Bayernliga-Basketballer des TVT unterliegen bei Schlusslicht Heising-Kottern mit 64:66

Weichen auf Abstiegskampf

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Stefan Gruber waren die Nachwirkungen seiner Knöchelverletzung beim Gastspiel im Allgäu noch deutlich anzumerken.

Traunstein - Mit gemischten Gefühlen trat die Erste Herrenmannschaft des TV Traunstein am Sonntag ihre Reise ins ferne Allgäu an. Einmal mehr hatte man vor dem Gastspiel beim Tabellenletzten SG Heising-Kottern zahlreiche Ausfälle zu beklagen. So standen Valentin Rausch, Stefan Schnellinger, Andreas Schmidmayer und Marinko Varnica allesamt nicht zur Verfügung. Auf der anderen Seite standen die Rückkehr von Leistungsträger Benedikt Aumeier sowie das langersehnte Comeback von Flügelspieler Julian Rosnitschek, der seit der September an den Folgen einer Kreuzband-OP laboriert hatte. Überraschenderweise konnte auch Stefan Gruber wieder mitwirken. Der Topscorer des TVT wurde nach positivem Heilungsverlauf seiner Knöchelverletzung und der Untersuchung durch einen Spezialisten aus den USA kurzfristig für spielfähig erklärt. Unter diesen Vorzeichen schien der so dringend benötigte Sieg gegen den Tabellenletzten für das Team von Enes Tadzic durchaus machbar zu sein. Dass Theorie und Praxis allzu oft nicht ganz miteinander einhergehen wollen, sollte dem TVT allerdings recht früh vor Augen geführt werden. Offensiv agierte man vom Start weg recht einfallslos und ließ sowohl am, als auch abseits des Balles die nötige Bewegung und Spritzigkeit vermissen. Statt gezielt die zuletzt so heiß gelaufenen Schützen in gute Wurfposition zu bringen, wurde anfangs in altbekannter Manier versucht, Stefan Gruber im Eins-gegen-Eins in Szene zu setzen. Unter normalen Umständen ein durchaus probates Mittel, dieses Mal schien die Aufgabe für den noch sichtlich unsicheren und angeschlagenen Traunsteiner Topscorer jedoch eher undankbar.

Defensiv lautete die Devise von Enes Tadzic, die Kreise des Amerikaners James Townsend so gut wie möglich durch geschicktes Doppeln einzuschränken. In der Halbfeld-Verteidigung konnte dies oftmals gut umgesetzt werden, wodurch Heising-Kottern so manchen Ballverlust erleiden musste. Jedoch agierte der TVT im Umschaltspiel zu lethargisch. Dadurch gelang es dem Heimteam regelmäßig, einfache Punkte in Form von Schnellangriffen zu generieren oder die Defensive zu Fouls zu zwingen. Insgesamt vier unsportliche Fouls auf Seiten der Chiemgauer sprechen hierfür eine deutliche Sprache. In einem äußerst zerfahrenen Spiel vermochte sich keine Mannschaft weit abzusetzen. Stefan Gruber bescherte dem Turnverein durch einen Dreier mit der Schlusssirene immerhin die 30:28-Halbzeitführung. In der Pause gab der Traunsteiner Trainer seinen Schützlingen mit auf den Weg, weiterhin Druck zu machen und sich nicht auf ein Nachlassen des Gegners im weiteren Spielverlauf zu verlassen. Dennoch bot sich nach Seitenwechsel ein ähnliches Bild. Anstelle von Gruber, der seiner Verletzung nach starker erster Hälfte nun mehr und mehr Tribut zollen musste, waren es nun Rosnitschek und Aumeier, die mit starken Einzelaktionen in die Bresche sprangen. Immer wieder versuchten sie zum Korb zu penetrieren und den körperlich überlegenen Gegenspielern Fouls anzuhängen. Durch das folgende Absinken der Verteidigung boten sich nun endlich auch Räume für Thomas Weber, der diese in gewohnt effizienter Art und Weise zu nutzen wusste.


