20 Jahre Waginger Ruderverein

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Die bisherigen Vorsitzenden (das mit der Frauenquote ist hier noch nicht so ganz umgesetzt worden....) von links nach rechts: Sebastian Tondorf (vorne), Peter Polklesener (hinten), Volker Gruhl (vorne), Albert Krumscheid (hinten), Holger Osterkamp (vorne)

Waging - Am 17. November feierte der Waginger Ruderverein im Strandkurhaus Waging sein zwanzigjähriges Bestehen. Dabei waren über einhundert Mitglieder.

Über einhundert Mitglieder und Begleiter des Rudervereins feierten, der 2. Bürgermeister Herrn Hans Kern, die Gemeinderätinnen Christine Rehrl und Martina Bogner durften begrüßt werden und auch der 1. Vorsitzenden des Waginger Segelclubs Herbert Schuster mit weiteren Mitgliedern

Die Torte "20 Jahre WRV" mit Mädels der Jugendabteilung

Thomas Stamm, Präsident des Bayerischen Ruderverbandes ließ herzlich grüßen und richtete auch die Glückwünsche des Verbandes aus, konnte aber aufgrund einer Terminüberschneidung nicht anwesend sein. Gleiches galt leider für den 1. Bürgermeister Herbert Häusl und auch den Vorsitzenden des TSV Beppo Hofmann.

Auszüge und Zusammenfassung der Festrede des Vorsitzenden Holger Osterkamp

„Bis 1991 wurde Rudern auf dem Waginger oder dem Tachinger See allenfalls mit Urlaubern im Gummiboot oder mit Anglern in Verbindung gebracht, die sich mit ein paar ruhigen Schlägen in Position brachten. Doch dann, im Frühjahr 1992 flitzte plötzlich ein lautloser Schatten über den See, immer wieder wurde er gesichtet …, schnell …, mit seltsamen Bewegungen …, geheimnisvoll...Immerhin, ein Anwohner der Seen wusste, was es mit der Erscheinung auf sich hatte … einer wusste Bescheid … und er machte sich auf die Suche …Jener aufmerksamen Beobachter und seine Frau, Peter und Gitta Polklesener, haben weiten Weg von Stralsund nach Waging auf sich genommen um bei der Feier des Waginger Rudervereins dabei zu sein“

Peter Polklesener war es auch, mit dem Holger Osterkamp zwar noch nicht vor 20, aber immerhin nun doch auch schon vor über 18 Jahren das allererste Mal im Leben in einem Sportruderboot sitzen durfte. An jenem Tag wagten die beiden sich gleich im Doppelzweier den halben Tachinger See hinauf. Am Morgen der 20-Jahr-Feier haben die beiden sich nach nach 17 Jahren erstmals wieder gesehen und sind zusammen mit anderen Vereinsmitgliedern gerudert. Da wurden Erinnerungen wach.

„Aber was hatte es denn nun auf sich mit dem lautlosen Schatten und dem aufmerksamen Beobachter? Ersterer war Albert Krumscheid in seinem Renneiner und Peter war schon seit langem auf der Suche nach einem Gleichgesinnten in dieser ansonsten völlig ruderfreien Region. Und als sie sich dann schließlich gefunden hatten, begann eine kleine aber feine Erfolgsgeschichte…

Zunächst fanden die beiden einen Standort im Campingplatz Gut Horn und betonierten gleich für einen alten Doppelzweier und zwei Renneiner zwei Bootsständer in den Rasen. Das zog Ärger nach sich und sie mussten sich umgehend eine neue Heimat suchen. Die fanden Peter und Albert beim Waginger Segelclub und am 24. Oktober 1992 gründeten Sie dort zusammen mit Gitta und mit Volker und Sandy Gruhl die Ruderabteilung. Vorsitzender wurde Peter Polklesener. Die Abteilung entwickelte sich in den Folgejahren prächtig.

