Sport in der Coronakrise

Hoffen und Bangen: Wie die Ligen und Verbände der Region im Lockdown planen

Die Eishockey-Junioren der Starbulls Rosenheim dürfen noch auf eine Fortsetzung der laufenden Spielzeit hoffen.
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Die Eishockey-Junioren der Starbulls Rosenheim dürfen noch auf eine Fortsetzung der laufenden Spielzeit hoffen.

Der Amateursport steckt weiterhin in den Corona- und Lockdown-Krallen und ist zur Tatenlosigkeit verurteilt. Die Spielleiter müssten die Termine für möglich Re-Starts in den Ligen oder einzelne Meisterschaften immer wieder nach hinten verschieben. Einige Sportarten haben schon gänzlich einen Schlussstrich unter die aktuelle Saison gezogen.

Rosenheim/Mühldorf– Auch im neuen Jahr hat Corona den Amateursport fest im Griff. Die Funktionäre der Sportverbände und der Vereine stehen Pandemie und Lockdown ohnmächtig gegenüber. Erneut wurden Re-Start-Pläne über den Haufen geworfen, Meisterschaften abgesagt, Spieltage nach hinten verlegt und schon ganze Saisonen abgebrochen. Die OVB-Sportredaktion hat sich einen Überblick über die aktuelle Situation in den Hallensportarten verschafft.

Badminton: Der Spielbetrieb in Bayern ist beendet. Dies hat der Spielausschuss gemeinsam mit den Bezirkssportwarten einstimmig beschlossen. Die Oberliga, die Bayernligen und die Ligen darunter in den einzelnen Bezirken werden abgebrochen, die komplette Saison 2020/21 nicht gewertet. Die bayerischen Meisterschaften der U22 sowie der Alterklassen über 30 Jahren, die für 20./21. Februar geplant waren, wurden ebenso abgesagt wie die südostdeutschen Meisterschaften der Aktiven.

Basketball: Die Verantwortlichen haben einen geplanten Re-Start zum 20. Februar aufgegeben. In den Regional- und Bayernliga wird eine Fortsetzung der Saison allerdings angestrebt, wahrscheinlich wird in den eh schon in Gruppen unterteilten Ligen eine Halbrunde gespielt. Neuer angepeilter Starttermin ist der 27. März. Der Bezirk Oberbayern hat für seine Ligen schon die Teilnahmerechte auf die neue Saison 2021/22 übertragen.

Eishockey-Nachwuchs darf noch hoffen

Eishockey:Der Spielbetrieb in den bayerischen Ligen ist weiterhin unterbrochen. Noch immer wird versucht, den Vereinen die Möglichkeit für eine Spielrunde zu geben, auch wenn der Ligen-Betrieb bereits abgesagt wurde. Frank Batz, bayerischer Eishockey-Obmann, hatte im Januar einen endgültigen Saisonabbruch als „das falsche Signal“ erachtet. Allerdings haben viele Kommunen in den Stadien das Eis bereits abgetaut, so beispielsweise in Miesbach. Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) kämpft derweil um die Fortsetzung des Spielbetriebs im Nachwuchs: „Denkbare Optionen sind unter anderem eine Verlängerung der Saison sowie attraktive, regionale Turniere als Alternative. Aussagen und Entscheidungen zu möglichen Aufstiegen innerhalb der DEB-Leistungsklassen sind derzeit aber bedingt durch die unklare Lage noch nicht zu treffen“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Fußball: Der Hallenfußball in Bayern ist komplett abgesagt worden, neben den offiziellen Turnieren des Verbands auch die Privatturniere, wie der beliebte Sparkassenpokal in Rosenheim. Auch die Futsal-Saison steht komplett auf der Kippe. Die Terminpläne in Regional- und Bayernliga haben sich komplett verschoben, ein Re-Start ist für den 6. März geplant.

Abhängig von Lockdown-Verlängerung oder -Lockerung ist auch der Spielbetrieb im Freien. Für Februar geplante Termine im Ligapokal oder von Nachholspielen in der Regionalliga Bayern sind schon abgesagt. „Natürlich wächst mit jedem Tag, den wir später loslegen können, auch die Herausforderung – für die Vereine und für unsere Spielleiter. Aber wir sind vorbereitet und profitieren jetzt davon, die Saison nicht abgebrochen zu haben“, sagte Verbandsspielleiter Josef Janker Ende Januar. Er sei optimistisch, „dass wir selbst dann zu einem ordentlichen Ende kommen, wenn wir erst Ende März wieder loslegen können“. Für die Ligapokal-Fortsetzung sollen die Vereine befragt werden. „Wir hatten ja immer klar kommuniziert, dass der Modus des Ligapokals angepasst werden kann, sollte es die Pandemielage erfordern. Sollte aufgrund von unüberwindbaren Terminnöten in einzelnen Ligen die Durchführung nicht mehr möglich sein, wird er abgebrochen“, sagt Janker.

