Ruhpolding für XXL-Biathlon gerüstet

So sieht der Fahrplan für den Doppel-Weltcup aus

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Aktuelle Aufnahme aus Ruhpolding: "Die Helfer sind Tag und Nacht im Einsatz, damit wir die Kunstschnee-Produktion sicherstellen können", so Bürgermeister Pichler.
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Ruhpolding - Zehn Tage Biathlon-Ausnahmezustand im Chiemgau: Durch die Übernahme des abgesagten Weltcups in Oberhof muss Ruhpolding nun sein Wintersport-Organisationstalent wirklich beweisen.

Jetzt muss alles ganz schnell gehen: Es ist noch keine Woche her, wo man sich in Ruhpolding dafür aussprach, den abgesagten Biathlon-Weltcup in Oberhof zu übernehmen - am gestrigen Sonntag kam dann der Zuschlag von der "Internationalen Biathlon-Union". Am Freitag, den 8. Januar starten die "Ersatz-Wettkämpfe" von Oberhof in der Chiemgau-Arena. Nach einem "Ruhetag" am Montag, den 11. Januar, wird am 12. Januar dann der eigentliche Ruhpoldinger Weltcup mit der Eröffnungsfeier eingeläutet.

Wie löst Ruhpolding sein Schnee-Problem?

"Zumindest was den Schnee betrifft wird das kein zusätzlicher Aufwand für uns", so Ruhpoldings Tourismusdirektor Markus Stuckmann im Gespräch mit chiemgau24.de. Mindestens 16.000 Kubikmeter (Kunst-)Schnee braucht man für die 2,5-Kilometer-Schleife des Ruhpoldinger Weltcups: "Dafür schaut's gut aus", so Stuckmann. Zum einen kann man in Ruhpolding auf Depot-Schnee aus dem vergangenen Winter zurückgreifen, zum anderen laufen die Schneekanonen schon auf vollen Touren. Bürgermeister Claus Pichler betont außerdem, dass es momentan in Europa nur ganz wenige Orte gäbe, wo Wintersport-Wettkämpfe durchgeführt werden könnten.

Minus 2 bis Minus 4 Grad braucht man für den Schnee aus der Kanone mindestens: Die Bedingungen dafür waren in der Chiemgau-Arena nun schon öfters gegeben - "auch in den letzten zwei Nächten konnten wir produzieren", so Stuckmann. Zusätzlich wird auf Maschinenschnee, der in Reit im Winkl oder im österreichischen Hochfilzen hergestellt wird, zurückgegriffen. Drei bis vier Euro kostet der selbst produzierte Kubikmeter Kunstschnee - der "extern" hergestellte ist natürlich teurer, denn auch Transportkosten kämen hinzu: "Aber da haben wir einen fairen Preis ausgehandelt", so Tourismus-Chef Stuckmann - unter sieben Euro würde man für den "importierten" Kunstschnee bezahlen.

Zusätzlich zwei "Snow Factories" im Einsatz

Da die Wetterprognosen gut aussehen, sind die Organisatoren in Ruhpolding auch zuversichtlich, dass man genug Schnee für eine 3,3-Kilometer-Schleife herbekommt - die Distanz, die in Oberhof eigentlich gefahren worden wäre. "Es wäre ein Zuckerl, aber kein Muss", so Stuckmann.

Außerdem sind in der Chiemgau-Arena seit einigen Tagen auch zwei "Snow Factories" im Einsatz: Maschinen, die weniger effizient sind, als herkömmliche Kanonen, dafür den Schnee auch bei Temperaturen weit im Plusbereich herstellen können. Wasser wird dort in einem Wärmeaustauscher bis zum Gefrierpunkt gekühlt - heraus kommen kleine, trockene Eisblättchen, die zu 100 Prozent gefroren sind und "mühelos die Qualität von Firnschnee erreichen", so die Hersteller der "Snow Factory".

15.000 Fans mehr durch Doppel-Weltcup

Der Kartenvorverkauf für den Ruhpoldinger Biathlon-Weltcup verlaufe bisher gut, so Markus Stuckmann. Mit 65.000 bis 70.000 Fans dürfe man allein wegen den Ruhpoldinger Wettkämpfen rechnen. Durch die Übernahme des Oberhofer Welcups kämen nochmal rund 15.000 Schlachtenbummler mehr: "Die Karten behalten ja ihre Gültigkeit", so Stuckmann.

Transport, Shuttle-Dienste, Sicherheit - der Organisationsaufwand für Ruhpolding wird durch den Doppel-Weltcup auf alle Fälle größer, auch wenn beispielsweise das VIP-Zelt in der Chiemgau-Arena für die Oberhofer Wettkämpfe am zweiten Januar-Wochenende nicht mehr aufgestellt werden kann: "Aber wir bekommen vom Deutschen Ski-Verband ja auch Zuwendungen für zwei Weltcups, das minimiert das finanzielle Risiko deutlich", ist man zuversichtlich.

Die Party-Events im Champions-Park können ebenfalls nicht 1:1 auf zwei Wochenende ausgedehnt werden - aber zumindest im Kurhaus und von Seiten mancher Wirte wird das Programm wegen des Doppel-Weltcups ausgeweitet: Zusätzliche Partys und Live-Bands. Während der eigentlichen Wettkämpfe in Ruhpolding zwischen dem 13. und 17. Januar wird den Fans im Champions-Park dann wieder in gewohntem Umfang die Biathlon-Party geboten. Nach Ende der Wettkämpfe wird auch die komplette Hauptstraße wie in den Jahren zuvor wieder bis 5 Uhr morgens gesperrt.

Bürgermeister Pichler zum Doppel-Weltcup

xe

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