Kachelmann-Festnahme lange vorbereitet

Frankfurt - Die Festnahme des TV-Moderators Jörg Kachelmann am Frankfurter Flughafen war nach Informationen des Nachrichtenmagazins “Der Spiegel“ von langer Hand geplant.

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Drei Wochen lang habe eine “Soko Flughafen“ die geheime Kommandoaktion vorbereitet, um so wenig Aufsehen wie möglich zu erzeugen. Die Beamten hätten gewusst, dass der unter Vergewaltigungsverdacht stehende Kachelmann am vergangenen Samstag und damit bereits einen Tag früher als geplant aus Vancouver ankommen würde. So sei der Parkhausabschnitt rund um Kachelmanns Wagen bereits 24 Stunden zuvor abgeriegelt worden.

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Laut “Spiegel“ warteten Kriminalbeamte aus Schwetzingen am Wagen des Moderators, während Frankfurter Polizisten den TV-Star observierten. Kachelmann traf sich zunächst mit einer Frau, mit der er gemeinsam die Heimreise antreten wollte. An seinem Wagen im Parkhaus wurde er gegen 11.40 Uhr verhaftet.

Die hessische Landespolizei habe sich wegen der Aktion in einem internen Bericht ausgiebig selbst gelobt, berichtete das Magazin. Man habe “eindrucksvoll unter Beweis gestellt“, dass es gelingen könne “an einem so offiziellen Platz wie dem Frankfurter Flughafen“ eine “Person der Öffentlichkeit festzunehmen, ohne dass die Öffentlichkeit davon etwas mitbekommt“. Weil die Polizei nach der Festnahme allerdings den Namen von Kachelmann preisgegeben habe, will sein Verteidiger Reinhard Birkenstock “juristisch gegen die Bundespolizei vorgehen“, berichtet der “Spiegel“. Birkenstock wollte dies und weitere Medieninformationen zum angeblichen Ablauf der Tat nicht am Samstag nicht kommentieren. Der 51-jährige Schweizer Kachelmann war am vergangenen Samstag am Frankfurter Flughafen festgenommen worden und sitzt seitdem in Mannheim in Untersuchungshaft. Er bestreitet die Vorwürfe. Am Mittwoch hatte er vor dem Haftrichter in Mannheim nach Angaben der Justiz umfassend dazu Stellung bezogen. Nach der Vernehmung ging es zurück ins Gefängnis. Kachelmanns Verteidiger hatte kurzfristig auf eine Entscheidung des Haftrichters über eine Freilassung verzichtet - und sich so mehr Optionen für das weitere Vorgehen gesichert.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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