Henry Hübchen: Frieren für neue TV-Rolle

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Henry Hübchen dreht wieder. Diesmal für die ARD. Dort spielt er in einen Historiendrama mit.

Prag - Henry Hübchen dreht wieder. Der Schauspieler, zuletzt in dem Streifen „Whiskey & Wodka“ zu sehen, dreht einen neuen Film für die ARD. Mitten in Prag zittert er für ein Historiendrama.

Dreckig, feucht und dunkel ist es in den Schächten des Uranbergwerkes, das die ARD für ein Historiendrama in Tschechien nachgestellt hat. Ein schmutziges Kapitel DDR-Geschichte soll so anschaulich gemacht werden: Im Anschluss an den Zweiten Weltkrieg stillte die Sowjetunion den Großteil ihres Uranbedarfs für Atombomben durch Vorkommen in Sachsen und Thüringen. Das Wettrüsten zwischen Ost und West zu Zeiten des Kalten Krieges liefert den Hintergrund für das TV-Drama mit dem Arbeitstitel “Uranberg“. Im tschechischen Kladno hat Produzent und Autor Hans-Werner Honert ein ehemaliges Kohlewerk gefunden, das als Industriemuseum heute noch so aussieht wie die Urangruben der berüchtigten Aktiengesellschaft Wismut vor 60 Jahren. Dutzende Komparsen stehen in ihren schmutzigen Arbeitsmonturen bereit, in den Schacht einzufahren.

Uranabbau zur Zeit des Kalten Krieges

Just da beschreibt das Drehbuch einen dramatischen Unfall: Untertage bricht Wasser ein, der russische Oberst Burski ( Henry Hübchen) muss sich entscheiden, seine verschüttete Tochter zu retten oder das radioaktive Material weiter abzubauen - wie von Moskau gefordert. “Wir wollen zeigen, warum die Leute wie entscheiden“, sagt Honert. “Es geht uns nicht darum, Klischees zu bedienen; es ist ein Versuch, ehrlich mit der Geschichte umzugehen.“ Honert, der sich auch als “Tatort“-Regisseur einen Namen gemacht hat, konnte für sein Projekt neben Hübchen die Jungstars Nadja Bobyleva und Vinzenz Kiefer für weitere Hauptrollen gewinnen. Bobyleva spielt die verschüttete Tochter von Oberst Burski (Hübchen). Bobyleva ist 1983 in Moskau geboren, heute lebt die 26- Jährige in Berlin, von dem Uranabbau durch die Wismut-Gesellschaft hatte sie vor dem Film noch nie gehört. “Viel gelesen habe ich, alte Filme angeschaut, sogar russische Kriegslieder rausgesucht“, beschreibt Bobyleva ihre Vorbereitungen auf die Rolle. Kiefer spielt den Deutschen Kurt Meinel, der sich im Film in die junge Russin verliebt. “Es dreht sich um Menschen in Extremsituationen“, sagt Hübchen und lobt “die spannenden, widersprüchlichen Figuren“, die Honert entwickelt hat. “So einfach wie diesmal haben wir die Schauspieler sonst nie gekriegt“, sagt der Produzent; das Drehbuch sowie Regisseur Dror Zahavi (“Alles für meinen Vater“) hätten die Akteure auf Anhieb überzeugen können.

Krank bei Minusgraden

Bei den gerade laufenden Dreharbeiten in Tschechien und Deutschland herrscht ein Wettlauf gegen die Zeit. Mehrere Darsteller waren nach einem Kälteinbruch erkrankt, jetzt müssen in den knappen 28 Drehtagen Szenen nachgedreht und Pläne umgestellt werden. Konzentriert arbeitet das Team daran, das Budget von 2,7 Millionen Euro dennoch nicht zu überschreiten. Honert will “die Geschichte, die bis dato noch nicht erzählt wurde“, unbedingt ordentlich verfilmt sehen, die Vorlage stammt mit der unveröffentlichten Erzählung “Uranzeit“ von seinem alten Freund Thomas Schulz. MDR, WDR und Arte beteiligen sich an der Produktion unter Leitung der Saxonia Media. Voraussichtlich Anfang 2011 soll der “Uranberg“ bei Arte und ARD ausgestrahlt werden. Die internationale Vermarktung übernimmt Telepool aus München.

dpa

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