Kachelmann-Prozess wie geplant im September

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Der Prozess gegen Jörg Kachelmann findet am 6. September wie geplant statt.

Mannheim - Der Prozess gegen Jörg Kachelmann wird wie geplant am 6. September eröffnet. Das teilte das Landgericht Mannheim am Freitag mit.

Nach der Aufhebung des Haftbefehls hat die 5. Große Strafkammer die Terminierung überprüft und sieht das Verfahren im Hinblick auf den schwerwiegenden Tatvorwurf weiterhin als eilbedürftig an, wie der Sprecher des Landgerichts erklärte.

Die seit 9. Juli zugelassene Anklage gegen den 52-jährigen Schweizer lautet auf besonders schwere Vergewaltigung in Verbindung mit gefährlicher Körperverletzung.

Kachelmann - erste Bilder nach der U-Haft

Kachelmann - erste Bilder nach der U-Haft

Der ARD-Wettermoderator wird von einer früheren Freundin der Tat beschuldigt, er bezeichnet sich jedoch als unschuldig. Für die Hauptverhandlung sind 15 Prozesstage bis zum 27. Oktober angesetzt. Im Fall einer Verurteilung droht Kachelmann eine Haftstrafe von fünf bis 15 Jahren.

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Kann der Prozess noch abgesagt werden?

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Nein. Nach Eröffnung des Hauptverfahrens kann die Staatsanwaltschaft ihre Anklage nicht mehr zurückziehen. Die Ermittler werfen Kachelmann vor, seine ehemalige Freundin Anfang Februar in ihrer Schwetzingen Wohnung vergewaltigt und mit einem Messer am Hals verletzt zu haben. Die Staatsanwaltschaft erhob Mitte Mai Anklage, das Landgericht Mannheim eröffnete Anfang Juli das Hauptverfahren gegen Kachelmann. Der 52-jährige Schweizer bestreitet die Vorwürfe. Theoretisch könnte die Staatsanwaltschaft, wenn sie sich ihrer Sache nicht mehr sicher sein sollte, am ersten Prozesstag auf Freispruch plädieren. Das Verfahren wäre dann schnell beendet.

Könnte sich Kachelmann dem Verfahren entziehen?

Kachelmann kann sich seit seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft frei bewegen und auch ins Ausland fahren. Theoretisch könnte er sich in die Schweiz absetzen. Das Land liefert eigene Staatsbürger nicht aus.

Was passiert, wenn er nicht vor Gericht erscheint?

Sollte Kachelmann nicht nach Mannheim zur Hauptverhandlung kommen, könnte er im gesamten Schengenraum per Haftbefehl ausgeschrieben werden, sagte der Karlsruher Strafrechtler Michael Rosenthal der dpa. Kachelmann könne sich in Europa dann praktisch nicht mehr frei bewegen. 25 europäische Staaten sind Mitglied des Schengener Abkommens. Eine Flucht nach Kanada oder in die USA sei ebenfalls sinnlos, da mit beiden Ländern ein Auslieferungsabkommen bestehe. Vergewaltigung verjährt nach deutschem Recht erst nach 20 Jahren.

Könnte Kachelmann bei einem Freispruch Schadenersatz geltend machen?

Der Berliner Presserechtsanwalt Christian Schertz hält dies durchaus für möglich. “Ich gehe davon aus, dass die sehr frühe Information der Öffentlichkeit über die Inhaftierung die Persönlichkeitsrechte Kachelmanns verletzt hat“, sagte Schertz der dpa. “Sollte Kachelmann im Hauptverfahren freigesprochen werden, stehen Amtshaftungsansprüche im Raum. Die Pressearbeit der Staatsanwaltschaft war Auslöser für die mediale Hetzjagd auf Kachelmann, bei der immer neue Details aus seinem Intimleben an die Öffentlichkeit kamen.“

dapd/dpa

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