"Ich will mich in der Weltspitze etablieren"

Deutschlands bester Crashed-Ice-Athlet kommt aus Rosenheim und heißt Luca

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Luca Engler in seinem Element. 
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Rosenheim - Mit 70 km/h einen künstlich angelegten Eisparcour mitten in den größten Städten der Welt zu meistern. Das ist seit knapp zwei Jahren die Leidenschaft von Luca Engler aus Rosenheim - und das mit Erfolg. 

Yokohama, Jyväskylä und Boston, das waren die letzten Stationen für Luca Engler. Er ist der beste Deutsche in einer Sportart, welche in unserem Land noch nicht allzu bekannt ist. Crashed-Ice-Racing ist ein Extrem-Sport der besonderen Art. Eine Mischung aus Boardercross, Eishockey und Inline-Downhill.

Bis zu 100 Racer rasen auf Schlittschuhen spektakuläre Eisbahnen runter, teilweise mit bis zu 70 km/h. Der Schnellste gewinnt. Wer bremst, verliert. Diese Eisbahnen werden in Großstädten nur für diese Rennen angelegt. Höhenunterschiede von 60 Metern sind keine Seltenheit. 

Zu viert auf der Strecke, da sind Bodychecks durchaus üblich um sich die beste Ausgangslage zu sichern. Und mitten drin ist Luca Engler. Ein gebürtiger Rosenheimer, der gerade dabei ist aufgrund seines Sport die Welt zu bereisen. 

"Mit drei Jahren hatte ich das erste Mal Schlittschuhe an. Bereits da entdeckte ich meine Leidenschaft zum Eishockey", erklärt Luca. Nach 16 Jahren bei den Starbulls zog es den 21-Jährigen nach Augsburg. Nach einjährigem Intermezzo stand er vor einer schweren Entscheidung: "Eishockeyprofi oder eine Ausbildung, die meine Basis für mein Berufsleben sein sollte." 

Luca entschied sich für eine Ausbildung zum Physiotherapeuten in Traunstein. Ganz konnte er dem Eishockey aber noch nicht dem Rücken kehren und schloss sich dem DEC Inzell an. 

Im ersten Rennen direkt in die Top 50 

Im Dezember 2017 war es aber dann soweit. Nachdem ihn ein Freund ein Jahr zuvor noch als Zuschauer mit zu einem Crashed Ice-Weltcuprennen in Wagrain nahm, stand er nun selbst auf den Kufen und landete auf Anhieb auf Rang 49. 

"Das feeling war unbeschreiblich", beschreibt Luca sein erstes Redbull-Crashed-Ice-Rennen wenige Monate später in Saint Paul vor über 150.000 Zuschauern. 

Am Ende der Saison landete der 21-Jährige in der Kategorie "Juniors" im Worldranging auf Platz sechs und sicherte sich somit für die darauffolgende Saison in der "mens" Kategorie eine Wildcard. 

Sich mit den Besten der Welt zu messen, ist für Luca ein "absoluter Traum". In dieser Saison konnte er sein Können bereits in Yokohama/Japan, Jyväskylä/Finnland und Boston/USA beweisen und landete immer unter den Top 50. In Judenburg/Österreich belegte er in einem Rennen sogar den zweiten Platz.

"Ich will mich in der Weltspitze etablieren"

An den beiden letzten Rennen kann der gebürtige Rosenheimer aus privaten Gründen leider nicht teilnehmen, dennoch hat er große Ziele. "Ich will mich in der Weltspitze etablieren und auf kurze Sicht auch mindestens zu den 30 besten Racern gehören."

Großen Rückhalt erfährt Luca von seiner Familie und seinen Freunden, denen er sehr dankbar ist. Leider bleibt dem sportbegeisterten jungen Mann nicht viel Freizeit, da er auch im Sommer an fünf Tagen in der Woche trainieren muss. Er versucht aber dies bestmöglich zu kombinieren. Mit Freunden zum Bergsteigen oder Beachvolleyball spielen, bietet ihm den perfekten Ausgleich. 

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