Luca Grünwald mit durchwachsenen Rennen

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Luca Grünwald

Spielberg - Der Waldkraiburger Luca Grünwald kam bei den Rennen auf dem Red Bull Ring nicht über einen achten und einen neunten Platz hinaus.

Der Red Bull Ring in der Steiermark war am vergangenen Wochenende Gastgeber des vierten Saison-Events der SUPERBIKE*IDM – Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft 2013. Für die Teilnehmer aller Klassen war es aufgrund der hochsommerlichen Hitze eine schweißtreibende Angelegenheit. Dem bestens durchtrainierten Luca Grünwald machten die heißen Temperaturen weniger zu schaffen, als vielmehr die Reifen nicht ganz mitspielten. Nach dem zweiten Saison-Podium am Wochenende zuvor in Oschersleben reisten Luca Grünwald und sein Team Motorrad Bayer Bikerbox Racing gut gelaunt ins benachbarte Österreich. Der Event auf dem anspruchsvollen 4326 Meter langen Red Bull Ring ist übrigens der einzige Besuch der SUPERBIKE*IDM bei unseren Nachbarn in dieser Saison.

Grünwald gelang es auch nahtlos an seine starke Form anzuschließen und zusammen mit seiner Technik-Crew wurde am ersten Trainingstag trotz der Hitze hart geschuftet. Mit einer gut abgestimmten Yamaha R6 qualifizierte sich der 18-jährige aus dem oberbayrischen Waldkraiburg tags darauf für den neunten Startplatz. “Am Freitag haben wir mit der Abstimmung einen anderen Weg versucht, der auch relativ gut funktionierte. Es war nichts gravierendes, da es ähnlich zu dem Stand von Oschersleben war. Jedenfalls bin ich damit gut zurechtgekommen und ich war in allen freien Trainings zeitenmäßig gut dabei. Außerdem sind wir sehr viel zum Fahren gekommen, was ein zusätzlicher Pluspunkt hinsichtlich Fahrtrainings war. Von dem her gingen wir gelassen in die Zeittrainings.

Allerdings erlebten wir am Samstag trotz der Hitze eine eiskalte Dusche. Wegen der heißen Temperaturen wurde eben schon am Vormittag richtig um jede Hundertstelsekunde gebolzt, da es abzusehen war, dass es während QP2 am Nachmittag bei noch heißeren Bedingungen eigentlich unmöglich wird die Zeiten zu verbessern. Das soll allerdings nicht das Problem gewesen sein, sondern vielmehr lag es an den Reifen. Bei diesen Bedingungen funktionierten unsere Qualifyer nicht so gut, wie das Konkurrenz-Produkt, die Rundenzeiten um mehr als eine Sekunde schneller als der Rundenrekord ermöglichten. Wir hingegen waren mit Rennreifen schneller als mit Qualifyer. Von dem her war mehr als Startplatz neun eben nicht drinnen. Wegen der beschränkten Mittel haben wir im zweiten Qualifying mit Rennreifen weitergearbeitet, die bei dieser Hitze bis auf Schwierigkeiten beim Einlenken ganz gut funktionierten.

Jedoch in diesem Bereich haben wir viel Zeit verloren.” Angesichts der Schwierigkeiten in Bezug auf Reifen-Performance stand Grünwald für das Rennen am späten Samstagnachmittag eine schwere Aufgabe bevor. Nichtsdestotrotz ging der zielstrebige Racer zu allem entschlossen in Heat eins. Lediglich eine Bodenunebenheit in der Bremszone vor Turn zwei kostete ein besseres Resultat als Rang neun. “Der Start in das erste Rennen ist mir eigentlich ganz gut gelungen. Für zwei Runden konnte ich meine Position nach dem Qualifying locker halten, bis ich beim Anbremsen der zweiten Kurve eine Bodenwelle übersehen hatte und dabei mit viel Geschick einen Sturz vermeiden konnte. Es hat mich richtig ausgehoben und ein wilder Schlenker mit weiter Linie war unvermeidbar. Dieses Missgeschick hat viel Zeit gekostet.

Bis ich mich wieder einreihen konnte, war quasi das halbe Feld vorbei. Von Position 14 musste ich eine Aufholjagd starten, die mich bis auf Rang neun im Ziel brachte. Mehr war leider nicht möglich, da auch meine Rundenzeiten während der Renndistanz nicht ganz so schnell wie im Zeittraining zuvor, aber trotzdem noch ok, waren. Jedenfalls habe ich mir die Stelle genau gemerkt, um weitere Eigenfehler zu vermeiden. Natürlich schon wegen dem zweiten Rennen am Sonntag.” Die permanenten Reifen-Probleme zwangen Grünwald und seine Crew das Motorrad für das zweite Rennen am Sonntag komplett anders abzustimmen. Das brachte auch ein besseres Gefühl, doch wie schon am Nachmittag des Vortages kam es abermals in der zweiten Kurve zu einem Zwischenfall, der viel Zeit und ein mögliches Top-Resultat kostete. “Im samstägigen Rennen wäre es mit viel Risiko verbunden gewesen, um den Deut schnellere Rundenzeiten zu fahren.

Aus diesem Grund haben wir für Sonntag die Abstimmung komplett umgebaut, indem wir versuchten die Sache für mich zu vereinfachen. Diese Änderungen brachten auch geringe Fortschritte, ich fühlte mich ein wenig wohler auf dem Motorrad, trotzdem war es ein verdammt schwieriges Rennen für mich. Der Start in Heat zwei ist mir um einiges besser gelungen und ich war dank der schnellsten Rennrunde zu diesem Zeitpunkt drauf und dran den Sechstplatzierten vor mir anzugreifen. Aber wie schon im ersten Rennen meinte es die zweite Kurve nicht gut mit mir. Beim Anbremsen krachte mir ein Konkurrent ins Heck meiner Yamaha, sodass ich in der Spitzkehre ein zweites Mal an diesem Wochenende geradeaus gerumpelt bin. Bei dieser Aktion habe ich leider wieder 3 bis 4 Sekunden verloren und der Zug nach vorne war abgefahren, obwohl ich die restliche Renndistanz gleich schnell unterwegs war wie die Spitzengruppe.

Schade, denn es hätte ein starkes Rennen werden können. Aber Zwischenfälle wie diese passieren eben im Rennsport. In der Schlussphase habe ich mit letztem Risiko noch versucht an Jed Metcher vorbeigehen, zu dem es aber leider nicht mehr gereicht hat. Meine Platzierungen mit einem neunten und einem achten Rang reißen einen natürlich nicht vom Hocker aber nichtsdestotrotz können wir mit diesem Wochenende einigermaßen zufrieden sein. Zweimal war es etwas Pech im Spiel, aber insgesamt betrachtet sind uns Fortschritte gelungen und die konstant konkurrenzfähigen Rundenzeiten während dem zweiten Qualifying und der Rennen stimmen uns für die restliche Saison zuversichtlich und lassen mehr erwarten.” In jeden Fall sammelte Grünwald mit diesen zwei Top-10-Ergebnissen wertvolle Punkte für die Meisterschaft. Bei Halbzeit nimmt der Yamaha-Pilot Rang fünf in der Punktetabelle ein. Die SUPERBIKE*IDM 2013 macht jetzt eine Sommerpause, bevor es mit dem fünften Saison-Event Anfang August auf der Natur-Rennstrecke Schleizer Dreieck weitergeht.

Pressemitteilung Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft

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