Batman, Carrie & Co. auf der Couch

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Batman hat einen psychischen Knacks, meint Diplompsychologin Heidi Möller.

Kassel - Von Schweigepflicht hält Diplompsychologin Heidi Möller in diesem Fall nicht viel. In einem Buch analysiert sie die psychischen Störungen von Filmfiguren.

Die Diagnose der Psychologie-Professorin der Universität Kassel über Batman ist eindeutig: “Der hat eine schwere Persönlichkeitsstörung.“ Weil er als kleiner Junge früher aus einer Oper gehen möchte, werden seine Eltern überfallen und niedergeschossen. Er fühlt sich verantwortlich und leidet unter Alpträumen, Einschlafstörungen und emotionalem Erstarren. “Eine posttraumatische Belastungsstörung“, sagt Möller. Doch er stellt sich dem Trauma und kämpft gegen das Böse - auch als Selbsttherapie.

Zusammen mit ihrem Münsteraner Kollegen Stephan Doering hat Möller das Buch “Batman und andere himmlische Kreaturen - Nochmal 30 Filmcharaktere und ihre psychischen Störungen“ herausgebracht. Darin geht es um soziale Phobien, multiple Persönlichkeitsstörungen wie in “Fight Club“ oder Zwangsstörungen wie bei Jack Nicholson als Melvin Udall in “Besser geht's nicht“.

Ein anderer Fall ist der Star aus “Sex and the City“, Carrie Bradshaw. Jahrelang sehnt sie sich nach ihrem Mr. Right, doch der lässt sie vor dem Traualtar stehen. “Sie besteht darauf, ein Opfer zu sein, und geht nicht in die Auseinandersetzung“, analysiert Möller. Die Diagnose: eine schwere depressive Episode. “Das ist überzeugend gespielt. Sie zeigt das gut“, lobt Möller die Schauspielerin Sarah Jessica Parker. Solche Filme und Serien seien auch so erfolgreich, weil sich viele Zuschauer darin wiederfänden, betont die Psychologin. “Während des Films kann der Zuschauer seine eigenen Erlebnisse betrauern. Und dann gibt es ein Happy End.“

dpa

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