Keine Angst vor dem Tod

Grass: Würde gerne wiedergeboren werden als ...

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Günter Grass.

München - Günter Grass reizt der Gedanke, nach seinem Tod wiedergeboren zu werden. Als was? Da hat der Literatur-Nobelpreisträger eine ganz genaue Vorstellung.

Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass reizt die Idee, als Kuckuck wiedergeboren zu werden. "Ich mag den Vogel, der das Frühjahr verkündet und den Leuten jedes Jahr wieder Versprechungen macht mit seinen Rufen, den Kuckuck", sagte der 86-Jährige in einem am Wochenende veröffentlichten Interview mit dem Magazin Focus. Auch seine "Unart", seine Eier in die Nester anderer Vögel zu legen, sei eine "verführerische Vorstellung".

Er finde im Alter keinen Trost in der Religion, sagte Grass und fügte hinzu: "Allenfalls in Märchenform: Im Buddhismus ist ja davon die Rede, nach dem Tod in anderer Gestalt wiedergeboren zu werden." Ihn reize der Gedanke: "Was wäre wünschenswert?"

Er spüre zwar keine Angst vor dem Tod, aber er fürchte sich vor Schmerzen, erklärte der Schriftsteller. Wenn ihm diese erspart blieben, wäre er dankbar. Auch die Vorstellung, er könnte dement werden und für seine Familie nur noch eine Belastung sein, sei für ihn schrecklich.

Die deutschen Literatur-Nobelpreisträger

Die deutschen Literatur-Nobelpreisträger

"Noch entsetzlicher wäre die Vorstellung, in dementem Zustand auch noch der Öffentlichkeit quasi vorgeführt zu werden - so wie es Walter Jens geschehen ist. Einer der peinlichsten Vorgänge, die ich je erlebt habe", sagte Grass. Der Tübinger Schriftsteller und Rhetorik-Professor Jens hatte lange Zeit an Demenz gelitten und war im Juni 2013 im Alter von 90 Jahren gestorben.

AFP

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