Heising-Kottern hielt jedoch erfolgreich dagegen. Die Kontrahenten waren sich der immensen Bedeutung der Partie mehr als bewusst, es wurde nun zunehmend hitziger. Auf beiden Seiten haderte man mit den Entscheidungen der Unparteiischen. Unglücklicherweise vermochten sie es aber nicht, das Spiel unter Kontrolle zu halten. All dies gipfelte im Ausschluss des Heisinger Flügels Mario Smith in der 35. Minute, der den Schiedsrichtern aufgrund einer bedrohenden Geste in Richtung Franz Hells keine andere Wahl ließ. Kapitän Weber ermahnte die Seinen, ruhig zu bleiben und sich von alledem nicht beeinflussen zu lassen. Anschließend konnte sich sein Team bis zwei Minuten vor Schluss eine halbwegs komfortable Führung von fünf Punkten erarbeiten. Eine als unsportlich eingestufte Verteidigungsaktion Benedikt Aumeiers bei einem Schnellangriff der Heimmannschaft brachte Enes Tadzic dermaßen in Wallung, dass seine Unmutsbekundungen mit einem technischen Foul quittiert wurden. Der Heisinger Kapitän Maximilian Schrenker zeigte in der Folge jedoch Nerven an der Freiwurflinie und konnte nur einen seiner drei Versuche im Korb unterbringen. Weber nutzte abermals die Pause, um sein Team zur Aufmerksamkeit zu beschwören und auf keinen Fall vom gegnerischen Topscorer abzulassen. Dies sollte sich leider als böse Vorahnung erweisen.

Als wäre er von der Rede inspiriert worden lief Townsend im Anschluss heiß und erzielte mit freundlicher Unterstützung der Traunsteiner Reboundarbeit, die sich zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt in die Betriebsferien verabschiedet hatte, sieben Punkte in Folge. Nach einem knapp verpassten Dreipunktwurf Thomas Webers blieben den Gastgebern 25 Sekunden, um die sich nun im Gleichstand befindende Begegnung noch in der regulären Spielzeit zu entscheiden. Dem ersten Heisinger Ansturm konnte der TVT noch standhalten, doch auf Umwegen gelangte das Spielgerät erneut in die Hände von Maximilian Schrenker. Dieser hatte zur Freude der Zuschauer nun sein Wurfglück wiedergefunden und schloss im Zurückfallen erfolgreich über die Arme seines Verteidigers ab. Nach Überprüfung der Spieluhr entschieden die Offiziellen, dass den Gästen beim Stand von 64:66 noch eine letzte Sekunde bleiben sollte, ihren Fehler wieder gutzumachen. Enes Tadzic nutzte eine Auszeit, um seinem Team den finalen Spielzug zu erklären. Tatsächlich konnte beim folgenden Einwurf genug Platz für den bis dato so treffsicheren Thomas Weber geschaffen werden, der einen den Umständen entsprechend recht offenen Dreipunktewurf loswerden konnte. Die Schiedsrichter erklärten allerdings das Spiel noch bevor der Ball die Hand des Schützen verlassen hatte für beendet, wodurch jegliche Diskussion um ein im Raum stehendes Foul in der Wurfbewegung im Keim erstickt wurde.


Schlussendlich mussten die Traunsteiner den langen Heimweg mit der grausamen Gewissheit antreten, dass man erneut ein knappes Spiel durch eigenes Unvermögen aus der Hand gegeben hatte und sich dadurch nun endgültig im Abstiegskampf befindet. Die Chance auf eine erste Wiedergutmachung besteht bereits am kommenden Sonntag, wenn die Hellenen aus München in der Thoma-Halle zu Gast sind.

Für den TV Traunstein spielten: Thomas Weber (18/4 Dreier), Benedikt Aumeier (15/1), Stefan Gruber (12/2), Julian Rosnitschek (8), Lukas Schwankner (6/2), Franz Hell (4), Alexander Guggenberger (1), Sebastian Kösterke, Simon Haunerdinger und Sebastian-Brian Foltys.

AG/SK (Pressemitteilung TV Traunstein Basketball)

Quelle: chiemgau24.de

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