Hockey: Dort sind die Ligen im Hallenhockey bereits frühzeitig abgesagt worden – sowohl in Bayern als auch im Bund. Die Konzentration gilt der Saisonfortsetzung im Freien.

Handball-Alternative im Turnierformat

Handball: Hier steht die Saison im bisherigen Stil auf der Kippe: Für Bayernliga und Landesliga hatte man den Re-Start für 27. Februar vorgesehen, das Saisonende für den Zeitraum Ende Juni bis Mitte Juli. Alternativ werden vier Spielwochenenden im Turnierformat durchgeführt, wobei die bislang erzielten Ergebnisse nicht gewertet würden. Sollte der Spielbetrieb bis 9. Mai nicht aufgenommen werden, dann wird die Saison abgebrochen. In den Bezirken hatte man sich ebenfalls den Termin Ende Februar als spätesten Zeitpunkt für die Wiederaufnahme der Saison vorgenommen. Unter Einbezug der schon erzielten Ergebnisse soll die Saison mit einer Einzelrunde zu Ende gespielt werden. Falls dies nicht möglich ist, wird die Spielzeit abgebrochen, es gibt dann keine Auf- oder Absteiger.

Der Spielbetrieb in der Jugend ist abgebrochen – abgesehen von der weiblichen und männlichen Jugend B in den Bayernligen; Hier geht es nämlich um die Teilnahmen zur Deutschen Meisterschaft. Der Start für die Qualifikationen zur neuen Saison 21/22 wird noch vor Ostern angestrebt.

Judo:Wegen der Schließung der Hallen ist der Sportbetrieb aktuell eingestellt. Trainings- und Wettkampfbetrieb gibt es derzeit nur für Landes- oder Bundeskader-Athleten. Die Wettkämpfe in der Landesliga Süd mit dem Judoteam Chiemgau und der KG Aibling/Grafing sind erst ab 12. Juni geplant.

Schwimmen: Die Bundesliga-Durchgänge zur Deutschen Meisterschaft sowie die Durchgänge in allen bayerischen Ligen (Bayern-, Landes- und Bezirksliga) sind abgesagt worden. Ausgefallen ist auch die bayerische Meisterschaft „Lange Strecke“, die im Januar in Würzburg geplant war. Noch im Terminkalender stehen Ende Februar die süddeutschen Meisterschaften „Lange Strecke“ sowie Mitte März die bayerischen Meisterschaften.

Faustball: Die Hallensaison sowie die Deutsche Meisterschaft in der Halle sind frühzeitig abgesagt worden. „Sollten wir im April wirklich wieder spielen können, dann auf dem Feld. Und dann können wir froh sein, wenn wir eine annähernd normale Saison spielen können“, sagt Ulrich Meiners, Präsident der Deutschen Faustball-Liga.

Squash: Die Spieltage in den Bayern-, Landes- und Bezirksligen sind zunächst auf Beginn Ende Februar verlegt worden. Jugendranglistenturniere im Januar und Februar wurden nach hinten verschoben, auch die Deutsche Meisterschaft der Jugend, die im April in Dresden geplant war und nun im Juni stattfinden soll. Zudem sind alle europäischen Turniere der Jugend- und Mastersklassen bis Ende August abgesagt.

Tischtennis entscheidet über Saisonabbruch

Tischtennis: Die Saison der 2. und 3. Bundesliga ist bis Ende Februar unterbrochen. Danach soll die Spielzeit in einer Einfachrunde bis 9. Mai fertiggespielt werden. Eine Entscheidung darüber fällt bis 8. März. Auch in den bayerischen Spielklassen wird nur noch eine Einfachrunde in dieser Saison absolviert. Geplant ist, den Mannschaftsspielbetrieb ab 1. März wieder aufzunehmen. Hier will man am 11. Februar eine Entscheidung treffen. Der Pokal-Spielbetrieb ist bereits abgebrochen worden.

Nach hinten verschoben wurden auch die diversen bayerischen Meisterschaften. Für die Jugend (17./18. April) und die Senioren (7. bis 9. Mai) stehen die neuen Daten bereits fest. Der Abschluss der Mini-Ortsmeisterschaften ist auf 31. Mai nach hinten gelegt worden.

Volleyball: Der Spielbetrieb in den bayerischen Ligen ist abgebrochen worden. Von der Bayernliga abwärts wurde die Saison ohne Wertung beendet, es gibt also keine Auf- beziehungsweise Absteiger. „Der Vorstand und der Spielausschuss sind zum Ergebnis gekommen, dass die Entwicklung der Pandemie keine sinnvolle Rückkehr in einen geregelten Spielbetrieb zulässt“, heißt es. Die Entscheidung für die Jugend, die Senioren und im Mixed sind offen, weil es da auch um die weiterführenden Spiele auf Bundesebene geht.

In der 3. Liga und der Regionalliga ist der Spielbetrieb aktuell unterbrochen. Es werden Spielpläne für eine Einfachrunde erstellt, die möglichst bis 30. April abgeschlossen werden soll.

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