Er kommentierte mehr als 20 Weltmeisterschaften

Bekannter TV-Moderator aus Bayern verstorben - Sohn gibt traurige Nachricht bekannt

Heinz Köppendörfer
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Heinz Köppendörfer bei einem „Blickpunkt Sport“-Besuch.

Er kam über das Kabarett zum Fernsehen und wurde zum Gesicht des Bayerischen Rundfunks. Jetzt ist ein legendärer TV-Moderator gestorben.

  • Heinz Köppendörfer ist im Alter von 84 Jahren gestorben.
  • Der Sportjournalist war ein Gesicht des Bayerischen Rundfunks.
  • Er moderierte lange die Kultsendung „Blickpunkt Sport“.

Augsburg/München - Heinz Köppendörfer galt als die Stimme Schwabens. Diese Stimme ist jetzt für immer verstummt. Der in Bayern und vor allem im Raum Augsburg sehr beliebte Sportjournalist starb in der Nacht von Donnerstag (16.7.) auf Freitag (17.7.) nach langer Krankheit im Alter von 84 Jahren. Das bestätigte sein Sohn Wolfgang Köppendörfer dem Bayerischen Rundfunk.

Wer sich ausmalen will, wie populär Köppendörfer seinerzeit war, muss auf eine Veranstaltung in der Fuggerstadt im Jahr 1985 zurückblicken. Der BR entschloss sich damals, die Sendung „Blickpunkt Sport“, die Köppendörfer moderierte, nach Augsburg zu verlegen. Im Rahmen der 2000-Jahr-Feier der Stadt wurde sie aus der Sporthalle am Rosenauberg übertragen. Rund 2000 Besucher strömten damals in die Halle, die Programmmacher in München staunten nicht schlecht.

Zwei BR-Legenden im „Blickpunkt Sport“-Studio: Heinz Köppendörfer (l.) und Gerd Rubenbauer.

Heinz Köppendörfer (BR) spielte Fußball mit Weltmeister Uli Biesinger und Augsburg-Legende Helmut Haller

Bevor Köppendörfer seine Journalisten-Karriere einschlug und fast vier Jahrzehnte ein Gesicht des Bayerischen Rundfunks war, spielte er Fußball. Als Torwart des TSV Schwaben Augsburg wurde er in die Jugend-Nationalmannschaft berufen und stand in der damals höchsten Spielklasse zwischen den Pfosten. Nach seinem Wechsel 1958 zum Lokalrivalen BC Augsburg stand er mit Weltmeister Uli Biesinger und Helmut Haller auf dem Platz, der sich zum Weltstar entwickelte.

Nach seiner Fußball-Laufbahn, die er früh beendete, studierte Köppendörfer Lehramt. Eine Zeit lang arbeitete er auch als Lehrer - bis er zum Kabarett kam. Sein Engagement in der Sendung „Scheibenwischer“ hinterließ bleibenden Eindruck und erwies sich für Köppendörfer als Sprungbrett zu seiner Karriere als Reporter. „Münchner Lach- und Schießgesellschaft“-Mitglied Sammy Drechsel entdeckte ihn für die BR-Sportredaktion. Anfang dieses Jahres verlor der Bayerische Rundfunk ein bekanntes TV-Gesicht. „Dahoam is Dahoam“-Star Ferdinand Schmidt-Modrow verstarb plötzlich im Alter von 34 Jahren.

Heinz Köppendörfer (BR): Erst Lehrer, dann Kabarettist, dann „Blickpunkt Sport“-TV-Moderator

Seit den 1960er Jahren war er beim Bayerischen Rundfunk tätig, bei „Blickpunkt Sport“ war er mit seinen Moderatoren-Kollegen Manfred Vorderwülbecke und Eberhardt Stanjek Mann der ersten Stunde. Stars wie Rosi Mittermaier, Franz Beckenbauer oder Gerd Müller zählten zu Köppendörfers Studiogästen. Seine ganz große Leidenschaft galt jedoch dem Tanzsport. Er kommentierte mehr als 20 Weltmeisterschaften für die ARD.

2001 verabschiedete sich der Journalist in die Rente. Das bedeutete allerdings nicht das Ende seines Schaffens. Köppendörfer schrieb die Bücher "Köppis Erinnerungen" und "Servus Augschburg". Kurz vor seinem Tod gab er dem Stadionkurier des FC Augsburg ein letztes Interview. Vor Kurzem erst starb ein anderer Sportjournalist. Albrecht Schmitt-Fleckenstein gilt als Vater der Sat.1-Bundesliga-Sendung „ran“.  Unterdessen trauert man auch in den USA um eine TV-Legende, die ein markantes Markenzeichen berühmt machte.(mt)

Auch in Bayern trauert die Filmszene gerade um Kultschauspieler Fred Stillkrauth*. Man kennt ihn unter anderem auch durch seine Paraderolle als „Brandner Kasper“. *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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