TVT-Basketballer blicken auf äußerst erfolgreiches Spielwochenende zurück

Befreiungsschlag in der Liga, Überraschung im Pokal

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Thomas Webers umstrittene Disqualifikation verkam am Samstag zur Schlüsselszene des Bayernliga-Thrillers.

Traunstein - Nach 40 nervenaufreibenden Spielminuten konnte man die Erleichterung aller Beteiligten am Samstagabend förmlich greifen. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung bezwang die Herren I die SG Heising-Kottern vor über 100 Zuschauern in der heimischen Ludwig-Thoma Halle mit 79:74. Durch den Sieg gegen einen direkten Verfolger verschaffte man sich weiter Luft im Kampf um den Klassenerhalt. Beflügelt von dem Erfolg in der Bayernliga gelang tags darauf noch eine kleine Sensation. Durch einen 88:84-Erfolg gegen den TSV Weilheim gelang dem TVT der Einzug ins Viertelfinale des Bayernpokals.

Die Ausgangssituation hätte für beide Teams nicht prekärer sein können. Vor dem Wochenende rangierte die erste Herrenmannschaft des Turnvereins nur einen Sieg vor der Allgäuer Spielgemeinschaft, die als Elfter den ersten von zwei fixen Abstiegsplätzen belegte. Die Mannschaft von Enes Tadzic agierte ob der enormen Wichtigkeit der Partie in den ersten Minuten sichtlich nervös und musste drei schnelle erfolgreiche Dreipunktewürfe der Gäste hinnehmen. Insbesondere der Neuzugang aus der Pro B, Fabian Feil, sowie US-Import James Townsend stellten die Defensive vor erhebliche Probleme. Angeführt von Thomas Weber konnten die Traunsteiner den anfänglichen Rückstand jedoch kontern und schlossen bis zur Viertelpause auf 15:19 zu den Gästen auf. Im folgenden Abschnitt stellte Markus Haindl seine individuelle Klasse eindrucksvoll zur Schau. Der wendige Guard versetzte ein ums andere Mal seine Verteidiger und avancierte zum spielbestimmenden Akteur. Allein 18 seiner insgesamt 22 Punkte erzielte er in dieser Phase und sicherte dem TVT somit die knappe Halbzeitführung (43:42). Nach der Pause übernahm Townsend, der insgesamt 30 Punkte erzielen sollte, das Ruder für die Gäste. Zwei erfolgreiche Dreier von Weber sorgten für Schadensbegrenzung, jedoch konnte sich Heising-Kottern bis zur Mitte des dritten Viertel erstmals deutlich absetzten (53:60).

Nach einem Foulpfiff an der Traunsteiner Zone kam es in Minute 27 zur Schlüsselszene des Spiels. Während eines hitzigen Wortgefechts holte James Townsend zum Schlag aus und traf Thomas Weber am Kinn, woraufhin dieser schmerzverzerrt davon torkelte. Anstelle des US-Imports wurde jedoch zum Erstaunen von Fans und Mitspielern Thomas Weber von den Schiedsrichtern aufgrund angeblicher Schauspielerei direkt der Halle verwiesen. Ohne ihren treffsicheren Kapitän zeigten die Traunsteiner, welche nun noch lautstarker durch das großartige Publikum unterstützt wurde, eine fulminante Reaktion. Aufopferungsvoll kämpften sie sich bis zum Viertelende Punkt für Punkt an die Gäste heran (62:63). Im letzten Abschnitt glich die Ludwig-Thoma Halle einem wahren Hexenkessel. Marko Vasic bewies bei zwei schnellen Abschlüssen eine ruhige Hand, Julian Rosnitschek legte direkt nach und brachte die Hausherren in der 32. Minute mit 68:65 in Front. Feil und Townsend konterten umgehend, nach einem Dreier von Stefan Gruber schafften abermals die Gäste den Ausgleich. Beim Stand 71:71 konnte Valentin Rausch mit einem Drei-Punkt-Spiel die Führung der Heimmannschaft wiederherstellen. Knapp 90 Sekunden vor dem Ende kam es für die Allgäuer doppelt bitter: Fabian Feil trat in der Rückwärtsbewegung auf die Auslinie und verletzte sich dabei ohne Kontakt eines Gegenspielers schwer am Knie.

Erbost über die Leistung der Schiedsrichter, denen nicht erst in der hektischen Schlussphase sichtlich die Kontrolle über die Partie entglitten war, kassierten Gästecoach Koch und die Heisinger Bank zum Ende drei technische Fouls in Folge. Der nervenstarke Valentin Rausch brachte alle fälligen Freiwürfe im Korb unter und entschied somit das Spiel zugunsten der Traunsteiner. Mit nun zwei Siegen Vorsprung auf die Abstiegsplätzen sowie dem gewonnenen direkten Vergleich gegen die beiden Schlusslichter Heising-Kottern und Grünwald verschafft sich der TVT vorerst Luft im Kampf um den Klassenerhalt und klettert sogar auf den neunten Rang, punktgleich mit dem Zehnten SB DJK Rosenheim II.

Nur 15 Stunden nach dem umjubelten Erfolg in der Liga konnten die Traunsteiner Basketballer im Bayernpokal nachlegen und bezwangen den TSV Weilheim überraschend mit 88:84 nach Verlängerung. In einem hochklassigen Spiel erwischte der Regionalligist den besseren Start und setzte sich bis zur Mitte des ersten Viertels erstmals ab (8:17). Nach einer Auszeit kam der TVT jedoch besser ins Spiel, stoppte die Angriffe der Gäste und übernahm mit einem 12:2-Lauf sogar die Führung. Im zweiten Abschnitt hielt vor allem Marko Vasic mit sechs Punkten dagegen, jedoch griffen die Mechanismen der Weilheimer nun besser. Sie zeigten sich sowohl von jenseits der Dreipunkt-Linie als auch in Korbnähe äußerst treffsicher und zogen bis zur Halbzeit bis auf 46:39 davon. Nach der Pause übernahm auf Seiten des Heimteams das Trio Rausch, Weber und Rosnitschek, das alleine 26 der 27 Traunsteiner Punkte im dritten Viertel erzielte und auch in der Verteidigung zahlreiche gegnerische Ballverluste erzwang. In einem ausgeglichenen vierten Abschnitt konnte sich weder Weilheim noch der TVT entscheidend absetzen, bei ausgeglichenem Spielstand sollte auch in der letzten Spielminute kein Ball mehr den Weg in den Korb finden. In der folgenden fünfminütigen Verlängerung agierten die Traunsteiner geschickter und belohnten sich schließlich mit dem Einzug ins Viertelfinale. Vor der Spielrunde im März heißt es aber zunächst, den Aufwärtstrend gegen die Münchner Hellenen sowie den SB Rosenheim - zwei schwere, aber machbare Gegner in der Bayernliga - zu bestätigen.

Für den TVT spielten am Wochenende (gegen die SG Heising-Kottern/ gegen den TSV Weilheim): Markus Haindl (22/8), Thomas Weber (12/16), Marko Vasic (12/11), Valentin Rausch (12/20), Stefan Gruber (11/13), Sebastian Kösterke (4/0), Julian Rosnitschek (4/18), Franz Hell (2/-), Lukas Schwankner(0/2), Frederik Jürgens und Sebastian-Brian Foltys.

SG/SK (Pressemitteilung TV Traunstein Basketball)

Quelle: chiemgau24.de

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