Iris Berben: Gefühlschaos vor jeder Premiere

München - Iris Berben verrät im Vogue-Interview, dass sie trotz ihres langjährigen Erfolges vor jeder Premiere ein Gefühlschaos erlebt.

„Mir ist inzwischen bewusst geworden, dass ich mich nicht mehr verstecken kann, weder hinter Unwissenheit noch hinter Naivität. Wenn ich heute eine Rolle wähle, muss ich sie auch verantworten. Der Anspruch an mich selbst versetzt mich in ziemliche Nervosität und bereitet mir ungeheures Lampenfieber.“ Die Anspannung, die mit ihrem Beruf einhergehe, habe aber auch positive Aspekte, so Berben: „Ich finde, Druck hat auch etwas Kreatives. Er hilft der Phantasie.“

Die vielfach ausgezeichnete Schauspielerin blickt auf eine bewegte Jugend zurück, fiel auch zu Beginn ihrer Karriere immer wieder durch rebellisches Verhalten auf: „Ich bin 1968 von der Schule abgegangen, eine Zeit, in der sich auch draußen eine gefestigte Struktur auflöste. Dass ich da renitent gewesen bin, das finde ich noch immer richtig. Aber mich deshalb auf ewige Aufmüpfigkeit festzunageln, ist mir zu einfach.“ Als junge Erwachsene habe sie sich häufig auf ihr Äußeres reduziert gefühlt und sei unsicher gewesen, so Berben. „Bei mir hat das Zusammenwachsen von Körper und Seele auch erst in den letzten 20 Jahren geklappt. Ich liebe das Erwachsensein sehr. Diese Antennen, die man entwickelt. Damit sind wir doch nicht geboren!“

Promi-Aufmarsch bei Diva-Verleihung

Promi-Aufmarsch bei Diva-Verleihung

Für Deutschland wünscht sie sich deshalb auch ein „erwachsenes Kinopublikum“. Häufig wundere sie sich darüber, wie sehr die Wahrnehmung der Menschen durch Klischees behindert werde und nennt als Beispiel die öffentliche Reaktion auf ihren Film „Es kommt der Tag“, in dem sie eine ehemalige RAF-Terroristin spielt: „Ich habe fast kein Make-up benutzt, um ihren Seelenkampf zu zeigen. Und wie hat es die Presse kategorisiert? ‚Mutig, sich so hässlich vor der Kamera zu zeigen.‛ Aber es erzählt etwas über eine Zeit, wenn die Wahrheit so abgelehnt wird. Man nennt es mutig, dass ich mein eigenes Gesicht zeige!“, moniert Berben.

Das vollständige VOGUE-Gespräch zwischen Iris Berben und Thomas Thieme lesen Sie in der neuen VOGUE, die heute anlässlich der 61. Internationalen Filmfestspiele Berlin mit einem Berlinale-Special erscheint.

Pressemitteilung Condé Nast Verlag GmbH

Rubriklistenbild: © pa

Zurück zur Übersicht: Stars

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser