Seglerin aus dem Chiemgau bei Olympischen Spielen in Tokio

Tina Lutz: „Wenn wir dabei sind, dann wollen wir auch um eine Medaille segeln“

Seglerin aus Bergen Tina Lutz bei den olympischen Spielen 2021 dabei.
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Die Seglerin Tina Lutz bei Olympia 2021 dabei.

Tokio/Chiemsee - Mit einem festen Ziel ist Seglerin Tina Lutz vom Chiemsee Yachtclub in das neue Jahr gestartet. Mit ihrer Partnerin Susann Beucke will sie Ende Juli bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio in der 49er-FX-Klasse eine gute Rolle spielen.

„Wenn wir da dabei sind, dann wollen wir auch um eine Medaille Segeln“, gibt sich die 30-Jährige aus Holzhausen bei Bergen optimistisch. Zuversichtlich ist Lutz auch, dass die Spiele trotz der Corona-Pandemie stattfinden werden. „Wir geben dafür Vollgas, sollte es am Ende eine Absage geben, kann man immer noch enttäuscht sein“, fügt sie hinzu.

So sind die beiden Seglerinnen gleich nach dem Jahreswechsel ins Trainingslager nach Vilamoura in Portugal aufgebrochen. Dort an der Atlantikküste herrschen ähnliche Bedingungen wie im Revier von Olympia in Tokio. Bereits im Dezember waren Lutz/Beucke dort drei Wochen zum Training und konnten sich über einen perfekten Verlauf des Trainingslagers freuen. Zuvor hatten die Beiden nach dem Gewinn der Europameisterschaft (Plus-Artikel) am Attersee eine mehrwöchige Pause eingelegt. Tina Lutz hat in dieser Zeit ihre Masterarbeit abgelegt, Susann Beucke einen Lehrgang bei ihrem Arbeitgeber, der Bundeswehr absolviert.

„Der Einstieg ins Segeln war dann natürlich sehr anspruchsvoll und es hat seine Zeit gebraucht, um wieder reinzukommen.“ Bis in den März soll es nun immer wieder Trainingsmaßnahmen in Portugal geben. Um die Reisen zu minimieren, will man einen fixen Trainingspunkt haben. „Wir haben großes Glück, dass wir eine Ausnahmegenehmigung haben um dort trainieren zu dürfen. Das ist unser Job und deswegen dürfen wir hier so einreisen“, freut sich das Duo, dass sich durch die Corona-Maßnahmen auch eine gewisse Flexibilität zugelegt hat.

Techniktrainer aus Argentinien an Bord

Neben ihrem Trainer Ian Baker kümmert sich auch nun Yago Lange um die technischen Abläufe im Boot. Der 32-jährige Argentinier war in der 49er-Klasse aktiv und mit seinem Bruder Klaus wurde er bei den Olympischen Spielen 2016 in Brasilien siebter. „Der Yago wird mit aufs Boot steigen und uns da aktiv und hautnah betreuten“, beschreibt es Tina Lutz und sagt erklärend dazu: „Diese Feinheiten sind sehr wichtig. Unser Sport auf diesem Niveau geht oft auch über die Grenzen hinaus. Zum Beispiel kann das Boot so in eine Welle eintauchen, dass es uns überschlägt.“

Ebenfalls ein wichtiger Baustein in der Vorbereitung auf Olympia ist Johannes Lukas. Der Trainer der schwedischen Biathleten ist der Personaltrainer von Tina Lutz. „Mit dem Johannes bin ich laufend in Verbindung. Ihm haben wir sehr viel zu verdanken“, so Lutz die im Sommer zusammen mit Beucke auch die Kieler Woche gewinnen (Plus-Artikel) konnte. Doch nicht nur sportlich sind die Seglerinnen gefordert, auch der logistische Aufwand ist bis zu Olympia in Tokio groß. Im Februar geht das Boot im Container per Schiff in die japanische Hauptstadt. Der Rest des Equipments wird im Flieger zu Olympia transportiert. „Das alles ist nicht ohne und muss genau geplant werden“, so Lutz.

Trotz der peniblen Vorbereitung bleibt die Unsicherheit wegen Corona. „Wir werden umfangreich getestet und waren immer negativ, so dass Quarantäne bisher kein Thema war. Auch in unserem Umfeld hat es bisher keine Einschläge gegeben.“ So müssen Tina Lutz und Susann Beucke das nächste halbe Jahr einen flexiblen Kopf bewahren und die Herausforderung annehmen. Fast kann man es mit den Verhältnissen beim Segeln vergleichen. „Meistens macht auch da der Wind was er will. Deswegen funktioniert es meistens nicht, alles vorauszuplanen. Das ist Lernen aus der Situation, bei der Olympiaqualifikation hatten wir das auch schon und wir sind gut damit umgegangen“, machen sich Lutz/Beucke im Interview mit dem Magazin „Coastwriter“ Mut.

SHu.

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