Weltmeisterin will bald wieder angreifen

Laböck: "Das macht mir Mut und gibt mir Kraft!"

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Rosenheim - Zum Auftakt dieser Saison ist die Priener Snowboard-Weltmeisterin Isabella Laböck zum Zuschauen verdammt. Doch die 29-Jährige will schon im Januar wieder anzugreifen.

"Seit 23 Jahren stehe ich um diese Zeit auf dem Snowboard, das ist meine große Leidenschaft", erzählt die Priener Snowboarderin Isabella Laböck etwas traurig. In diesem Winter ist die 29-jährige Weltmeisterin zum Auftakt in die Saison zum zuschauen verdammt. Doch Laböck ist ein "Stehaufmännchen" und dementiert energisch Berichte, sie würde ihre sportliche Karriere beenden. "Ich weiß nicht, wer diese Ente in die Welt gesetzt hat", sagt sie mit einem kämpferischen Funkeln in den Augen. 

Es war im Februar dieses Jahres beim Heimweltcup am Sudelfeld, ausgerechnet eines der Lieblingsrennen der Sportlerin. Trotz schlechter Sicht haben sich Veranstalter entschlossen, den Weltcup durchzuziehen. Laböck stürzt, hat große Schmerzen, ein paar Tage später wird sie am lädierten Sprunggelenk operiert. Was folgt, ist eine lange Reha, dass heißt schuften und schwitzen, besonders in dem heißen vergangenen Sommer nicht immer ein Vergnügen. "Ich hatte keine Ahnung, was mich da erwartet. Das war meine erste größere Verletzung. Das alles war nicht einfach, einen Plan dafür hatte ich nicht."

In Carezza nicht am Start

Bella Laböck entschloss sich, die Herausforderung anzunehmen, schließlich konnte sie die Situation nicht ändern. "Mir ist nichts anders übrig geblieben, als nach vorne zu schauen." Im September wagte sie dann die ersten Versuche auf dem Schnee. Immer wieder hat sie genau in ihren Körper gehorcht und festgestellt, da ist immer noch ein stechender Schmerz. Das Sprunggelenk ist immer noch entzündet. "Die Qualität ist dennoch dagewesen, mit den Zeiten war ich gut dabei", macht sie sich Mut. Trotzdem wird sie im Dezember auf einen Start beim Weltcup in Carezza/Italien verzichten. "Die nächsten Rennen sind im Januar, da habe ich noch einen Monat Zeit. Mal schauen, was bis dahin passiert."

In den vergangenen Monaten hat Laböck viel Zeit gehabt, Dinge anzugehen, die liegengeblieben sind. "Da ist auch einiges Unliebsames dabei gewesen", gibt sie zu. Was ihr hilft, sind die Erinnerungen an ihren WM-Titel aus dem Jahr 2013 im kanadischen Stoneham. "Das ist nach wie vor präsent und ich bin immer noch dankbar, dass ich das damals geschafft habe. Das macht mir Mut und gibt mir die Kraft, solche Momente noch einmal zu erleben."

Wieder für den SC Rosenheim am Start 

Schließlich stehen in den kommenden Jahren einige Großereignisse an. 2017 die WM in der Sierra Nevade in Spanien, ein Jahr danach die Olympischen Spiele und 2019 erneut eine WM. "Da ist noch ein wenig Zeit bis dahin, die werde ich nutzen. Ich hoffe, ich kann dann der Konkurrenz um die Ohren fahren." Isabella Laböck hat aber die vergangenen Monate genutzt, ihr Leben ein wenig neu zu ordnen. Mittlerweile ist sie zu ihrem Heimatverein, dem SC Rosenheim zurückgewechselt. Ein Schritt zurück zu den Wurzeln, schließlich hat sie dort ihre ersten Schritte auf dem Board gemacht. 

Natürlich ist sie gerade jetzt in dieser Phase froh, bei der Bundespolizei einen sicheren Job zu haben. Auch für das Leben nach dem Profisport hat sie bereits Pläne geschmiedet. Ein Projekt mit Kindern in Sachen Integration ist in Arbeit, mehr dazu will sie noch nicht verraten. Und in diesem Sommer hat es auch im Privatleben der Sportlerin einen Einschnitt gegeben. Nach sieben Jahren hat sie die Beziehung mit dem Nordischen Kombinierer Björn Kircheisen beendet. Alles Schnee von gestern, ab sofort zählt für Bella Laböck nur noch die echte Liebe und die liegt im Schnee auf den Snowboard-Pisten dieser Welt.

SJH

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