Rosenheim

SBR-Schützenhilfe für Stadtrivalen?

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Wieder im Kader: Torben Gartzen möchte gerne einen SBR-Erfolg bejubeln.

Pikanter geht es kaum: In den nächsten beiden Auswärtsspielen der Fußball-Landesliga Süd trifft der SB/DJK Rosenheim auf zwei Titelanwärter.

Am morgigen Freitag beim FC Affing und zwei Wochen später beim SV Pullach könnte der SBR also Schützenhilfe für den Stadtrivalen TSV 1860 leisten, der sich mit Affing und Pullach um die Meisterschaft duelliert. Davon will der Sportbund-Trainer Walter Werner vor dem morgigen Auftritt seiner Mannschaft in Affing (Spielbeginn ist um 15 Uhr) aber nichts wissen: «Wir müssen auf uns schauen. Wir wollen die 40-Punkte-Marke so schnell wie möglich knacken und wieder ein Erfolgserlebnis feiern», meint der Übungsleiter der Rosenheimer, die seit drei Spielen ohne Sieg und dabei auch ohne Torerfolg sind.

Chancen waren vor allem in den beiden Partien in Sonthofen (0:1) und gegen Fürstenfeldbruck (0:0) reichlich vorhanden, allerdings ist den SBR-Angreifern derzeit die Kaltschnäuzigkeit abhanden gekommen, die man noch vor gut zwei Wochen in den Spielen gegen Großhadern (3:0) und in Kempten (4:0) an den Tag legte.

Torschusspanik kommt beim SBR allerdings nicht auf, denn Sepp Heller, Onur Kaya, Torben Gartzen & Co. haben nicht nur in dieser Spielzeit schon mehrfach bewiesen, dass sie das Netz zappeln lassen können - dieser Moment wird sich sicherlich auch wieder einstellen. Womöglich schon in Affing - der Sportbund verknüpft die morgige Auswärtsfahrt auf die Michael-Burger-Sportanlage mit positiven Erinnerungen: Im Vorjahr gelang ein hochverdienter 4:1-Erfolg beim FCA, in der Hinrunde stieß man die Affinger mit einem 2:0-Heimsieg schon einmal vom Thron.

Affing ist 2009 noch ungeschlagen

Da überzeugten die Rosenheimer vor allem in kämpferischer Hinsicht, gingen viele Zweikämpfe, gewannen davon auch die meisten, ließen hinten nichts anbrennen und erzielten vorne zum richtigen Zeitpunkt die Tore. Sicherlich trifft man jetzt auf einen Gegner, der mit einem ganz anderen Selbstvertrauen aufläuft: Die Affinger sind nämlich im Jahr 2009 noch ungeschlagen, holten 23 von 27 möglichen Zählern - sieben Siege und zwei Unentschieden aus neun Begegnungen.

Mit 60 Treffern hat die Mannschaft von Trainer Stefan Tutschka die zweitmeisten Tore in der Liga geschossen. Sebastian Kinzel trug sich alleine schon 20-mal in die Torschützenliste ein, seine Teamkollegen Daniel Raffler (16) und Sebastian Fischer (10) haben ebenfalls schon reichlich getroffen. Auf die Sportbund-Defensivabteilung dürfe also jede Menge Arbeit zukommen. Allerdings war zuletzt auf den Verbund um Quirin Söhnlein, Dominik Schlosser und Bernd Sylla Verlass. So wurden auch die starken Fürstenfeldbrucker Offensivleute Andreas Neumeyer und Quemajl Beqiri über weite Strecken gut neutralisiert.

Nachdem Benedikt Maier im letzten Spiel nach einer knappen halben Stunde verletzt ausscheiden musste, ist Walter Werner gezwungen, seine Hintermannschaft umzubauen. Alternativ könnte Michael Feldner auf der linken Außenbahn zum Einsatz kommen, möglich ist aber auch, dass Alex Spreitzer wieder um eine Position nach hinten rückt und deshalb für einen weiteren Offensivspieler im Mittelfeld Platz ist.

Sein Heil in der Offensive zu suchen, damit sind die Rosenheimer trotz ihrer Außenseiterrolle in Affing nicht unbedingt schlecht beraten - schließlich haben die Hausherren schon 42 Gegentreffer in dieser Saison hinnehmen müssen und befinden sich in dieser Statistik im Mittelfeld. Die Möglichkeit für die SBR-Angreifer, ihre Torflaute zu beenden, ist also durchaus gegeben. tn

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