Neuer Weltrekord für Anke Molkenthin

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Die Weltranglistenerste Anke Molkenthin (links)

Waging - Nach ihren Erfolgen beim Weltcup, bei der Ruder-WM und bei den Paralympics hat Anke Molkenthin jetzt den vierten Weltrekord geschafft.

Die Weltranglistenerste Anke Molkenthin

Nach dem absoluten Weltrekord der Frauen aller Alters- und Gewichtsklassen im Indoor Rudern auf dem Concept2 Rudergerät Anfang März dieses Jahres mit 266,061 Kilometern in der vorgegebenen Zeit von 24 Stunden, gerudert in Chorley bei Manchester in Großbritannien, und dem Weltrekord über die Marathonstrecke in der Altersklasse, gerudert im Rahmen der Deutschen Indoor Marathonmeisterschaften im Juli in Nünchritz, wollte es Anke Molkenthin vom Waginger Ruderverein zum Saisonabschluss noch einmal wissen.

Das Highlight 2013 war zweifellos die zusammen mit Marcus Klemp aus Riebnitz-Damgarten hart erkämpfte Silbermedaille bei den Ruderweltmeisterschaften in Chungju / Korea im LTA mixed Doppelzweier über die paralympische Distanz von einem Kilometer, aber Anke hatte schon immer eine Schwäche beziehungsweise in diesem Fall eine Stärke für Ultradistanzen.

Am Samstag fand im Studio "Moveo - Fitness an der Elbe" im oben erwähnten Nünchritz für die ortsansässigen Studiomitglieder eine ganz besondere Veranstaltung statt, bei der jedes Jahr eine kleine Anzahl Mitglieder über zwölf Stunden mit geplanten zehnminütigen Pausen und beim Schauen interessanter Filme auf der Großleinwand versucht, in individuellem Tempo so viele Kilometer wie möglich zusammen zu bringen.

Auf Einladung von Studioleiter Hans-Jörg Schneese schloss sich Anke Molkenthin dieser Veranstaltung im zwischen Meißen und Riesa direkt am Elbufer gelegenen Ort an, allerdings mit dem Ziel 100 Kilometer im Stück und möglichst in neuer Weltrekordzeit zurückz legen. Acht Stunden und zehn Minuten galt es in der Klasse der Leichtgewichtsfrauen über 50 Jahre zu unterbieten.

Die Vorbereitungen hierfür liefen seit der Rückkehr von den Weltmeisterschaften Ende August recht gut und so konnte Anke zuversichtlich an den Start gehen. Nach einem umfangreichen Frühstück hieß es um 8 Uhr morgens für alle Ruderer: "Attention – Ready - Row".

Die erste Hälfte, also die ersten 50 Kilometer, verliefen ohne größere Zwischenfälle, das Tempo war auf Weltrekordkurs und die Computeraufzeichnungen zeigten, dass auch bei den in der zweiten Hälfte der Distanz erwartungsgemäß auftretenden und einzukalkulierenden Ermüdungserscheinungen ein neuer Rekord durchaus möglich war.

Aber je länger die Distanzen, umso mehr unbekannte und nicht planbare Faktoren kommen hinzu. Der leicht behinderte linke Arm bereitete unerwartete Probleme und auch das Sitzfleisch begann sich zu beschweren. Das linke Bein, die durch eine geerbte Ursache eigentliche Schwachstelle ihres Körpers, spielte unerwartet gut mit.

Die Weltranglistenerste Anke Molkenthin

Zwar wurde nun die auf dem Display des Rudergerätes zu sehende prognostizierte Endzeit von Kilometer zu Kilometer etwas langsamer, aber zu keiner Zeit war der neue Weltrekord in Gefahr. Nach sieben Stunden und 41 Minuten waren die 100 Kilometer geschafft, der alte Weltrekord wurde somit um sensationelle 29 Minuten unterboten.

Das Ergebnis ist inzwischen offiziell aus den USA bestätigt worden und Anke Molkenthin, die in der Klasse W LTA-pd auch über 1000 Metern seit 2012 die globale Rangliste anführt, kann nun Weltrekord Nummer vier ihr Eigen nennen. Ob es nach viermal Weltcup-Silber, dreimal WM-Bronze, einmal WM-Silber, Silber bei den Paralympischen Spielen und vier Weltrekorden innerhalb der letzten fünf Jahre noch ein Highlight geben wird? Oh ja, sagt Molkenthin, eine "Kleinigkeit" habe sie da schon noch für das kommende Jahr im Hinterkopf, bevor sie das Feld der jüngeren Generation überlässt. Lassen wir uns überraschen.

Pressemitteilung Waginger RV

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