Kachelmann präsentiert weiteren Verteidiger

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Jörg Kachelmann hat einen neuen Verteidiger zum 24. Verhandlungstag mitgebracht.

Mannheim - Der wegen Vergewaltigung angeklagte Wettermoderator Jörg Kachelmann hat einen weiteren Verteidiger zum Landgericht Mannheim mitgebracht. Außerdem sagt der Therapeut seiner Ex-Geliebten aus.

Überraschend wurde am 24. Verhandlungstag der Hamburger Anwalt Mathias Mailänder präsentiert. Ob der Strafverteidiger den gesamten weiteren Prozess begleiten wird, war zunächst unklar.

Der 52-jährige Angeklagte hatte im November überraschend seinen Hauptverteidiger gewechselt. Statt des Kölner Anwalts Reinhard Birkenstock wurde Johann Schwenn aus Hamburg verpflichtet. Neben Schwenn ist Andrea Combé aus Heidleberg von Beginn an Pflichtverteidigerin in dem Strafprozess. Mailänder wurde am Montag als dritter Strafverteidiger engagiert.

Jörg Kachelmann muss sich seit dem 6. September 2010 vor der 5. großen Strafkammer wegen Vergewaltigung und Körperverletzung verantworten. Er selbst bestreitet die Tat. Die Verteidigung sieht Rache als Motiv der langjährigen Freundin, Kachelmann zu beschuldigen.

Therapeut der Ex-Geliebten spricht

Mit der Befragung des Heidelberger Psychotherapeuten Günter Seidler ist der Kachelmann-Prozess am Montag fortgesetzt worden. Seidler ist der Therapeut von Jörg Kachelmanns Ex-Geliebter. Die 37-Jährige beschuldigt den Moderator, sie vergewaltigt und dabei mit einem Messer bedroht zu haben. Kachelmann bestreitet die Tat. Das Landgericht Mannheim schloss für die Befragung Seidlers die Öffentlichkeit von der Verhandlung aus.

Seidler wird vermutlich vor allem zu seiner These Auskunft geben müssen, dass die Erinnerungslücken des mutmaßlichen Opfers an die angezeigte Tat auf eine Traumatisierung zurückzuführen seien. Ein seelisches Trauma mit möglichen Erinnerungslücken kann unter anderem durch besonders belastende und einscheidende Erlebnisse verursacht werden. Diese Erklärung für die lückenhaften Angaben der Frau ist zwischen Anklage und Verteidigung umstritten.

Kachelmanns Verteidiger Johann Schwenn hatte den Psychotherapeuten bei einer Befragung Anfang Dezember als “Scharlatan“ bezeichnet und Unterlagen von ihm beschlagnahmen lassen.

dpa/dapd

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