"Ich werde mich dem Unabänderlichen stellen müssen"

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München - Nie wird Petra Schürmann diese Tragödie überwinden, nie verstehen können, wie ein lebensmüder Mann das für sie Wertvollste auslöschen konnte - binnen weniger Sekunden. "Ich verlor sie am 21. Juni 2001. Ein Geisterfahrer wendete in selbstmörderischer Absicht seinen Wagen auf der Autobahn München-Salzburg und riss mein Kind in den Tod", schreibt Schürmann in ihrem Buch "Und eine Nacht vergeht wie ein Jahr".

Es erscheint 2002. Bis heute versucht Schürmann, den Schicksalsschlag zu verarbeiten: dass ihre Tochter Alexandra Freund mit nur 34 Jahren sterben musste. Übermorgen, am 15. September, feiert die einst beliebte TV-Moderatorin den 70. Geburtstag. Doch inzwischen ist es still geworden um sie, sagt Regisseurin Heidi Kranz, die Schürmanns Leben porträtiert hat.

"Freunde sind mir das Wichtigste", soll ihr die Schauspielerin irgendwann per SMS mitgeteilt haben: Freunde, sie seien da, trotz des Nicht-Sprechen-Könnens - oder vielleicht gerade deswegen. Doch es seien nicht mehr so viele wie früher, als Schürmann noch als Liebling der Münchner Schickeria galt.

In den 60ern war Schürmann zum Bayerischen Rundfunk (BR) gekommen: eine "Miss World" mit Doktorhut. Philosophie und Kunstgeschichte hatte sie in Bonn und Köln studiert, danach das Studium in München abgeschlossen, über Nietzsche promoviert. 1956 - als bislang einzige Deutsche - kürte sie die Jury in London zur "Miss World"; nur elf Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs galt Schürmann damals als Botschafterin für die junge Republik. Bis heute erinnert sie sich an diese Reise: "Drei Wochen war ich nur mit einem Kostüm und einem geliehenen Abendkleid unterwegs und wurde von der britischen Presse recht ruppig empfangen."

Bei ihrer Karriere in Deutschland hat sie weniger Anlaufschwierigkeiten: Sie startet beim BR als Ansagerin, volontiert zwischendurch beim Münchner Merkur. Später moderiert sie für ARD und ZDF zahlreiche Sendungen, wie "Samstagsclub", "Verkehrsgericht" und zuletzt "Wir in Bayern".

1967 gerät Schürmann in die Schlagzeilen, als ihr Wunschkind Alexandra zur Welt kommt - und die unverheiratete Petra Schürmann den Namen des Vaters nicht preisgeben will. Sechs Jahre bleibt sie alleinerziehend, danach heiratet sie den Vater ihres einzigen Kindes: Gerhard Freund. Es folgen Jahrzehnte im Scheinwerferlicht - die am 21. Juni 2001 schlagartig zu Ende gehen.

Nach dem Tod ihrer geliebten Tochter zieht sich Schürmann aus der Öffentlichkeit zurück, leidet unter Sprachstörungen, schafft das Comeback als Moderatorin nicht. Manchmal versucht die gebürtige Mönchengladbacherin, die heute in Starnberg lebt, gegen die Gerüchte über ihren schlechten Gesundheitszustand anzukämpfen. Den Mut, zu ihren Gefühlen zu stehen, hat sie nicht verloren: "Ich werde mich dem Unabänderlichen stellen müssen", schreibt sie in ihrem Buch. Das Unabänderliche, es liegt vor ihr, wenn sie von ihrer Villa über den Starnberger See zum Friedhof von Aufkirchen schaut. Dort, nicht weit weg von Heinz Rühmanns Grab, ruht auch seit über vier Jahren ihr "Püppchen".

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