Lady Gaga: Das Maß aller Pop-Dinge 

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Lady Gaga ist im Musik-Business das Maß aller Dinge.

Berlin/Madrid - Sie ist schrill, sie ist frech, sie ist erfolgreich: Mit nur einem Album ist Lady Gaga zum weltweiten Popstar geworden. Die 24-Jährige schickt sich an, in die Fußstapfen von Superstar Madonna zu treten.

Die Pop-Welt ist gaga, Lady Gaga: Die 24- jährige US-Diva ist derzeit das Maß aller Dinge im Musik-Kosmos. Sie stürmt nicht nur die Charts weltweit, sondern beherrscht auch die Preisverleihungen. Drei Auszeichnungen von MTV Europa heimste sie am Sonntagabend ein: Die Zuschauer des Musiksenders wählten sie zur besten Sängerin und zum besten Popstar; ihr Hit “Bad Romance“ wurde außerdem zum besten Song gekürt. Schon bei den amerikanischen MTV Video Music Awards vor zwei Monaten hatte Lady Gaga alle Konkurrenten hinter sich gelassen und gleich acht Trophäen abgeräumt. “Madrid krönte Lady Gaga zur Königin des Pop“, schrieb die Tageszeitung “El País“ anerkennend.

Eva als Schinken & viel nackte Haut: "Fleisch-Beschau" bei MTV Europe Awards

Eva als Schinken & viel nackte Haut: "Fleisch-Beschau" bei MTV Europe Awards

Damit war die große Gewinnerin bei der Pop-Gala in Madrid zwar sehr präsent, aber nicht anwesend: Sie stand just an diesem Abend in Budapest mit ihrer “Monster Ball“-Tour auf der Bühne, von wo aus sie dreimal live in die Show zugeschaltet wurde. Dabei ließ sich die Sängerin in immer neuen, natürlich ausgefallenen Outfits von den tausenden Fans feiern - doch eines gab es nicht: das Rindfleisch- Kleid, mit dem sie bei den MTV Awards in den USA für großes Aufsehen gesorgt hatte.

Viel nackte Haut zu sehen

Dennoch konnte wieder viel Fleisch bestaunt werden bei der MTV- Gala, die live aus der Madrider Caja Mágica per TV und Internet in alle Welt übertragen wurde: Die Kleidchen, Röcke und Tops werden immer noch ein Stückchen kürzer, knapper und zerfetzter. So präsentierte sich “Desperate Housewives“-Star Eva Longoria als Moderatorin des Abends in rund einem Dutzend unterschiedlicher Kostüme - darunter auch als gekochter Schinken. Einer der lustigeren Momente ihrer Moderation. Europäisch war an den MTV Europe Music Awards eher wenig: Bis auf eine Auszeichnung gingen alle zwölf Hauptpreise an Musiker aus Nordamerika. Lediglich Tokio Hotel rettete die Pop-Ehre des alten Kontinents: Die Band aus Magdeburg holte den Preis für den besten Auftritt in der Show “MTV World Stage“.

MTV Video Music Awards 2010

MTV Video Music Awards 2010

Humor bewiesen die Fans aber auch bei ihrer Preisvergabe: Ausgerechnet das 16-jährige Bubigesicht Justin Bieber wurde zum besten männlichen Künstler gewählt - gegen harte Konkurrenz wie Eminem oder Usher, was viele der rund 8000 Fans in der Halle mit lauten Buhrufen kommentierten. Außerdem gewann der kanadische Teenieschwarm in der Kategorie “Best Push Act“, in der Künstler nominiert waren, die im MTV-Programm besonders gepusht wurden. Den US-Erfolg komplett machten die Bands Linkin Park (Live), Thirty Seconds to Mars (Rock) und Paramore (Alternative) sowie Eminem (Hip-Hop), die 23-jährige Kesha (Newcomer) und Katy Perry, die trotz fünf Nominierungen nur mit einem Preis für das beste Video (“California Gurls“) nach Hause gehen konnte. Die Fans hatten im Internet mehr als 46 Millionen Stimmen abgegeben, wie der Sender mitteilte.

So sexy ist Lady Gaga bei den Brit Awards

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Zwei Sonderpreise gingen an die US-Rockgruppe Bon Jovi (Global Icon Award) und die Kolumbianerin Shakira, die für ihr Engagement in Sachen Bildung mit dem MTV Free Your Mind Award ausgezeichnet wurde. In der Show ließ es der Sender krachen, so als ob es keine Krise der Musikindustrie gäbe: Aufwendige Choreographien, viel Licht und Nebel und noch mehr Feuerwerk machten die fast zweieinhalbstündige Show zu einem Pop-Spektakel. Mit Außenauftritten von Katy Perry und Linkin Park auf einer Bühne mitten in der Madrider Innenstadt vor mehreren zehntausend Zuschauern bewies MTV ein Händchen für das Besondere. Außerdem brachte die Preisverleihung mal wieder Musik ins Hauptabendprogramm des einstigen Musikfernsehens, das seit einigen Jahren von Cartoons, Soaps oder Realityshows dominiert wird. Und etwas war dann doch wieder europäisch: Die diversen Varianten des Wortes “fuck“, ob von Katy Perry oder Kesha in die Menge gerufen, sowie der nackte Hintern und Penis, die “Jackass“- Darsteller Wee Man der johlenden Menge präsentierte, wären so in den USA wohl kaum gesendet worden.

dpa

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