3:1-Sieg als Abschiedsgeschenk

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Letztmals spielte die Bezirksligamannschaft des ESV Freilassing unter dem Kommando von Hermann Lindner, der in seiner fünfeinhalbjährigen Tätigkeit die Mannschaft in schwierigen ESV-Zeiten mit Abstieg aus der Bezirksliga übernahm, dann in der Kreisliga auf den 3. Platz, schließlich zur Vizemeisterschaft und ein Jahr drauf zum Titel mit Aufstieg zurück zur Bezirksliga führte. Dort erreichten die Grenzstädter in der abgelaufenen Saison Platz zwei und verpassten nur hauchdünn in der Relegation die Landesliga-Zugehörigkeit.

Freilassing - Nach fünfeinhalb erfolgreichen Jahren beendet Hermann Lindner seine Trainerarbeit beim ESV. Sein Team bedankte sich mit einem hart umkämpften Sieg:

Mit dem erfreulichen 3:1-Heimsieg gegen den SV Aschau am Inn im ersten Rückrundenmatch der Bezirksliga Ost verabschiedete sich Freilassings ESV-Trainer Hermann Lindner von der Kommandobrücke. Den schnellen und auch für Insider überraschenden Rücktrittsentschluss teilte er seinen Spielern unmittelbar vor der Partie gegen den SV Aschau mit.

Fünfeinhalb Jahre lang hatte der Ex-Profi erfolgreich die erste Herrenmannschaft des ESV Freilassing unter seinen Fittichen. Lindner wollte zu seiner persönlichen Entscheidung, weshalb er noch vor der Winterpause das Handtuch warf, nicht öffentlich Stellung nehmen. Vorerst bis Saisonende wird Helmut Fraisl, früher Trainer der A-Jugend in der Bezirksoberliga und seit vielen Jahren auch mit anderen Aufgaben beim ESV involviert, die Nachfolge antreten.

Nochmals volle Konzentration galt aber dem Auftakt zur Rückrunde, wobei das gesamte ESV-Fußballlager einen Pflichtsieg gegen den noch sieglosen Aufsteiger SV Aschau erwartete Dies gelang auch, doch keineswegs mit einer überzeugenden Leistung.

Auffällig waren teils eklatante Abwehrschwächen sowie speziell für die Techniker im ESV-Team erschwerte Bedingungen auf der vom täglichen Training sämtlicher ESV-Teams arg strapazierten Rasenfläche. Trotzdem ging das Konzept der Gäste nicht auf, es mit weiten Bällen aus der Abwehr zu versuchen, vor allem auf den schnellen, jedoch glücklosen Christian Richter. Auffällig gute Akteure in ihren Reihen hatten die Gäste in Francesco Berardi, Daniel Neumeier und dem schussgewaltigen Birol Karatepe.

Im Sekundentakt boten sich Albert Deiter nach sieben Minuten gleich zwei hochkarätige Tormöglichkeiten. Bei der ersten Chance wehrte der insgesamt ausgezeichnete Keeper Matthias Geyer den Schuss des allein vor ihm auftauchenden Ex-Hammerauers ab, gleich danach fehlten Zentimeter. Nur fünf Minuten danach musste ESV-Goalie Stefan Schönberger durch rechtzeitigen Herauslaufen Kopf und Kragen riskieren, konnte aber eine Handbreit nach der 16-Meter-Markierung auf Kosten eines Foulspiels Birol Karatepe stoppen und einen Elfer vermeiden. Den folgenden Freistoß von Karatepe, wuchtig und flach abgefeuert, meisterte Schönberger reflexartig.

In der 22. Minute führte der bis dahin beste ESV-Angriff mit einem Idealpass von Robert Schiller auf Daniel Leitz und weiter geleitet auf Denis Krojer zum 1:0, vor allem weil Leitz den Turbo geschaltet hatte, seinen Bewacher überlaufen und deshalb die Querflanke für den unbewachten Krojer anbringen konnte.

Fünf Minuten später ließ Aschaus Burim Djimsiti den dribbelnden Schiller knapp innerhalb der rechten Strafraummarkierung über die Klinge springen. Schiedsrichter Dominik von Maffei vom FC Miesbach ahndete einen Elfmeter, doch mit einem unplatzierten Schuss von Manuel Weiß – wie er selbst später bestätigte – bändigte Geyer den Ball.

Die Gäste steckten den Rückstand weg und nahmen in der Schlussphase das Heft in die Hand. Die nicht sattelfeste ESV-Hintermannschaft hatte aber zunächst das Glück gepachtet, dass Karatepe knapp vorbeischoss und dann ein missglückter Abschlag von Schönberger zu Bircan Altmer keine Folgen hatte, denn Armin Maier rutschte aus und Daniel Neumeier säbelte das Leder millimeterknapp rechts vorbei.

In der 41. Minute wehrte Schönberger blitzartig einen Torpedo-Freistoß von Karatepe mit einer Hand kurz ab und Christian Richter vergab geradezu fahrlässig den Nachschuss aus wenigen Metern. Doch schon in der nächsten Minute zeigte Bircan Altmer wie es geht und fetzte mit einem „Sonntagsschuss" aus 20 Metern die Kugel von halblinks unhaltbar in den rechten oberen Winkel – 1:1 in der 42. Spielminute.

Buchstäblich mit dem Pausenpfiff hämmerte Manuel „Speedy" Weiß einen direkten Freistoß aus 25 m an die Unterkante der Latte, wobei das Leder hinter die Torlinie sprang und der Referee ohne Reklamationen der Gäste auf 2:1 für den ESV entschied.

Nach dem Seitenwechsel begann Aschau wieder druckvoll, doch der ESV spielte gefährlicher. Torwart Geyer wehrte einen Deiter-Schuss aus sieben Meter toll ab und bekam dann einen Knaller von Schiller im Nachfassen unter Kontrolle. Hervorragend herausgespielt wurde das 3:1 der Grenzstädter nach 57 Minuten. Daniel Leitz war der Einfädler mit einem präzisen Diagonalpass auf Deiter, der mit einem Gewaltschuss nach vielen torlosen Wochen endlich wieder mal für den ESV traf.

Die Gäste aus Aschau blieben weiterhin ein hartnäckiger Widersacher, der zudem seine Chance suchte, weil in der 64. Minute Martin Poschner nach wiederholtem Foulspiel mit gelb-rot vom Platz musste und die ESV-Defensive verwundbar schien. Nach beiderseitigen Möglichkeiten von Weiß und Krojer für die Hausherren sowie Karatepe wiederum mit einer Freistoß-Granate, von Schönberger mit einer Faust über die Latte gelenkt, blieb`s schließlich beim 3:1 für die Hausherren vor etwa 130 Zuschauern, von denen die meisten den stillen Abschied von Hermann Lindner gar nicht mitbekamen.

schl

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