  • 1994 wurde die erste Bootshalle gebaut, ein offener Unterstand der noch im ersten Jahr vergrößert werden musste, da bereits 13 Boote Platz brauchten. Mit den Jugendlichen Johannes und Katharina Patzelt beginnt erstmals eine Trainingsmannschaft mit dem Leistungsrudern unter Trainer Albert Krumscheid.
  • 1995 zählte die Abteilung 32 Mitglieder und der Waginger Ruderverein wird Mitglied im Bayerischen und im Deutschen Ruderverband. Peter und Gitta Polklesener zogen aus beruflichen Gründen nach Rügen und Albert Krumscheid übernahm den Vereinsvorsitz. In diesem Jahr wurde das erste ganz neue Boot gekauft, der Gig-Zweier/Dreier "Ruperti".
  • 1996 erscheint die Erstausgabe der Vereinszeitung "Dollenfett", eine erste Wanderfahrt auf Lahn und Rhein wird unternommen und der US-Doppelvierer trainiert beim Waginger Ruderverein für die Olympischen Spiele in Atlanta.
  • 1997 gibt es erste neu ausgebildete Fachübungsleiter, den erster Regattasieg für den Waginger Ruderverein durch Johannes Patzelt und es findet regelmäßig Rudern für blinde und sehbehinderte Menschen statt.
  • Die Abteilung wuchs was die Mitgliederanzahl und den Bootspark betraf kontinuierlich weiter. Daher gab es über ihre Zukunft schließlich doch zu unterschiedliche Vorstellungen zwischen Ruderern und Seglern. Im November wurde der Waginger Ruderverein e.V. mit 54 Mitgliedern gegründet und die Trennung von Segelclub beschlossen. Ein neues Domizil musste gefunden werden. Die Suche wurde intensiv von der Gemeinde Waging mit Ihrem damaligen Bürgermeister Sepp Daxenberger und dem Landratsamt Traustein unterstützt.
  • 1998 wurde die Bootshalle am Waginger See am Strandbad Seeteufel errichtet, in die eine Menge Geld des kleinen Vereins und noch viel mehr Eigenleistung flossen! Was dann folgte ist enorm!
  • Die erste Sportarbeitsgemeinschaft mit der Hauptschule Waging wird gegründet. In den darauffolgenden Jahren kommen noch vier weitere Schulen aus dem Landkreis Traunstein hinzu.
  • 1999 überschreitet der WRV die 100-Mitglieder-Marke, Volker Gruhl übernimmt den Vorsitz da Albert als Trainer einer großen Trainingsmannschaft ausgelastet ist.
  • 2000 bekommt der WRV einen größeren Steg, sein erstes Motorboot und seine erste Homepage!
  • 2001 hat der Waginger Ruderverein bereits 150 Mitglieder, der Kindervierer wird Landessieger und fährt beim Bundeswettbewerb mit
  • 2002 wird Sebastian Tondorf Vorsitzender des WRV und bleibt als erster über 2 Wahlperioden in diesem Amt
  • 2003 erringt die Trainingsmannschaft 51 Siege, u. a. sechs Bayerische Meistertitel, zwei Bronzetitel bei U17-Jahrgangsmeisterschaften, zwei Deutsche Sprintmeister. Der WRV richtet die Wasserspiele der Bayerischen Ruderjugend aus.
  • 2004 nimmt der WRV erstmalig an der 5-Seenregatta der österreichischen Nachbarvereine teil
  • 2005 wird Mathias Krumscheid Deutscher Jugendmeister im LG-Doppelvierer, und aus der 5-Seenregatta wird die 6-Seenregatta, da der Waginger Ruderverein nun offiziell mit dabei ist.
  • 2006 gibt es nach rückläufigen Mitgliederzahlen in den Vorjahren 44 Neuzugänge und es werden 44.703 Kilometer gerudert.
  • 2007 ist der Waginger Ruderverein erstmals Ausrichter der 6-Seenregatta und liefert dank tatkräftiger Hilfe der Mitglieder und der Unterstützung von Gemeinde, Feuerwehr, Wasserwacht, Segelclub, Strandkurhaus und mehreren Waginger Firmen einen glänzenden Einstand
  • 2008 übernimmt Holger Osterkamp den Vereinsvorsitz. Der Verein Behindertensportverband bei und gründet eine Adaptive Rowing Abteilung.
  • 2009 erringt Anke Molkenthin, seit 2007 Mitglied im WRV, im LTA mix Vierer mit Steuermann Silber beim Weltcup und die Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft in Poznan, Polen.
  • 2010 wollen wir nachdem unsere 6-Seenregatta so positives Echo von allen Teilnehmern bekommen hat, eine eigene, jährliche Regatta auf die Beine stellen und so findet im Oktober die 1. Waginger Breitensportregatta über 19 km um den Rupertipokal statt…wieder ein voller Erfolg. Und auch die Ergebnisse im LTA mix Vierer mit Steuermann mit Silber beim Weltcup und der Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft, diesmal in Hamilton, Neuseeland konnten wiederholt werden.
  • 2011 wird das Projekt Bootshausneubau der Mitgliederversammlung vorgestellt und die Vorstandschaft erhält die Zustimmung, dieses Projekt weiter zu verfolgen und Machbarkeit und Genehmigungsfähigkeit zu prüfen. Anke erringt zum dritten Mal Silber beim Weltcup im LTAmix 4+ und den 3. WM-Platz, diesmal in Bled, Slowenien und zugleich einen Quotenplatz für den Deutschen Ruderverband bei den Paralympics 2012 .
  • 2012: Anke Molkenthin errudert mit ihrem Team nicht nur eine neue Weltbestzeit im Vorlauf, sondern in einem ungeheuer spannenden Rennen die Silbermedaille bei den Paralympischen Spielen in London!!!

