Rammstein-Album nicht mehr auf dem Index

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Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hatte die Platte der Brachialrocker im November auf den Index gesetzt, weil das Lied “Ich tu dir weh“ Gewalt verherrliche und zu ungeschütztem Sex animiere.

Köln - Der Band Rammstein wurde vorgeworfen, in einem Lied Gewalt zu verherrlichen und zu ungeschütztem Sex zu animieren. Jetzt dürfen die Brachialrocker ihr umstrittenes Hit-Album wieder in Originalversion an Kinder und Jugendliche verkaufen.

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hatte die Platte "Liebe ist für alle da" der Brachialrocker im November auf den Index gesetzt, weil das Lied “Ich tu dir weh“ Gewalt verherrliche und zu ungeschütztem Sex animiere. Das Kölner Verwaltungsgericht hob diese Entscheidung aber am 31. Mai auf, wie ein Gerichtssprecher am Freitag bestätigte (Aktenzeichen 22 L 1899/09). Das Verbot der CD wurde von den Richtern als “offensichtlich rechtswidrig“ bewertet. “Die Bundesprüfstelle hat die verfassungsrechtlichen Vorgaben für die Indizierung eines der Kunst dienenden Werkes nicht in der gebotenen Weise beachtet“, kritisierte das Gericht. “Das Lied “Ich tu dir weh“ enthält gerade keine aus einschlägigen filmischen, fotografischen oder literarischen Medien bekannte, detaillierte Darstellung von wirklichkeitsnahen Gewaltexzessen.“ Die Gewaltelemente würden lediglich angedeutet und surreal übersteigert.

Gegen das Verbot, das im Auftrag des Bundesfamilienministeriums erlassen worden war, hatte Rammsteins Musikfirma Universal Music geklagt. Die Bundesprüfstelle kann gegen die Entscheidung noch Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Münster einlegen. Bis zur Indizierung waren von “Liebe ist für alle da“ mehr als 300 000 Exemplare verkauft worden, es stand an der Spitze der Charts.

Die Indizierung bedeutete, dass das Album nur noch an Leute über 18 Jahre verkauft werden und nicht mehr beworben werden durfte. Der Song “Ich tu dir weh“ durfte auch nicht mehr gesendet, der Text nicht mehr abgedruckt werden. Die Bundesprüfstelle setzt jedes Jahr zahlreiche Rock- und Rap-Songs auf die schwarze Liste. Dazu gehören neben rechtsradikalen und rassistischen Stücken auch Songs der Berliner Rapper Sido, Bushido oder Bass Sultan Hengzt.

dpa

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