Césars und Spirit Award

Vor Oscars: Trophäen-Regen für "Liebe"

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Die Hauptdarsteller Emmanuelle Riva und Jean-Louis Trintignant während der Dreharbeiten zum Kinofilm "Liebe"

Los Angeles - Michael Hanekes Film "Liebe" wird schon vor der Oscar-Verleihung mit Preisen überschüttet. In den vergangenen Tagen erhielt er einen Spirit Award und fünf Césars.

Unmittelbar vor der Oscar-Gala ist der Trophäen-Regen für „Liebe“ von Michael Haneke weitergegangen. Bei der Vergabe der Spirit Awards für unabhängige, preiswertere Filme holte das Altersdrama am Samstag in Los Angeles die Auszeichnung als bester internationaler Film. Bereits am Vorabend würdigte die französische Filmakademie bei der César-Verleihung das Drama des österreichischen Regisseurs mit den fünf wichtigsten Trophäen. Der Film, der bereits zuvor vielfach ausgezeichnet wurde, konkurriert am Sonntag (Ortszeit) in fünf Kategorien um den begehrten amerikanischen Oscar.

Haneke war bei den Spirit Awards mit dem französischsprachigen, berührende Drama um ein altes Ehepaar für Frankreich im Rennen. Bei den Oscars tritt der 70-Jährige für sein Heimatland an. Bei der César-Verleihung in Paris gab es am Freitagabend Preise für den besten Film, die beste Regie, die beste Schauspielerin, den besten Schauspieler und das beste Originaldrehbuch.

Spirit Awards auch für "Silver Linings" und "The Sessions"

Traditionsgemäß wurden am Oscar-Vorabend in Hollywood auch Spottpreise verliehen. Das „Twilight“-Finale führte mit sieben „Razzie“-Trophäen, darunter als schlechtester Film. Kristen Stewart „gewann“ die Goldenen Himbeere als übelste Hauptdarstellerin, Taylor Lautner für seine Nebenrolle in „Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht - Teil 2“. Die Regie-Trophäe ging an Bill Condon.

Die meisten Spirit Awards gingen an die Tragikomödie „Silver Linings“ - als bester Film, für Hauptdarstellerin Jennifer Lawrence sowie für Regie und Skript von David O. Russell. Die 22-jährige Lawrence ist auch für den Oscar nominiert. John Hawkes wurde für seine Hauptrolle in „The Sessions - Wenn Worte berühren“ geehrt. Co-Star Helen Hunt gewann den Spirit Award als Nebendarstellerin. Matthew McConaughey wurde für seine freizügige Nebenrolle in dem Stripperfilm „Magic Mike“ belohnt.

Haneke ließ sich bei Preisverleihung in Paris vertreten

Die Spirit Awards sind Hollywoods Alternativauszeichnung für Filmproduktionen, die nicht mehr als 20 Millionen Dollar gekostet haben. Sie werden traditionell einen Tag vor der Oscar-Gala verliehen. Die „Razzies“ (kurz für Raspberry, auf Deutsch Himbeere) wurden 1980 als Gegenstück zu den glanzvollen Oscars ins Leben gerufen. Dem Verband gehören knapp 700 Filmkritiker und Kinofans an.

In Paris war Haneke nicht anwesend; er ließ sich durch seine Produzentin Margaret Ménégoz vertreten. „Ich hätte mir gewünscht, Jean-Louis Trintignant und Michael Haneke wären hier“, sagte Emmanuelle Riva bewegt, die erstmals den französischen Filmpreis erhielt. Riva, die am Sonntag 86 Jahre alt wurde, spielt in „Liebe“ zusammen mit Trintignant die Hauptrolle.

"Liebe" schwimmt auf Erfolgswelle - mit Preisen überhäuft

Hanekes Film schwimmt auf einer Erfolgswelle. In Cannes erhielt das Werk die Goldene Palme, bei den Golden Globes die Trophäe als bester fremdsprachiger Film. Bei den britischen Filmpreisen British Academy Film and Television Awards (BAFTA) ging das Drama mit zwei Preisen nach Hause, beim Europäischen Filmpreis in Malta räumte der Film weitere vier Auszeichnungen ab.

Bei den besten ausländischen Filmen gewann der Polit-Thriller „Argo“ unter der Regie von Ben Affleck den César. Der amerikanische Filmemacher, Schauspieler und Drehbuchautor nahm die Auszeichnung ebenfalls nicht persönlich entgegen, er war in Los Angeles. Der Film über die spektakuläre Befreiung von US-Geiseln aus dem Iran 1979 gehört zu den Oscar-Favoriten. Die César-Ehrentrophäe ging an Kevin Costner.

Für seine Inszenierung der Mozart-Oper „Così fan tutte“ erhielt Haneke am Samstagabend in Madrid ebenfalls viel Beifall. Allerdings konnte er auch die Premiere im Opernhaus Teatro Real nicht selbst miterleben, weil er wegen der Zeremonie der Oscar-Verleihung in die USA geflogen ist. Die Premieren-Besucher bat er in einer schriftlichen Note um Verständnis für seine Abwesenheit.

dpa

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