg jeweils 4.000 Euro ein, die Verfolger/-innen 3.000 beziehungsweise 2.000 Euro. Auf der Kurzdistanz gab es immerhin noch 700, 500 und 300 Euro – jeweils vorausgesetzt: Eine gültige Profilizenz.

Die beiden Hauptverantwortlichen, Sven (Wettkampfleiter) und Roland Hindl aus Kastl zeigten sich im Anschluss mit der Premiere am Chiemsee hochzufrieden. „Es war ein toller Tag“, meinten beide wie aus einem Guss und dankten ihrem großen und fleißigen Helferteam. Dem konnte Chiemings Bürgermeister Benno Graf, der den ganzen Tag über und auch im Vorfeld tatkräftig mitgearbeitet hatte, nur begeistert zustimmen. Der Gemeindechef des ausrichtenden Ortes beklatschte jeden Finisher im Ziel.

Hans-Joachim Bittner

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