Rosenheimer beim größten Langlaufwettbewerb der Welt

Werner: "Nach 30 Kilometern ist mir der Schlauch meines Trinkrucksacks eingefroren"

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90 Kilometer lang kämpfte sich Jonah Werner aus Rosenheimer durch den Schnee.
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Rosenheim/Schweden - Am vergangenen Wochenende nahm der Rosenheimer Jonah Werner in Schweden am Wasalauf, dem größten Langlaufwettbewerb der Welt teil. Im Interview erzählt der 20-Jährige, wie er das Großereignis erlebt hat.

Rosenheim24.de: Dein gestecktes Ziel, den Platz in den Top 500, hast du erreicht. Bist du zufrieden?

Jonah Werner: Ja, auf alle Fälle. Es war mit Abstand mein bisher anstrengendster und längster Wettkampf und das primäre Ziel war ja auch, da einfach gut durchzukommen und Spaß zu haben. Mit dem 475. Platz bin ich somit sehr zufrieden für meinen ersten Vasalauf, aber ich weiß jetzt schon einige Stellen und Tricks, mit denen ich nächstes Jahr sicher nochmal einige Plätze gutmachen kann.

Rosenheim24.de: Was ist besonders gut gegangen und wo hat es noch etwas gehapert?

Werner: Die allgemeine Organisation um das große Event herum hat wahnsinnig gut geklappt. Dank dem deutschen Skimarathon Team „Team Forever Nordic“ unter Leitung von Sven Münch, hatte ich ein "Rundum-Sorglos-Paket. Den Skiservice und die Unterkunft konnte ich mitnutzen und auch auf der 90 Kilometer langen Strecke wurde ich von den Betreuern des Skimarathonteams verpflegt. Im Allgemeinen muss ich wirklich sagen, dass der Vasalauf, trotz dieser immensen Anzahl an Startern - knapp 16.000 - ein rundlaufendes und bestens organisiertes Event ist.

Rosenheim24.de: Du hast die Verpflegung auf der Strecke angesprochen. Wie funktioniert das und was isst und trinkt man während einem fast sechs Stunden anhaltenden Wettkampf? 

Werner: Es ist wichtig sich schon Wochen davor kohlenhydratreich zu ernähren und viel zu trinken. Während des Wettkampfes hatte ich einen Trinkrucksack dabei, den ich mit Tee gefüllt hatte. Dabei handelte es sich um einen Bio-EnergieTee, der aus einem besonderen erlesenen Tee und Kohlenhydratreichem Pulver besteht. Zum Essen hab ich mir drei Energie Gels und zwei Riegel mitgenommen. Leider ist mir nach gut 30 Kilometern der Schlauch von meinem Trinkrucksack eingefroren und so war ich ab der Hälfte des Wettkampfs auf die Verpflegungsstellen des Veranstalters und des Team Forever Nordic angewiesen. Für das nächste Jahr weiß ich allerdings jetzt schon, dass ich unbedingt mehr zum Essen brauche, da es ab Kilometer 50 ziemlich hart wurde und ich Hunger bekam.

Jonah Werner bei der Vorbereitung am höchsten Punkt das Wasalaufs.

Rosenheim24.de: Jetzt zum Wettkampf. Wie ist er für dich verlaufen?

Werner: Ausgesprochen gut. Nach dem Start konnte ich mich relativ schnell weit nach vorne kämpfen und in die Top 100 schnuppern. Bis Kilometer 45, also bis zur Hälfte des Wettkampfs, war ich noch mit in der Spitzengruppe dabei. Danach hab ich dann leider ziemliche Krämpfe in Brust und Bauch bekommen. Zwischen Kilometer 50 und 70 hatte ich ziemlich zu kämpfen und auch einige Plätze verloren. Auf den letzten 20 Kilometern konnte ich mich dann wieder etwas erholen und meinen Platz in den Top 500 absichern.

Rosenheim24.de: Wie ist dein weiterer Plan und wirst du nächstes Jahr wieder den Vasalauf anpacken?

Werner: Dieses Wochenende geht es für mich direkt weiter nach Oberhof, dort habe ich Samstag und Sonntag einen Deutschlandpokal und dann heißt es volle Konzentration auf die deutsche Langstreckenmeisterschaft Ende März in Reit im Winkel. Und ja, beim Vasalauf nächstes Jahr bin ich auf alle Fälle wieder dabei. Jetzt hab ich die Skimarathon-Luft erst gerochen. Solche Events wie der Vasalauf machen süchtig!

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dg

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