Wasserburg

Wasserburg mit Sorgen vor Finale

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Die Spielführerin fehlt: Katharina Kühn vom TSV Wasserburg fällt heute im fünften Spiel in Saarlouis wegen einer Achillessehnenverletzung aus.

Das Highlight der Damenbasketball-Bundesliga steht bevor: das fünfte und alles entscheidende Finale zwischen den Saarlouis Royals und dem TSV Wasserburg (Donnerstag, 20 Uhr).

Für den Titelverteidiger geht damit eine Saison mit etlichen Höhen und vielen Tiefen zu Ende. Nur, gibt's ein Happy End? Angesichts der Umstände wäre eine erneute Titelverteidigung schlichtweg eine Sensation: denn zum einen müsste das Team von Hans Brei beim eminent heimstarken Pokalsieger bestehen.


Im Saarland ist eine regelrechte "Basketballmania" ausgebrochen, über 2000 Zuschauer werden in der Saarlouiser Stadtgartenhalle erwartet, wo sich der deutsche Meister vergangenen Freitag noch eine herbe Schlappe (71:89) eingefangen hat. Und zum anderen plagt den fünffachen Titelträger seit Sonntag ein viel größeres Handicap: der Auswärtssieg muss ohne Kapitän Katharina Kühn gelingen. Der vermeintliche Muskelfaserriss hat sich als Anriss der Achillessehne entpuppt. Die Nationalspielerin wurde bereits operiert.

"Ich wurde optimal versorgt, soweit geht's mir ganz gut", berichtet die Nationalspielerin vom Krankenbett. "Nur das mit den Rebounds werde ich bis Donnerstag nicht ganz hinbekommen." Die Ärzte rechnen mit drei Monaten Pause für die 28-Jährige. Damit fehlt Brei die physisch stärkste Spielerin, die beste Rebounderin, eine echte Führungsfigur. Ihr Ausfall ist nur "sehr, sehr schwer zu kompensieren. Wir brauchen eine Topleistung der gesamten Mannschaft. Drei oder vier in Bestform werden nicht reichen."


Jede muss ein paar Prozent mehr geben

Auf einem guten Weg sieht der Coach zum Beispiel Corry Berger, die schon am Sonntag für Kühn mit 15 Punkten in die Bresche sprang und im Training sehr selbstbewusst wirkte. "Katha fehlt uns hinten und vorne, ihre Verletzung ist tragisch. Aber jetzt ist jede einzelne gefordert für sie noch ein paar Prozent mehr zu geben und den Titel zu holen", meint die Centerin.

Auf genau diese Reaktion seines Teams hofft Hans Brei, der den Titelverteidiger nicht chancenlos sieht. Entscheidend sei, wie viel Druck Wasserburg in der Verteidigung entwickeln kann, damit Saarlouis nicht ständig in unmittelbarer Korbnähe punktet. "Wir müssen präsent sein und dürfen nur wenige Offensivrebounds abgeben. Der Schüssel dazu ist, Celeste Trahan-Davis irgendwie unter Kontrolle zu halten", sagt der Coach. Die US-Amerikanerin macht in dieser Serie pro Partie durchschnittlich 20 Punkte und greift sich 13 Rebounds.

Einen kleinen Vorteil hat der deutsche Meister vermutlich: den der besseren Nerven, denn alle engen Partien zwischen diesen beiden Teams gingen zuletzt an Wasserburg. Die Spiele zwei und vier dieser Serie, die Vorrundenpartie in Saarlouis (100:95 n.V.) und das entscheidende Match der letzten Saison, das der deutsche Meister mit 75:73 in Saarlouis gewann. Bedingung für ein solches erneutes Happy End: "Wir müssen irgendwie die ersten 30 Minuten überstehen, dann ist alles möglich", prophezeit Brei.

Live in Charivari und im Sea You

Die Wasserburger Fans treffen sich ab 19.45 Uhr in der Badria-Gaststätte "Sea you", um das Spiel live auf einer Großbildleinwand zu verfolgen. Radio Charivari Rosenheim (96,7) berichtet live in Einblendungen vom fünften Finale. fd

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