Wasserburg Außenseiter

Diana Pop, die Rumänin im Wasserburger Team, trifft am Sonntag auf alle Fälle auf ihre Landsleute.
+
Diana Pop, die Rumänin im Wasserburger Team, trifft am Sonntag auf alle Fälle auf ihre Landsleute.

Wasserburg - Nach elf Jahren 1. Liga, sechs Meisterschaften und vier Pokalsiegen, betritt der TSV Wasserburg an diesem Wochenende wieder einmal Neuland.

Erstmals steht der deutsche Meister in der Endrunde um einen internationalen Titel und darf als Krönung dieses Highlight am Wochenende sogar noch ausrichten.

Am Samstag und Sonntag kürt die Central European Woman League (CEWL) in der Badria-Halle ihren Champion. Es bewerben sich neben dem deutschen Spitzenclub noch Titelverteidiger ICIM Arad, CSM Satu Mare (beide Rumänien) und KARA Trutnov (Tschechien), am Samstag, 18 Uhr, erster Gegner von Wasserburg. "Wir sind krasser Außenseiter und können ohne Druck in dieses Wochenende gehen", macht Coach Hans Brei deutlich. "Natürlich wollen wir das Halbfinale am Samstag gewinnen und unseren treuen Fans guten Basketball bieten, aber die Konkurrenz ist stark!"

Arad und Trutnov, die Sieger der Vorrundengruppen, gelten als klare Favoriten. CEWL-Titelverteidiger Arad hat nach sechs Matches eine weiße Weste, gewann zu Hause und auswärts gegen Wasserburg, VS Prag und Slovanka MB (beide Tschechien). Trutnov war ebenso souverän gegen Poprad (SVK) und Brünn (CZE), ehe es im letzten Auswärtsspiel bei Satu Mare eine 74:87-Niederlage gab. Diese konnten die Damen aus Tschechien aber verschmerzen, da sie das Heimspiel mit 25 Punkten Unterschied gewonnen hatten und so der direkte Vergleich kein Problem war. Satu Mare kassierte in der Vorrunde ebenfalls nur diese eine Niederlage, dürfte also ähnlich stark einzuschätzen sein wie Gruppensieger Trutnov. Wasserburg dagegen zitterte sich zum zweiten Platz hinter Arad. Erst ein Overtime-Sieg in Prag sicherte diesen, außer Arad (zweimal) unterlag man auch bei Slovanka MB.

Welchen Stellenwert die CEWL für die rumänischen Clubs besitzt, zeigen die Neuverpflichtungen zu Weihnachten: Arad hat vom rumänischen Cupsieger Targoviste mal eben schnell zwei der besten Spielerinnen abgeworben: Paula Cristina Ciocan (ROM) und Chrissy Givens (USA). Zudem kam die Bosnierin Alma Kovacevic vom rumänischen Hauptstadtclub Bukarest. Drei erfahrene Spielerinnen, die den großartigen Kader des amtierenden rumänischen Meisters noch mehr Tiefe verleihen. Satu Mare vertraut seit Weihnachten auf die Dienste von Shanika Freeman, die in Wasserburg nur zwölf Spiele lang unter Vertrag stand. Sie wird sicher beweisen wollen, dass es ein Fehler war, sie gehen zu lassen. Außerdem ist US-Girl Khadija Whittington neu beim rumänischen Vizemeister.

Auf einen eingespielten Kader voller junger Talente vertraut dagegen Kara Trutnov, das in der starken tschechischen Extraliga auf Rang drei hinter USK Prag und Frisco Sika Brünn steht. Nationalspielerin Darina Misurová ist Dreh- und Angelpunkt des Spiels von Trutnov. Mit ihrem schnellen Antritt und den unwiderstehlichen Dribbling reißt die Aufbauspielerin regelmäßig Löcher in die gegnerischen Abwehrreihen. Misurová auszuschalten ist praktisch unmöglich, doch wenn es Wasserburg schafft, ihre Kreise etwas einzuengen, ist man im Halbfinale nicht chancenlos.

Nach der enttäuschenden Vorstellung vergangenen Samstag bei den Rhein-Main Baskets ist beim deutschen Meister der Alltag eingekehrt. Im Training wird hart gearbeitet, die Mannschaft präsentiert sich hier besser als in den Matches, doch für Trainingsleistungen bekommt man bekanntlich nur Fleißpünktchen. "Sie verkrampfen im Spiel einfach, wollen zu viel, und wenn dann die ersten Aktionen misslingen, geht die Leistungskurve nach unten. Da kommen diese beiden Spiele gerade recht, denn am Wochenende gibt's kaum Druck", meint Brei. Seine Damen sollen sich ausgerechnet gegen starke internationale Konkurrenz Selbstvertrauen für die Liga holen. Denn schon am Dienstag geht's mit dem wichtigen Heimspiel gegen Chemnitz weiter. Den deutschen Doublesieger hat über all die Jahre ausgezeichnet, dass er selbst in schwachen Phasen die wichtigen Spiele noch gewonnen hat. In dieser Saison klappt das noch nicht so richtig. Am Samstag wäre ein guter Tag, damit anzufangen.

Der Spielplan

Samstag, 15 Uhr: ICIM Arad - CSM Satu Mare; 18 Uhr: TSV Wasserburg - Kara Trutnov

Sonntag, 11 Uhr: Spiel um Platz 3; 14 Uhr: Finale

Karten, auch einige wenige VIP-Tickets, sind noch in allen Kategorien erhältlich. Die Tageskasse öffnet am Samstag um 13.30 Uhr.

Am Samstag und Sonntag sind verschiedene Einlagen im Laufe des Tages geplant: zum Beispiel treten die Faschingsgarden aus Amerang, Reichertsheim und Wasserburg auf. Und die Behindertenbasketballer aus Rosenheim und Attl bestreiten ein kurzes Showmatch.

fd/Oberbayerisches Volksblatt

Kommentare