Netrebko und Sevigny über Mode, Neid und Fehler

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Das Cover der aktuellen Juli-Ausgabe der Vogue.

München - Während Chloë Sevigny Fehler aus jüngeren Jahren einräumt, spricht Anna Netrebko im Vogue-Interview über ihre Hobbys, Neid und ihre Leidenschaft zur Mode.

Mit dem Sozialdrama „Kids“ feierte Hollywoodstar Chloë Sevigny 1995 als Teenager ein erfolgreiches Filmdebüt. In den vergangenen Jahren war die Schauspielerin vor allem in kleineren Kinoproduktionen zu sehen: „Das liegt daran, dass ich in jüngeren Jahren einige Fehler gemacht habe“, so Sevigny jetzt im Interview mit VOGUE. „Ich war ziemlich snobistisch und hatte ganz bestimmte Vorstellungen von den Filmen, die ich drehen wollte. Deshalb habe ich zum Beispiel Nebenrollen in kommerzielleren Projekten abgelehnt.“ Eine Entscheidung, die sie heute anders treffen würde: „Im Prinzip habe ich ja auch nichts gegen eskapistische Popcorn- Geschichten. Schließlich liebe ich es selbst, wenn ich im Kino der Wirklichkeit entfliehen kann.“ Dennoch bleibt die 36-Jährige dem Independent-Genre treu: Am 23. Juni startet ihr aktueller Film „Mr. Nice“ in den deutschen Kinos. Hierin spielt Sevigny die Freundin des legendären Drogenhändlers Howard Marks.

Erfolge feierte die Schauspielerin in den vergangenen Jahren vor allem im Fernsehen: Für ihren Part in der Serie „Big Love“ bekam sie 2010 einen Golden Globe: „Als ich gewann, war ich total aufgewühlt. Hinter der Bühne musste ich sogar weinen. Nie in meinem Leben gab es etwas, das mein Selbstvertrauen so gestärkt hat. Noch Monate später schwebte ich auf Wolke sieben“, erinnert sich die Schauspielerin im VOGUE-Interview. Ihrer Karriere habe die Auszeichnung dennoch nicht geholfen: „Der Globe ist ja auch ein bisschen lächerlich. Wobei die Oscarnominierung genauso wenig gebracht hat. Nur für die Leute auf der Straße ist das ein Vorwand, um mich anzusprechen.“

Neben der Schauspielerei designt Sevigny auch Mode – aktuell für das Label Opening Ceremony: „Das ist vor allem ein Hobby und zum kleinen Teil ein Job. Ein Beruf ist es deshalb nicht, weil ich nicht dazu gezwungen bin. Manchmal wird es ein bisschen zur Qual, weil ich Angst habe, dass niemand es mögen und kaufen wird. Doch ich liebe nun mal Mode und Kleidung.“ Sich selbst hat die Amerikanerin eine Art Shopping-Askese verschrieben: „Früher habe ich häufig etwas gekauft, um eine innere Leere in mir zu füllen. Doch jetzt habe ich mir auferlegt, möglichst wenig, besser nichts zu kaufen. Und siehe da – ich habe in sechs Monaten nur drei Teile erstanden! Für meine Verhältnisse ist das großartig. Meine Lehre daraus: Du kannst auch ein älteres T-Shirt und Jeans tragen und dich trotzdem wohl in deiner Haut fühlen.“

Anna Netrebko spricht über ihre Leidenschaften

Die international gefeierte Opernsängerin Anna Netrebko schafft es, Leidenschaft auf die Bühne zu bringen, indem sie bei ihren Konzerten alles gibt: „Natürlich achte ich auf meine Gesundheit, aber wenn ich auf der Bühne stehe, versuche ich 120 Prozent zu geben“, erzählt die gebürtige Russin jetzt im VOGUE-Gespräch. „Viele Sänger schonen ihre Stimme aus Sorge, sie könnten sie zu früh verlieren. Sie sind hervorragend, doch sie halten sich über Gebühr zurück. Ich versuche, nicht daran zu denken.“ Leidenschaftlich ist der Opern-Star nicht nur im Beruf, sondern auch privat: „Ich zum Beispiel bin eifersüchtig, vor allem wenn es um meinen Mann geht“, gesteht Netrebko und fügt hinzu: „Aber ich bin nicht neidisch. So in die Richtung: Das möchte ich auch, das Gras meines Nachbarn ist grüner als meines. Man muss lernen, mit dem Erfolg der anderen zu leben, und es sogar genießen, dass andere ihn haben.“ Neben der Oper kann sich die Künstlerin auch für Mode begeistern: „Ich mag Shopping. Vor allem in der Maximilianstraße in München. Hier liegen alle Läden nebeneinander, und ich liebe alles – Ungaro, Louis Vuitton, Escada, Elie Saab, Valentino, aber vor allem Dior“, schwärmt Netrebko.

„In Schuhen von Yves Saint Laurent oder in Louboutins bewegt man sich einfach besser. Eleganter. Deshalb regt es mich auf, dass manche Kostümbildner an der Oper die Sänger so unvorteilhaft anziehen. Sie machen sie hässlicher, als sie sind“, so die 39- Jährige. „Mode darf ruhig auch verrückt sein! Alles, solange sie uns nicht unattraktiv macht und den Schlankheitswahn fördert. Warum sollen Frauen keine Kurven haben? Es muss doch einen Unterschied geben! Außerdem macht zu wenig essen unglücklich.“

Beide Interwievs gibt es in der aktuellen Ausgabe der Vogue zum Nachlesen.

Pressemeldung Condé Nast Verlag GmbH

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