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Pirat, Rebell und Tim Burtons Muse

Johnny Depp ist 50

depp
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Happy birthday, Johnny Depp!

Los Angeles - Sanfter Verführer, wilder Pirat, teuflischer Mörder: Johnny Depp hat fast alle Rollen ausprobiert. Mit 50 Jahren zählt der Exzentriker zu Hollywoods Topverdienern.

Schwarze lange Striche im weiß angemalten Gesicht, eine ausgestopfte Krähe und Federn auf dem Kopf - so meldet sich Johnny Depp mit 50 Jahren auf der Leinwand zurück. Hollywoods hoch bezahlter Pirat, Charmeur, Gangster, Vampir und Monster mit Scherenhänden kommt im August in Gore Verbinskis Western „The Lone Ranger“ in der Rolle des Indianers Tonto in die deutschen Kinos. Eine Paraderolle für den Verwandlungskünstler, der am vergangenen Sonntag 50 Jahre alt wurde.

Eine exotische Kindheit war dem Jungen aus dem ländlichen Kentucky nicht beschieden. Mit seinen Eltern und drei Geschwistern zog er häufig um. Mit 15 schmiss er die Schule, er wollte Musiker werden. Als Gitarrist tingelte er durch Los Angeles und landete erst als Komparse, dann mit TV-Rollen vor der Kamera.

Der Durchbruch - zum Teeniestar - kam 1987 als Undercover-Agent in der TV-Serie „21, Jump Street - Tatort Klassenzimmer“. „Der dümmste Job, den ich je gemacht habe“, klagte er einige Jahre später im dpa-Gespräch, als er den Film „Gilbert Grape - Irgendwo in Iowa“ vorstellte. Da war längst klar, dass viel mehr in ihm steckte. In dem Familiendrama des schwedischen Regisseurs Lasse Hallström spielte er den ältesten Sohn, der sich um den behinderten Bruder (Leonardo DiCaprio) kümmert.

Romantischer Rebell mit sanftem Blick in schrillen Rollen, so machte Depp Karriere. Independent-Regisseur John Waters castete ihn 1990 in „Cry Baby“ als 50er-Jahre-Rocker. Tim Burton holte ihn gleich danach als „Edward mit den Scherenhänden“ vor die Kamera, Seite an Seite mit Depps damaliger Freundin Winona Ryder. Die Beziehung mit Ryder ging in die Brüche, die mit Burton hält nach sieben gemeinsamen Filmen weiter an. Der Regisseur gab Depp seine besten Fantasyrollen.

Johnny Depp ist 50 - Seine besten Rollen

Johnny Depp ist 50 - Seine besten Rollen

Johnny Depp ist 50 - Seine besten Rollen
"Edward mit den Scherenhänden" war die erste Zusammenarbeit mit Tim Burton. © picture alliance / dpa
Johnny Depp ist 50 - Seine besten Rollen
"Arizona Dream" ist ein früher Kultfilm mit Depp. © picture-alliance / obs
Johnny Depp ist 50 - Seine besten Rollen
In "Benny und Joon" gibt es eine wundervolle Hommage an Charlie Chaplin. © pa/obs/TMG
Johnny Depp ist 50 - Seine besten Rollen
Hollywoods schlechtester Regisseur "Ed Wood" war eine weitere exzentrische Paraderolle für Depp. © picture-alliance / obs
Johnny Depp ist 50 - Seine besten Rollen
Im metaphysischen Schwarz-weiß-Spätwestern "Dead Man" schippert Depp in die Geisterwelt. © picture-alliance / obs
Johnny Depp ist 50 - Seine besten Rollen
In dem Echtzeit-Thriller "Gegen die Zeit" spielte Depp einen Familienvater, der gezwungen werden soll, einen Mord zu begehen. © picture-alliance / obs
Johnny Depp ist 50 - Seine besten Rollen
An der Seite von Al Pacino sah man Depp in dem Mafia-Thriller "Donnie Brasco" © picture-alliance / dpa
Johnny Depp ist 50 - Seine besten Rollen
Im Romantik-Drama "Chocolat" zupfte er als Zigeuner die Gitarre für Juliette Binoche. © picture-alliance / dpa/dpaweb
Johnny Depp ist 50 - Seine besten Rollen
Franka Potente war seine Film-Partnerin in der Drogen-Biografie "Blow" © picture-alliance / dpa
Johnny Depp ist 50 - Seine besten Rollen
In "From Hell" klärte Depp die legendären Morde von Jack the Ripper auf. © picture-alliance / dpa
Johnny Depp ist 50 - Seine besten Rollen
2006 gab Depp zum ersten Mal den durchgeknallt-genialen Piratenkapitän Jack Sparrow - oscarreif. © picture alliance / dpa
Johnny Depp ist 50 - Seine besten Rollen
Für seine Rolle als "Peter Pan"-Erfinder Barrie in "Wenn Träume fliegen lernen" wurde Depp für den Oscar nominiert. © picture-alliance/ dpa
Johnny Depp ist 50 - Seine besten Rollen
Victor, der Puppen-Held aus Tim Burtons "Corpse Bride" hat nicht zufällig große Ähnlichkeit mit Depp. © picture alliance / obs
Johnny Depp ist 50 - Seine besten Rollen
Die Verfilmung des makabren Musicals "Todd Sweeney" spielte er den mordenden Barbier. Wieder winkte der Oscar. © picture-alliance/ dpa
Johnny Depp ist 50 - Seine besten Rollen
In die Rolle des legendären US-Gauners John Gillinger schlüpfte Depp in "Public Enemies" © picture-alliance/ dpa
Johnny Depp ist 50 - Seine besten Rollen
Der einzige Total-Flop seiner Karriere: "Der Tourist" mit Film-Partnerin Angelina Jolie wurde einhellig verrissen. © picture alliance / dpa
Johnny Depp ist 50 - Seine besten Rollen
Schauspiel-Chamäleon Depp lieh dem Chamäleon "Rango" in der gleichnamigen animierten Western-Parodie seine Stimme. © AP
Johnny Depp ist 50 - Seine besten Rollen
In dem Trinker-Tagebuch „Rum Diary“ (2012) mimte Depp zum zweiten Mal nach "Fear and Loathing in Las Vegas" den US-Kult-Schriftsteller Hunter S. Thompson. © picture alliance / dpa
Johnny Depp ist 50 - Seine besten Rollen
In "Dark Shadows" mutierte Depp zum Vampir. © picture alliance / dpa
Johnny Depp ist 50 - Seine besten Rollen
Teil 5 der Piraten-Saga soll 2015 in die Kinos kommen. © picture alliance / dpa
Johnny Depp ist 50 - Seine besten Rollen
Seine langjährige Beziehung mit Vanessa Paradis, aus der zwei Kinder entsprangen, endete 2012. © picture alliance / AP Photo
fossil
Besondere Ehre: Das gut 500 Millionen Jahre alte Fossil "Kooteninchela deppi", ein Vorfahre der Hummer und Skorpione, wurde nach Depp benannt. Grund: Die Scherenhände des versteinerten Ur-Tieres erinnerten dessen Entdecker an den Schauspieler als "Edward mit den Scherenhänden". © dpa

