Hilton: "Prinz Frederic von Anhalt hasst mich"

Prinz Frédéric von Anhalt am Krankenbett seiner Ehefrau, Schauspielerin Zsa Zsa Gabor, an deren 94. Geburtstag.

Los Angeles - Zwischen den zwei Menschen, die Zsa Zsa Gabor am nächsten stehen, fliegen die Fetzen: Frédéric Prinz von Anhalt, mit dem sie seit 25 Jahren verheiratet ist, und ihrem einzigen Kind, Francesca Hilton.

Mann und Tochter zanken über fast alles, was Gabor betrifft. Sie streiten über ihr Testament, um ihr Haus, über ihr Image und über das Besuchsrecht. Hilton findet es abscheulich, dass von Anhalt Fotos von Gabor im Krankenhaushemd veröffentlichte - er sagt, so sähen ihre Fans doch, dass sie glücklich sei und nicht “halb tot“. Er sagt, die Tochter sei “verrückt“ und dürfe nur in Begleitung eines Arztes zu Besuch kommen - Hilton klagt, sie habe ihre Mutter seit über zwei Monaten nicht mehr sehen dürfen. Der Ehemann liebt die Öffentlichkeit, die Tochter ist eher pressescheu.

Die einstige Filmschauspielerin und Salonlöwin (94) ist bettlägerig und desorientiert, wird künstlich ernährt und kann sich kaum mitteilen. Seit vorigem Sommer wurde Gabor bald zwei Dutzend Mal in die Universitätsklinik von Los Angeles eingeliefert. Beinahe im Wochenrhythmus meldet er den Medien Neues vom Krankenbett.

Das sind die wichtigsten Adelshäuser

Das sind die wichtigsten Adelshäuser

Der Zoff begann 2002, als Gabor nach einem Autounfall gelähmt im Rollstuhl saß und auf die Pflege ihres Mannes angewiesen war. Seitdem, so lässt Hilton über Lozzi ausrichten, weise er sie zurück und benehme sich seltsam. Von Anhalt entgegnet, die Tochter betrachte ihre Mutter doch bloß als “ihre Lebensversicherung“ und fühle sich durch seine Beziehung zu Gabor bedroht: “Sie weiß, dass meine Frau auf mich angewiesen ist, und das ist gefährlich.“ Sie sagt, sie wolle ihre Mutter nur sehen und sicher sein, dass ihr die richtige Fürsorge zuteilwerde. Sie wirft ihm vor, Gabor abzuschotten und ihr Krankenhausaufenthalte zu verschweigen. “Das ist wirklich nicht recht. Das ist meine Mutter, nicht sein Eigentum.“

Tochter Francesca - aus Gabors zweiter Ehe mit dem Hotelmagnaten Conrad Hilton - schickt zum Interview ihren Agenten Edward Lozzi, lässt sich dann aber doch kurz telefonisch sprechen. Sie und ihre Mutter hätten sich immer sehr nahe gestanden und “zehn Mal am Tag“ miteinander telefoniert. “Er hat uns auseinander gebracht“, sagt die 64-Jährige über von Anhalt. “Keine Ahnung, warum er mich hasst.“

Gabors großzügiges Anwesen in Bel-Air würde er gerne für 15 Millionen Dollar (über zehn Millionen Euro) abstoßen und ihre Sammlung von Antiquitäten und Designerkleidern versteigern. “Selbst wenn meine Frau zuhause ist, weiß sie nicht, wo sie ist“, erklärt er. “Sie weiß nicht, ob sie im Krankenhaus ist oder daheim; also hat es keinen Sinn, das Haus zu behalten.“ Hilton entgegnet, von Anhalt habe kein Recht, das Haus zu verkaufen. Er sagt, er habe eine Vollmacht, Gabors Angelegenheiten zu regeln, und handele nur in ihrem Interesse. Er sei stets an ihrer Seite und oft der einzige Mensch, dem sie vertraue.

Wie Zsa Zsa Gabor auf den falschen Prinzen hereinfiel  

Der gebürtige Robert Lichtenberg aus Deutschland ließ sich 1980 von einer damals 81-jährigen Prinzessin von Anhalt gegen Bezahlung adoptieren. Kennen gelernt hat "Prinz Frederic" Zsa Zsa Gabor 1984, als er in Los Angeles Urlaub machte und sich selbst zu einer richtigen Hollywood-Party einlud. “Ich hatte keine Einladung, und ich drängelte mich hinein“, erzählt er kürzlich im AP-Interview. Der damals 40-Jährige warf sich in eine Uniform, mietete einen Rolls Royce, heuerte zwei Studenten als Leibwächter an und wurde als Herzog von Sachsen vorgestellt. Gabor flog auf ihn. Sie nahm den 27 Jahre Jüngeren zum Liebhaber und 1986 zu ihrem achten Ehemann.

Skandalnudel Frédéric

Seitdem sorgt der eingekaufte Prinz regelmäßig selbst für Schlagzeilen. So erklärte er 2007 nach dem Tod des Filmsternchens Anna Nicole Smith, möglicherweise der Vater ihres Kindes zu sein. Ein DNA-Test widerlegte das. Später alarmierte er die Polizei und meldete einen Überfall; die Beamten fanden den 67-Jährigen nackt in seinem Rolls Royce vor. Voriges Jahr bewarb er sich vorübergehend als Gouverneur von Kalifornien, inzwischen liebäugelt er mit einer Kandidatur als Bürgermeister von Los Angeles 2013. Und er möchte mithilfe einer gespendeten Eizelle und einer Leihmutter ein Kind zeugen, denn wenn seine Frau stirbt, so sagt er, “werde ich sehr einsam sein“.

“Reality-TV in echt“

Der erfahrene Hollywood-Agent Michael Levine hält das Drama um Zsa Zsa Gabor für das Musterbeispiel einer gestörten Familie. “Es geht nicht gut aus. Das Leben dieser Frau wird von dieser Episode gezeichnet sein“, meint er. “Früher war es eine Schande, unangemessene oder unanständige Dinge zu tun. Heute gibt es keine Schande mehr. Alles ist erlaubt. Es ist, als ob wir Reality-TV in echt in Echtzeit leben.“

dapd

Zurück zur Übersicht: Stars

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser