Zwiespältige Erinnerungen an Aindling

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Kapitän Franz Höhensteiger war als einziger Spieler schon vor elf Jahren dabei, als das letzte Bayernliga-Duell der Sechziger gegen Aindling stattfand.

Es sind recht zwiespältige Erinnerungen, die Franz Höhensteiger mit dem TSV Aindling verbindet, Erinnerungen zwischen grenzenlosem Jubel und tiefer Depression.

Vor dem Aufeinandertreffen mit den Schwaben am heutigen Freitagabend (19.30 Uhr) im Jahnstadion gehen die Gedanken zurück in die Saison 1997/98, als der TSV 1860 Rosenheim zum letzten Mal in der Fußball-Bayernliga gegen Aindling um Punkte kämpfte. Als Einziger aus der heutigen Mannschaft war damals Höhensteiger dabei, der Kapitän, und für ihn war der TSV Aindling aus zweierlei Hinsicht ein ganz besonderer Gegner.

Im Hinspiel nämlich feierte man mit dem 2:1 am sechsten Spieltag den ersten Saisonsieg nach der Rückkehr in die Bayernliga, recht glücklich zwar, aber danach sollte später keiner mehr fragen. Es herrschte große Erleichterung. Doch bis zum Ende der Hinrunde folgte nur noch ein einziger Dreier, Trainer Reinhold Mathy musste gehen, für ihn kam Andi Singer. Mit Singer schöpfte man neue Hoffnung, gewann noch dreimal vor der Winterpause. Und fuhr zum ersten Spiel im neuen Jahr voller Zuversicht ans Schüsselhauser Kreuz.

"Wir hatten ein tolles Trainingslager in Italien, fühlten uns stark", erzählt Höhensteiger. Bis zur Pause hielt man ein 0:0, doch dann ging's dahin. 0:5, "das war genau das falsche Signal", von da an war der Weg zurück in die Landesliga vorgezeichnet.

Nun trifft man wieder auf Aindling, die Vorzeichen sind andere. Doch auch diesmal lastet ein gewisser Druck auf der Kathrein-Elf. Man ist zwar seit fünf Spieltagen ungeschlagen, hat aber auch in den letzten drei Spielen nicht mehr gewonnen. "Unentschieden bringen dich nicht recht weiter", weiß Christoph Schiller, der Co-Trainer, und verweist auf die Tabelle, die den TSV 1860 nur einen Zähler vor dem Relegationsplatz führt. Und deshalb ist Schillers Wunsch nur zu verständlich: "Wenn wir schlecht spielen, aber gewinnen, könnte ich damit leben."

Top-Torjäger

Zuletzt ist es nämlich eher andersherum gewesen, mit dem Auftritt beim 1:1 in Seligenporten waren Spielertrainer Manfred Burghartswieser und sein Co recht zufrieden gewesen, nicht aber mit der Ausbeute. Schiller nimmt das Team in die Pflicht, sagt: "Die mangelnde Chancenverwertung ist eine Kopfsache, man kann Tore auch erzwingen. Bei einem 100-m-Läufer reicht es auch nicht, 95 Meter gut zu laufen. Man muss auch über die Ziellinie gehen."

Nun hoffen die Trainer, dass ihre Mannschaft in dieser Hinsicht keinen Anschauungsunterricht bekommt vom Gast. Der nämlich hat mit Christian Doll, ausgebildet beim FC Bayern, einen Top-Torjäger auf dem Platz, der in dieser Saison schon siebenmal für seinen neuen Klub getroffen hat. Daneben ist mit Florian Hönisch Aindlings Goalgetter der letzten Saison zurück und hat sich mit dem Siegtor gegen Bayreuth, einem tollen Fallrückzieher, gleich wieder Respekt verschafft.

Doch auch das eigene Team hat ja schon gezeigt, dass es stark genug für die Bayernliga ist. Nur eben sollte man die gut heraus gespielten Möglichkeiten auch nutzen.

hü/Oberbayerisches Volksblatt

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