Die Baugenehmigung für unseren Bootshausneubau liegt vor. Derzeit sind die Finanzierungsplanung und die detaillierten Untersuchungen und Nachweise, dass der WRV neben der Refinanzierung auch den laufenden Unterhalt und Betrieb bestreiten kann in Arbeit.

Diese 20 Jahre Waginger Ruderverein können mit Recht als Erfolgsgeschichte bezeichnet werden. In einer Ruder-Diaspora aus dem Nichts einen solchen Verein ins Leben zu rufen und zu entwickeln, der seinen mittlerweile im Schnitt 170 Mitgliedern die ganze Bandbreite des Rudersports vom Breitensport übers Rennrudern bis zu Wanderfahrten in ganz Deutschland und Österreich bietet, der ihnen dazu 36 hochwertige Boote mit 79 Ruderplätzen zur Verfügung stellen kann und der in der Saison an sieben Tagen in der Woche im Schnitt 18 betreute Übungstermine organisiert, daneben noch 4 Anfängerkurse pro Jahr, 4 Schularbeitsgemeinschaften und diverse feste Veranstaltungen vom Frühjahr bis in den Winter, das kann sich doch sehen lassen und braucht keinen Vergleich scheuen!!

Hinter all dem stehen natürlich auch immer sehr viele engagierte Mitglieder. Zurzeit sind es im Geschäftsführenden und Erweiterten Vorstand 15, für den reibungslosen Ablauf bei den Übungsterminen und Kursen zeichnen bis zu 25 Mitglieder verantwortlich. Über die 20 Jahre waren es viele, viele Dutzend! Besonders die Jugend darf an dieser Stelle nicht vergessen werden! Auch sie ist immer zur Stelle, wenn Aufgaben im Verein anstehen, wenn Helfer bei den Kursen gebraucht werden, oder wenn es gilt, wunderschöne Tischdekorationen für 20-Jahrfeiern anzufertigen ;-) Euch allen will ich an dieser Stelle meine Hochachtung und meinen tiefen Dank aussprechen! Ihr habt Großartiges geleistet und ihr leistet Großartiges!“

Nach Sektempfang, der Rede des Vorsitzenden und dem gemeinsamen Essen à la carte gab es ein buntes Rahmenprogramm. Mit nahezu professionellem Charakter moderierte Michael Rosemann nicht nur durch den Abend, sondern sorgte zudem gemeinsam mit Lorenz Berger und der Ziach-Begleitung von Markus Helminger mit Gstanzl über Vorstandsmitglieder der letzten zwei Jahrzehnte und einer nicht immer ganz ernst gemeinten Bilderschow für uneingeschränkte Erheiterung. Die Mädels der Schülerriege

und der Trainingsmannschaft sangen eine Parodie und führten ein Sockentheater mit selbst erdachten Szenen aus dem nicht ganz üblichen Alltagsgeschehen des Vereins auf. Zum Radetzkymarsch erfolgte der Einmarsch des Jugendausschusses mit einem riesigen selbstgebackenen und selbstdekorierten Kuchen mit dem Schriftzug „20 Jahre WRV“ und zwei Einern auf wasserfarbenem Grund. Es wurde geredet, gefeiert und getanzt bis weit in den nächsten Morgen hinein.

Pressemitteilung Waginger Ruderverein

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