Kleinhöhenrainer holt Deutschen Rekord

+
Günter Porath bei seinem Rekordflug in Namibia.

Namibia/Kleinhöhenrain - Getreu dem Motto der Fliegerei aus den ersten Tagen - „höher, schneller, weiter“, durfte es für Günter Porath vor kurzem in Namibia etwas „schneller“ sein.

Dem Kleinhöhenrainer ist ein Deutscher Rekord in Geschwindigkeit über ein 100 Kilometer Dreieck mit dem Hängegleiter gelungen.

Die bisherige Bestmarke von 36,34 km/h wird nach ersten Analysen durch den DHV (Deutscher Hängegleiterverband), voraussichtlich auf 39,5 km/h angehoben. Mit der Anerkennung hält Günter Porath dann insgesamt sechs deutsche Rekorde, so viele wie kein Anderer.

Günter Porath befindet sich derzeit im Rahmen einer Internationalen Expedition zu Rekordversuchen in Namibia. Von der Farm Burgsdorf, in der Savanne zwischen den Wüsten Namib und Kalahari, starten die Rekordjäger im UL-Schlepp zu ihren Flügen. Nach Erreichen der Einstiegshöhe in die Thermik löst sich der Hängegleiter vom Schlepptrike um anschließend rein mit der Energie der Sonne bis zu neun Stunden die vordeklarierten Flugstrecken zu bewältigen. Dabei werden an guten Flugtagen Höhen von bis zu 6000 Meter und mehr erreicht. Besondere Herausforderungen an Mensch und Material stellt das extreme Klima im ehemaligen Deutsch-Südwest-Afrika. Auf 1400 Meter Startplatzhöhe bei Temperaturen von über 40 Grad im Schatten, wo kein Schatten ist, wird die Luft sehr dünn.

Nach der Akklimatisation und anfänglichen technischen Problemen, wollte sich das um diese Jahreszeit zu erwartende gute Flugwetter einfach nicht einstellen. Auch am Flugtag kündigte der Wetterbericht vereinzelte, isolierte Gewitter und eine relativ niedrige Wolkenbasis an. In anfänglich mäßiger Thermik aber mit Windunterstützung flog Günter Porath zur ersten Wende, einer 30,8 Kilometer entfernt gelegenen Farm. Die dort erwartete Thermik war allerdings nicht aufzufinden. So musste der Rekordflieger über den Wendepunkt hinaus fliegen und die Thermik im dahinterliegenden Bergland suchen, wodurch viel Zeit verloren ging. Am zweiten Dreiecksschenkel von 30,7 Kilometer verbesserte sich die Thermik spürbar. Der Wind kam nun allerdings von der Seite. Für den 38,9 Kilometer langen dritten Schenkel war nun Gegenwind zu erwarten und zudem musste von der idealen Fluglinie abgewichen werden. Der Rekordversuch schien zu scheitern. Mit Ausbildung einer "Wolkenstraße" auf Kurs konnte Günter Porath im "Delfinflug" einen Teil der Zeit wieder aufholen und mit einer Flugzeit von 2:32 Stunden eine neue Rekordmarke setzen.

re/Oberbayerisches Volksblatt

Zurück zur Übersicht: Regionalsport

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT