Laufpass für Berlusconi: Ehefrau lässt sich scheiden

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Laufpass für Berlusconi: Veronica Lario lässt sich scheiden.

Rom - Nach einem kurzen aber sehr öffentlich geführten Rosenkrieg hat Veronica Lario, Ehefrau von Italiens Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, die Scheidung eingereicht. Der Besuch ihres Gatten bei der Party einer 18-Jährigen brachte das Fass wohl zum Überlaufen.

Der Besuch ihres Gatten bei der Party einer 18-Jährigen brachte das Fass wohl zum Überlaufen. Erst löste sie mit einem öffentlichen Ehekrach um zu viele Show-Girls in der Partei ihres Gatten einen politischen Eklat aus, jetzt hat die Ehefrau des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi ihrem Mann öffentlich den Laufpass gegeben.

Nach einer fast 30-jährigen Beziehung und fast 20 Jahren Ehe wolle sie nun einen Schlussstrich ziehen und die Scheidung einreichen, teilte Veronica Lario (52) am Sonntag über die Tageszeitungen “La Repubblica“ und “La Stampa“ der italienischen Öffentlichkeit mit.

Bereits in den vergangenen Tagen hatte der öffentliche Protest der Politikergattin über die “schamlosen Ludern im Dienst der Macht“ gegen die von dem 72-jährigen Cavaliere ausgewählten Kandidatinnen für die anstehenden Europawahlen nicht wenig Unruhe im Stiefelstaat ausgelöst. Jetzt legte die verärgerte First Lady Italiens noch einmal nach: “Ich kann nicht mit jemand leben, der sich mit Minderjährigen trifft.“ Sie sei der Hauptgrund für den Abschied von dem Medienmogul mit den Macho-Allüren, erklärte die Ex-Schauspielerin. Hintergrund der Bemerkung ist, was in der italienischen Presse nur noch der “Fall Noemi“ heißt.

So sei der italienische Ministerpräsident vor gut einer Woche extra nach Neapel gefahren, um Noemi Letizia, einer 18-jährigen blonden Schönheit, bei deren Geburtstagsfeier einen Überraschungsbesuch abzustatten. Und dem nicht genug: “Papi“, wie Berlusconi von dem Mädchen liebevoll genannt werde, brachte als kleines Geschenk für die erreichte Volljährigkeit auch gleich ein Diamanten-besetztes Gold-Kollier mit. Ein Auto soll er auch angeboten haben, das soll das Mädchen aber abgelehnt haben.

Pikantes Detail: Bei dem 18. Geburtstag seiner eigenen Tochter, kam “Papi“ nicht. Und während Berlusconi und die Familie von Noemi den Fall als “lächerlich“ abtaten, kochte nach der Gerüchteküche der Boulevard-Presse auch Veronica Lario über.

Ganz gelassen scheint der für sein dauerndes Lächeln bekannte Medienzar und Ministerpräsident nun nicht mehr zu sein. Während er nach dem Skandal über die jungen Mädchen in seinen Wahllisten nur abwinkte und von linker Propaganda sprach, der wohl auch seine Frau zum Opfer gefallen sei, herrschte am Sonntag Schweigen von seiner Seite. Während er sich zuvor erst in einer langen Nachtsitzung von seinen Parteigenossen mühsam davon überzeugen ließ, die ehemalige TV- Ansagerin, die Fernsehschauspielerin und die Sängerin nicht mehr für seine Partei “Volk der Freiheit“ (PDL) ins Rennen zu schicken, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa, er sei am Sonntag umgehend per Helikopter nach Hause nach Mailand aufgebrochen.

Veronica Lario hatte über die Zeitungen mitgeteilt, sie habe bereits mit einer Anwältin gesprochen, wolle aber Medienaufruhr vermeiden. Dabei scheint die italienische Prima Donna am öffentlichen Rosenkrieg Gefallen gefunden zu haben. So wandte sie sich schon im Januar 2007 an die links-liberale Zeitung “La Repubblica“, nachdem ihr Mann bei einer Verleihung von Fernsehpreisen heftig flirtend dem Showgirl Carfagna, die damals noch nicht seine Ministerin war, vor laufender TV-Kamera einen Heiratsantrag gemacht hatte. Der Medienzar soll dem Nacktmodell zugeflüstert haben: “Ich würde dich sofort heiraten, wenn ich nicht schon verheiratet wäre.“

Die Entschuldigung kam - ebenso öffentlich wie die Beschwerde. An dem Verhalten des Cavaliere änderte sich aber wenig. Kommentatoren sprachen damals von “nie dagewesenem Krieg der Rosen“. Was den Rosenkrieg angeht, bleibt abzuwarten, wie die Geschichte weitergeht mit Krieg oder Waffenstillstand. Politisch werde sich nach Ansicht von Beobachtern wohl kaum etwas ändern. Für die einschlägigen Institute für Wahlumfragen liegt Berlusconi weiterhin klar vorne.

dpa

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