Ex-RTL-Star und Paradiesvogel verschwand auf Kreuzfahrt

Das Ende einer Tragödie? Daniel Küblböck soll nach zwei Jahren für tot erklärt werden

Daniel Küblböck
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Daniel Küblböck gilt seit knapp zwei Jahren als verschollen.

Passau - Entertainer und Musiker Daniel Küblböck soll für tot erklärt werden. Seit September 2018 gilt der damals 33-Jährige als verschollen. Der Schauspielschüler verschwand vor der Küste Kanadas von Bord des Kreuzfahrtschiffes „AIDAluna“.

Es war eine Nachricht, die am 9. September 2018 ganz Deutschland entsetzte: Auf dem Weg von Hamburg nach New York verschwand plötzlich Passagier und Promi Daniel Küblböck. Ein Aufschrei ging durch die Medien. Die Vermutung: Daniel Küblböck sei von Bord des Kreuzfahrtschiffes „AidaLuna“ gesprungen – seitdem gilt der Sänger und Entertainer als vermisst. Im nächsten Monat jährt sich das Verschwinden bereits zum zweiten Mal.

Amtsgericht Passau: „Der Verschollene wird aufgefordert,...“

Nun soll der damals 33-Jährige für tot erklärt werden. Dies ist einer Anzeige, einem sogenannten Aufgebot, des Amtsgerichts Passau zu entnehmen, welche in der Passauer Neuen Presse veröffentlicht wurde. Dort heißt es wörtlich: „Herr Kaiser-Küblböck Daniel Dominik gilt seit dem 09.09.2018 als verschollen in Neufundland/Kanada, Nordatlantik ca. 185 km nördl. St. Johns. Der Verschollene wird aufgefordert, sich bis spätestens 25.09.2020 beim Amtsgericht Passau (...) zu melden, widrigenfalls er für tot erklärt werden kann. Ferner ergeht die Aufforderung an alle, die Auskunft über den Verschollenen geben können, dem Gericht bis zu dem angegebenen Zeitpunkt Anzeige zu machen.“ Küblböck hat zwar zuletzt in Berlin gelebt, war aber weiterhin im Kreis Passau gemeldet. 

Der Vater des Entertainers Daniel Kaiser-Küblböck hatte bereits im Frühjahr 2019 angekündigt, seinen Sohn für tot erklären zu lassen. Er wolle mit dem Vermisstenfall abschließen. „Ich werde ihn für tot erklären lassen. Wir müssen irgendwann diesen Schritt gehen, weil es abgeschlossen werden muss“, sagte Günther Küblböck damals der Bild-Zeitung.

Vater von Küblböck: „Er litt unter einer Psychose“

Der 33-jährige Sänger und Schauspielschüler verschwand am 9. September 2018 vor der Küste Kanadas von Bord des Kreuzfahrtschiffes. Die Ermittler und der Vater gehen von einem Suizid aus. „Daniel war nicht mehr er selbst. Er litt unter einer Psychose“, sagte sein Vater. Hinweise auf Fremdeinwirkung habe es demnach nicht gegeben. Zudem zeige ein Überwachungsvideo des Kreuzfahrtschiffes, wie zur fraglichen Zeit eine Person von Bord springe. Die Passauer Staatsanwaltschaft hatte Ende Februar noch erklärt, die Ermittlungen zum Verschwinden seien noch nicht abgeschlossen.

Bizarres Verhalten von Daniel Küblböck

Küblböck soll vor seinem Verschwinden an Bord des Schiffes durch sein bizarres Verhalten aufgefallen sein. Demnach sei er aggressiv gewesen und habe die meiste Zeit Frauenkleidung getragen. Auf einem Instagram-Profil „Aida“, welches er offenbar ins Leben gerufen hatte, präsentierte er sich auf den Bildern als Frau, trug unter anderem Lippenstift, Perlenkette und Ohrringe. Dazu schrieb er die Worte: Veränderung und transsexuell.

Mehrfach habe der DSDS-Kandidat auch umziehen müssen, „weil niemand neben ihm wohnen wollte, weil er wohl gesungen hat, gegen die Wände gesprungen ist“, berichtete eine Passagierin gegenüber RTL-Exklusiv. „Er wirkte innerlich zerrissen. Manchmal lachte er überschwänglich, war kontaktfreudig und machte mit anderen Passagieren Selfies. Zwei Stunden später war er schroff und abweisend und wollte in Ruhe gelassen werden. Es war klar zu sehen, dass etwas an ihm nagte“, meinte ein Ehepaar, welches sich auch auf dem Kreuzfahrtschiff befand.

Suche nach nur einem Tag eingestellt

Sein Vater meinte damals: „Daniel war nicht depressiv, aber er hatte seit kurzem psychische Probleme. Ich kann für mich zu hundert Prozent ausschließen, dass Daniel einen Selbstmord geplant oder vor hatte sein Leben zu beenden. Die Wesensveränderung zeichnete sich in vielen Teilen ab, bis er sich zuletzt als Frau zeigte. Ich kann ganz klar sagen, dass Daniel niemals auch nur ansatzweise erwähnt hat, er würde sich wünschen eine Frau zu sein.

Einen Tag nach Küblböcks Verschwinden hatte die kanadische Küstenwache die Suche nach ihm - wegen der kurzen Überlebenschance im kalten Wasser - eingestellt. Der gebürtige Niederbayer hatte in der ersten Staffel der RTL-Show „Deutschland sucht den Superstar“ im Jahr 2003 den dritten Platz belegt und war durch seine schrillen Auftritte bekannt geworden.

Daniel Küblböck hätte schon früher für tot erklärt werden können: Ist es wahrscheinlich, dass ein Mensch nicht mehr lebt, kann ein Gericht auf Antrag den Tod erklären. Dies regelt das Verschollenheitsgesetz. Das Gesetz sieht für eine Todeserklärung unterschiedliche Fristen vor. Allgemein kann jemand für tot erklärt werden, wenn er seit zehn Jahren als verschollen gilt. Wenn Menschen bei einer Fahrt auf See verschwinden, gilt eine kürzere Frist von sechs Monaten.

mz/dpa

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