Folger in Sepang auf Rang acht

Sepang - In Malaysia konnte Jonas Folger einen soliden achten Platz im 14. WM-Lauf rausfahren. Im Rennen hatte er seine Reifen wohl zu hart beansprucht.

Ab Punkt 13 Uhr Ortszeit – aufgrund der Zeitverschiebung zu Europa zwei Stunden später als üblich – erlebte heute der Sepang International Circuit in Form des Moto3-Rennens einen wahren Wirbelsturm. Mehr als 84.000 Zuschauer besetzten die massiven Tribünen entlang der 5.548 Meter lange Piste und sie wurden für ihr Kommen mit einem großartigen Wettbewerb belohnt. Während der ersten Rennhälfte bestand die Führungsgruppe aus nicht weniger als acht überaus beherzt agierenden Schräglagenakrobaten. In jeder Kurve wurden ganz nach dem Geschmack der vielen Fans Überholmanöver allerfeinster Art und Weise geboten, was allerdings das Tempo gegenüber den Trainingstagen deutlich verlangsamte. Dafür war die Show umso besser. Der neue Rundenrekord von 2´14.339 Minuten war mehr als eine Sekunde über der von Luis Salom gefahrenen Pole-Zeit gestern Nachmittag: 2´13.280 Minuten. Mit Luis Salom, Alex Rins und Alex Marquez gab es nur drei Spitzenreiten, trotzdem war es vor dem Zieleinlauf schwer einen Sieger zu tippen, da nicht weniger als sechs Piloten in der letzten Runde um die Siegertrophäe des Moto3 Malaysian Grand Prix kämpften. Schließlich schnappte sich Salom in der letzten Kurve den Sieg von Rins, der knapp vor Miguel Oliviera Zweiter wurde.

Probleme mit den Reifen

Zur spannenden Sonntagnachmittagsunterhalt hat auch Jonas Folger beigetragen. Der Kalex-KTM-Pilot, der vom zehnten Startplatz in das Rennen ging, war sich vor dem 14. Saisonrennen sicher eine Aufholjagd inszenieren zu können. Nach einem sauberen Start beendete er die Auftaktrunde als Achter und lieferte sich mit seinen direkten Konkurrenten härte Positionskämpfe, wo es den Anschein hatte, dass er tatsächlich nach vorne stürme könne. Leider führte seine aggressive Fahrweise zu einem vorzeitigen Abbau seiner Reifen. In etwa ab Halbzeit der Renndistanz musste er wegen nachlassenden Grip etwas Gas rausnehmen. Abgesehen davon, und auch von seinem auf dem Weg der Besserung befindlichen linken Fuß, kam der Racer aus Oberbayer als guter Achter ins Ziel.

Jonas Folger über das Rennen: "Das heutige Rennen war sehr anstrengend für mich. Sozusagen bin ich heute mit dem falschen Fuß aufgestanden, was sich böse ausgewirkt hat. Dieser achte Rang entspricht natürlich nicht den Erwartungen, obwohl ich mich gegenüber dem Startplatz um zwei Position verbessern konnte. Aber auch das Qualifying-Ergebnis war weit davon entfernt, wo ich eigentlich hingehöre.

Mein Start war raketenmäßig, aber vor der ersten Kurve habe ich zu spät gebremst und musste mich daher außen einreihen. Ab der zweiten Kurve habe ich hart gepusht, weil ich unbedingt in der Spitzengruppe bleiben wollte. In der Anfangsphase lief es auch gar nicht schlecht und ich habe viel riskiert, was allerdings zu Lasten der Front ging. Ich habe heute die Frontpartie mehr als sonst beansprucht. Bei meinen Versuchen Positionen aufzuholen, habe ich jede Kurve sehr spät angebremst und zudem fuhr ich sehr aggressiv.

Mit zunehmender Distanz bekam ich dann Probleme mit der Vordergabel, die ab dem Zeitpunkt an dem der Bremsvorgang abgeschlossen ist, nicht richtig gearbeitet hat. Es war überhaupt keine Zug-Stufe vorhanden und auf dieser Piste hier, mit den vielen harten Bremspunkten und jenen Bremszonen, wo man in hoher Schräglage in die Kurven einlenkt, hatte ich in diesen Situationen keine Unterstützung von der Gabel her. Alles zusammen hat sich eben auf die Performance des Vorderreifens ausgewirkt, weshalb ich oftmals die Linie nicht halten konnte und viel Zeit verlor. Ich habe versucht das Problem zu umgehen, indem ich meinen Fahrstil anpassen und einen sanfteren Fahrstil anwenden wollte. Aber weil die Front vielleicht um den Tick zu weich abgestimmt war, spürte ich vor allem auf der Bremse dieses Fehlverhalten. Ich bin nicht unzufrieden, weil ich alles was möglich war gegeben habe, aber irgendwie will es in diesem Jahr in den Rennen nicht laufen.

In den Trainings sind wir vorne dabei, aber am Sonntag ist es schwierig diese Performance in entsprechende Resultate umzusetzen. Wir werden in dieser Woche besprechen, wie das Gesamtpaket verbessert werden kann, um beim nächsten Rennen auf Phillip Island konkurrenzfähiger zu sein. Betreffend meiner Verletzung ist es mir während dem Rennen eigentlich gut gegangen. Natürlich fehlt mir nach wie vor noch Ausdauer und bis auf ein, zwei Runden in etwa zur Halbzeit des Rennens, die ich für eine kurze Erholungspause brauchte, bin ich gut über die Runden gekommen. Der Knöchel bereitete keinerlei Probleme, nur in den letzten zwei Runden spürte ich ein leichtes Brennen."

Ergebnis Malaysian Motorcycle Grand Prix:

1. Luis SALOM

2. Alex RINS

3. Miguel OLIVIERA

8. Jonas FOLGER

Moto3TM WM-Stand 2013:

1. Luis SALOM, 284 Punkte

2. Alex RINS, 270 Punkte

3. Maverick VINALES, 258 Punkte

5. Jonas FOLGER, 137 Punkte

Pressemitteilung Jonas Folger

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Regionalsport

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser