LaToya Jackson als Ballkönigin

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Ein paar Tage zuvor war LaToya Jackson noch Stargast bei der Gast bei der Jummimüüs Charity Gala in Köln gewesen.

Dresden - US-Sängerin LaToya Jackson stahl beim 5. Dresdner Semperopernball am Freitagabend wie erwartet allen die Schau.

Die große Schwester des im vergangenen Jahr gestorbenen “King of Pop“ zog während ihres rund dreistündigen Aufenthalts in dem weltberühmten Opernhaus alle Blicke auf sich - in einem eng anliegenden, silbernen Kleid. Mit der Verleihung des Ballordens für Charity posthum an ihren Bruder Michael Jackson hatte Ball-Impressario Hans-Joachim Frey nach der Einladung von Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin im Vorjahr erneut einen Publicity-Coup gelandet.

Die ungeteilte Hochachtung der rund 2000 Gäste in dem zum Ballsaal umgebauten Zuschauerraum erhielt jedoch ein anderer: Tenor José Carreras. “Wir feiern heute das hohe C, so wie José Carreras“, sagte der Laudator und Rocksänger Peter Maffay. Dieser habe nicht nur selbst die Leukämie besiegt, sondern seitdem Millionen für die Bekämpfung des Blutkrebses gesammelt. “Sein Comeback wurde zum Kraftwerk, seine Musik zur Botschaft: Du kannst es schaffen.“ An den Tischen und in den Logen erhoben sich die in edle Roben gewandeten Ballgäste und applaudierten dem spanischen Sänger.

Sachsens ehemaliger Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU), von 1990 bis 2008 Regierungschef im Freistaat, widmete seinen Orden den Sachsen, die nach dem Mauerfall einen beispiellosen Umbruch bewältigt und für eine Erneuerung gearbeitet hätten.

Mit einem ins Mikro gehauchten “How lovely, viel Dank!“ hatte als erste LaToya Jackson die entfernte Nachbildung eines Schmuckstücks aus dem Grünen Gewölbe entgegengenommen. Die Ehrung stieß nicht bei allen Prominenten aus Politik, Wirtschaft und Kultur auf Verständnis. “Wenn solche Auszeichnungen vergeben werden, gibt es auch immer Leute, die anders darüber denken“, warb Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) um Verständnis. Ein solches Fest brauche auch etwas Glamour.

Im Vorjahr war die Verleihung eines “Sächsischen Dankesordens“ des Semperopernballs an Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin auf Kritik gestoßen. Die Auszeichnung war nun umbenannt worden.

Auch nach dem etwa anderthalbstündigen Programm stand Jackos Schwester im Mittelpunkt. In den rund drei Stunden ihrer Anwesenheit war die 53-Jährige permanent von einem Pulk Fotografen umlagert. Aber auch die deutsche Prominenz aus Showgeschäft, Film und Fernsehen wie die Schauspielerinnen Anouschka Renzi und Eva Habermann - die Regisseur Dieter Wedel mitgebracht hatte - setzten sich auf der Tanzfläche in Szene. Die Ex-Ministerpräsidenten von Sachsen und Bayern, Georg Milbradt (CDU) und Edmund Stoiber (CSU), begrüßten sich fast überschwänglich. Auf der Tanzfläche wurde auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) gesehen.

Das rund 1,3 Millionen Euro teure Spektakel war mit einem Feuerwerk vor dem Opernhaus eröffnet worden. Entertainer Gunther Emmerlich hatte diesmal Miriam Pilhau als Co-Moderatorin an der Seite, deren forsche Art aber nicht bei allen ankam. “Der Ball ist die lebendig gewordene Operette“, meinte ein Herr im Frack. Ein anderer wünschte sich etwas mehr Moderne: “Bisschen viel Barock hier.“ Viel Beifall gab es für die Sächsische Staatskapelle, die Pianistinnen Katja und Marielle Labèque sowie Sopranistin Camilla Nylund und Tenor Klaus Florian Vogt. Danach heizte Alt-Rocker Peter Kraus unter dem Dach des weltberühmten Opernhauses ein.

Das DRK nutzte die Gelegenheit und sammelte mit einer Tombola Spenden für die Erdbeben-Opfer auf der Karibikinsel Haiti, bevor bis zum frühen Morgen nicht nur im Dreivierteltakt getanzt und gefeiert wurde. Das Ball-Motto “Traumpaare“ spielte auf deutsch-deutsche Annäherungen in den 20 Jahren nach dem Mauerfall an. Auf dem Theaterplatz hatten einige Tausend Schaulustige das Geschehen im Opernhaus via Leinwand verfolgt. In dicke Jacken und Mützen gehüllt schwangen sie bei Minusgraden auf Schnee und Eis beim sogenannten Semperopenairball unter freiem Himmel das Tanzbein.

dpa

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