Geißendörfer plant Franz-Josef-Strauß-Film

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Hans W. Geißendörfer

Speyer - „Lindenstraße“-Produzent Hans W. Geißendörfer (71) will das Leben des CSU-Politikers Franz Josef Strauß (1915-1988) verfilmen. Der Kontakt zur Familie Strauß steht bereits.

„Strauß war ein bayerisches Schlitzohr, schlagfertig und mit fantastischem Witz - das ist eine richtige Kinofigur, mit der man ein Politikerporträt mit sehr viel Schatten, aber durchaus auch Licht machen kann“, sagte der 71-Jährige am Samstag in Speyer der Nachrichtenagentur dpa.

Da allerdings Stefan Aust gerade einen Film über die „Spiegel“-Affäre drehe, in dem natürlich auch die Figur Strauß eine große Rolle spiele, habe er seine Pläne etwas zurückgestellt. „Zwei Filme zu Strauß gleichzeitig, das geht nicht - aber in ein paar Jahren möchte ich das gerne angehen.“ Als bekennender Alt-68er habe er Strauß' Aktivitäten sehr kritisch verfolgt - aber als Person sei er sehr faszinierend gewesen, „mit einer großen Leidenschaft zur Macht. Ein Abendessen mit Franz Josef Strauß war ein Erlebnis.“

Geißendörfer bekannte sich zudem als Fan des frisch ausgerufenen SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück. „Ich mag den Typen und finde ihn sehr intelligent - man kann nur hoffen, dass seine Partei mit ihm auskommt, denn auf dem linken Flügel der SPD hat er wohl mehr Feinde als in anderen Parteien.“

Geißendörfer: Nie ohne Wollmütze

Sein Markenzeichen, die Wollmütze, hat Geißendörfer einem hartnäckigen Schnupfen im Kindesalter zu verdanken. Mit etwa acht Jahren habe er an einem chronischen Nebenhöhlenkatarrh gelitten, so dass der Arzt ihm empfohlen habe, ständig eine Mütze zu tragen, sagte Geißendörfer, der nie ohne dunkle Wollmütze zu sehen ist, am Samstag dpa in Speyer.

„Ich habe das durchgehalten, auch wenn es einem als Kind unangenehm ist, so aufzufallen - aber im Gymnasium bekam ich dann das Gefühl, dass ich dadurch eine Sonderstellung habe, und so hat sich das entwickelt.“ Neben der Wollmütze trage er auch meistens einen Schal - aus dem gleichen Grund, sagte der 71-Jährige.

Es gebe nur wenige Fotos, die ihn ohne Mütze zeigten, erzählte Geißendörfer. „Als ich einmal sehr verliebt war, bat mich die Frau, die Mütze wegzulassen - ich habe es versucht, aber erfolglos.“ Ohne Mütze fühle er sich einfach nackt. Er mache sich aber gerne einen Spaß daraus, völlig unterschiedliche Geschichten als Begründung für sein Mützentragen zu erfinden, erklärte Geißendörfer. Im selben Atemzug versicherte er, dass die Erkältungsgeschichte tatsächlich der wahre Grund sei, den er aber nur sehr selten offenbare.

dpa

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