Er zählt zu den besten Skifahrern aus den USA

"Da bin i dahoam": Tim Jitloff in Bergen

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Der US-Skifahrer Tim Jitloff landete in Bergen - der Liebe wegen.

Bergen - Tim Jitloff zählt zu den besten Skifahrern aus den USA - der Liebe wegen landete er in Bergen. Was er über seine neue Heimat und das Training mit seinem Freund Felix Neureuther sagt:

„Ein Amerikaner mit der Lederhose in Bergen“

In seinem Kleiderschrank hat er zwei „Krachlederne“, eine für schöne Feste und eine, die schon mal was aushalten darf, wenn es hoch her geht. Was für einen gestandenen Bayern in Punkto Lederhosen ganz normal ist, ist in diesem Fall schon etwas Besonderes. Schließlich ist der Besitzer der Lederhose ein Mann aus Kalifornien.

Er heißt Tim Jitloff und zählt zu einem der besten Skifahrer aus den USA. Hinter Ted Ligety ist der 30-Jährige im Riesenslalom eine feste Größe im Weltcupzirkus. Nach Bergen hat es Tim Jitloff der Liebe wegen verschlagen.

„Ich habe bei der Weltmeisterschaft vor vier Jahren in Garmisch eine wunderschöne Frau kennengelernt“, erzählt er im perfekten bayrisch. „Bergen ist meine neue Heimat, da bin i dahoam“, sagt er grinsend. Deutsch konnte er schon ein wenig vom Weltcup her, bayrisch musste er quasi lernen. Schließlich wird in der Familie seiner Freundin der bayrische Dialekt gepflegt. „Das ist sehr schnell gegangen, bayrisch ist leichter als hochdeutsch“, erklärt er.

In Kalifornien gibt es auch Berge zum Skifahren

Mittlerweile sind auch die deutschen Medien auf den US-Skifahrer aufmerksam geworden. In der vergangenen Saison hat er sich unter den besten 15 der Welt im Riesenslalom festgefahren. „Die Reporter freuen sich, weil ich die Sprache so gut kann“, meint er stolz.

Oft wird Tim Jitloff die Frage gestellt, wie ein Kalifornier zum alpinen Skifahrer kommt. Schließlich ist er in San Jose geboren und das liegt in der Nähe von San Francisco. „Kalifornien ist groß und da gibt es auch Berge wo man Skifahren kann.“

Im Alter von zwei Jahren ist er zum ersten Mal auf den Brettern gestanden. Gelernt hat er es im Skigebiet Lake Tahoe in der Nähe von Carson City. Seit 15 Jahren ist er im Europa- und Weltcup unterwegs. Obwohl der Stellenwert des alpinen Skisports in den USA nicht gerade groß ist, hat er den Schritt nie bereut. Erst nach der WM zuletzt in Vail hat sich das ein wenig geändert. Viele Zuschauer sind zu den Rennen gekommen und auch die Einschaltquoten im Fernsehen waren nicht schlecht.

Lindsay Vonn, Bode Miller und Ted Ligety sowie Mikaela Shiffrin sind die aktuellen Stars. „Du musst bei Olympia eine Goldmedaille gewinnen“, beschreibt Jitloff die Situation um in den USA populär zu werden. „Natürlich kannst du vom Skifahren auch als Amerikaner leben. Aber du brauchst Sponsoren aus Europa, weil hier Skifahren sehr präsent im Fernsehen ist.“

Vorbereitung und Training auch mit Felix Neureuther

Derzeit ist der 30-Jährige bei Skitests seiner Firma „Stöckli-Ski“ in der Schweiz. Zuvor hat er in den USA seinen nationalen Titel im Riesenslalom verteidigen können. Danach stehen vier Wochen Pause und Entspannung an um den Kopf frei zubekommen, wie er es beschreibt.

Im Mai beginnt die Vorbereitung auf die neue Saison - auch mit dem deutschen Team stehen Trainingseinheiten an.

Im Mai beginnt die Vorbereitung auf die neue Saison. Da geht es in den Kraftraum ins Olympiazentrum Salzburg/Rif. Dort hat er einen Trainer der ihm auch das Programm zusammenstellt. Mitte des Jahres reist er mit dem US-Team um auf Schnee zu trainieren nach Neuseeland und Chile. Aber auch Trainingseinheiten mit dem deutschen Team stehen auf dem Programm. Mit Felix Neureuther und Fritz Dopfer ist das Verhältnis freundschaftlich.

„Es macht Spaß, wenn zwei Nationen zusammenarbeiten. Man kann Erfahrungen austauschen. Wir sind Freunde aber auch Konkurrenten und haben Respekt voreinander“, beschreibt er das Verhältnis und fügt lachend hinzu: „Am Start hat die Freundschaft auch mal Pause.“ In dieser Saison hat er zum ersten Mal einen eigenen Servicemann der ihn durch den Weltcup begleitet.

Gute Kontakte hat der 30-Jährige auch zum SC Bergen. Gerne fährt er auch einmal auf dem Hochfelln, weil er dort den Naturschnee zu schätzen weiß. „Es ist schön hier in der Region“, sagt er und deswegen plant er, auch nach seiner Karriere hierzubleiben.

Zunächst stehen aber die sportlichen Ziele im Vordergrund. Einmal auf das Siegerpodest, ist sein kurzfristiges Ziel. Längerfristig hätte er auch nichts gegen eine Olympische Goldmedaille. „Bisher war ich oft zwischen Platz fünf und zehn. Ich fühle es, dass die Zeit für einen Podestplatz reif ist.“ Das wäre dann allemal ein Grund, zur Feier des Tages die Lederhose aus dem Schrank zu holen.

SJH/ Quelle: GEPA / Stöckli Swiss Sports AG

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