In Burtons schräger Komödie „Ed Wood“ porträtiert der Star den erfolglosen Hollywood Regisseur Ed Wood, der wirklich lebte. In „Sleepy Hollow“ geht Depp als junger Gendarm Gruselmorden nach. In „Charlie und die Schokoladenfabrik“ wird er zum kauzigen Fabrikanten Willy Wonka. In „Sweeney Todd“ brachte Burton seinen Star als teuflischen Barbier zum Singen. Er war der verrückte Hutmacher in „Alice im Wunderland“ und der hohlwangige Vampir in „Dark Shadows“ (2012).

Depp liebt exzentrische Figuren, nicht nur auf der Leinwand. Mit Marlon Brando verband ihn eine enge Freundschaft, zusammen drehten sie „Don Juan de Marco“ (1995). Er war auch ein Freund des Autors und Journalisten Hunter S. Thompson. In der Verfilmung von dessen Kultbuch „Fear And Loathing In Las Vegas“ (1998) dreht Depp mit rasierter Halbglatze auf einem Drogentrip nach Las Vegas auf, wie Thompson in seinen wilden Jahren. In dem Trinker-Tagebuch „Rum Diary“ (2012) mimte er ihn wieder. Nach Thompsons Selbstmord im Jahr 2005 griff Depp für eine spektakuläre Bestattung tief in die Tasche. Mit einer Kanone wurde die Asche seines Freundes in den Himmel geschossen, es war dessen letzter Wille.

Depp hat kein Genre ausgelassen. Dem Mafia-Thriller „Donnie Brasco“ (1997) mit Al Pacino folgte das Drogendrama „Blow“ (2001) mit Franka Potente, dann der bluttriefende Latino-Western „Irgendwann in Mexico“ (2003) von Kultfilmer Robert Rodriguez. Im Repertoire fehlte nur noch ein bombastischer Action-Film - wie „Fluch der Karibik“. Mit blitzenden Goldzähnen und wilden Zottelhaaren lässt Depp als Captain Jack Sparrow die Schwerter klirren. Perfekte Unterhaltung, wenig Tiefgang, volle Kassen. Depp stieg damit in die Riege der Topverdiener mit 20-Millionen-Dollar-Gagen auf. „Fluch der Karibik 5“ soll im Sommer 2015 in die Kinos kommen.

Als Pirat holte sich Depp auch seine erste Oscar-Nominierung, weitere folgten für die Peter-Pan-Geschichte „Wenn Träume fliegen lernen“ und „Sweeney Todd“, doch der Goldregen blieb bisher aus. Selten steckt er Kritiker-Schelte ein, doch bei „The Tourist“ gab es kein Erbarmen. In dem Hollywood-Debüt von Florian Henckel von Donnersmarck wurden Depp und Angelina Jolie als hölzern und unerotisch verrissen. „Null Chemie!“, lästerten die US-Kritiker.

Dabei wurde der Star von „People“ schon zwei Mal zum „Sexiest Man Alive“ gekürt. „Auch mit 46 gehört der Vater von zwei Kindern zu Hollywoods unwiderstehlichsten Ikonen“, befand die Zeitschrift 2009. Damals war er noch mit der französischen Sängerin und Schauspielerin Vanessa Paradis zusammen. Die beiden hatte zwar nie geheiratet, galten aber immer als Vorzeigepaar. Bis Juni 2012, da teilten sie mit, „in Freundschaft auseinandergegangen“ zu sein.

dpa

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