Otti Fischer vor Gericht: Geldstrafen für Angeklagte?

München - Die vier Angeklagten im Fischer-Prozess haben ein umfassendes Geständnis abgelegt. Sie müssen nun wohl mit einer Geldstrafe rechnen. 

Der Hauptangeklagte Mike T. sagte: "Ich möchte mich bei Ihnen entschuldigen für das was ich gemacht habe, für das, was ich Ihnen angetan habe. Es gibt nichts drumherum zu reden, ich habe das Video aus einer Trotzreaktion der Bild-Zeitung verkauft."

Auch die anderen drei Angeklagten entschuldigten sich. Die Prostituierte Maria K. bat durch Ihren Verteidiger um Verzeihung. Die in die Türkei geflohene Mittäterin habe ihr vorgegaukelt, sie müsse ihn filmen, damit Otti Fischer nicht vergesse, dass er bei ihr war...

Der Prozess um die Prostituierten-Affäre von Ottfried Fischer war kurz nach Beginn am Amtsgericht München unterbrochen worden. In einem Rechtsgespräch wurde über eine mögliche Geldstrafe für vier Angeklagte gesprochen. Ergebnis des Rechtsgesprächs zwischen Staatsanwalt, Verteidigung, Nebenklage - der Schauspieler tritt in dem Prozess als Nebenkläger auf - und Gericht hinter verschlossenen Türen war: Wenn die vier des Betrugs Angeklagten ein umfassendes Geständnis ablegen, können sie mit einer Geldstrafe rechnen. Auch der wegen Nötigung angeklagte Journalist könnte mit einer Geldstrafe rechnen, wenn er sich zu einem Geständnis durchringen könnte.

Es wird noch heute mit einem Urteil gerechnet.

Nebenkläger Otti Fischer durfte von Beginn an der Verhandlung folgen. Als er den Gerichtssaal betrat, musste er zunächst ein Blitzlichtgewitter über sich ergehen lassen. Zehn Minuten lang wurde er von rund 20 Fotografen ins Visier genommen. Der Medienandrang ist groß.

Dennoch scheint Fischer gut gelaunt. "Es ist für ihn kein leichter Weg", beschreibt Fischers Anwalt Steffen Ufer die Situation seines Mandantens, der auch als Zeuge aussagen wird. Doch Fischer sehe dem Prozess zuversichtlich entgegen. Schließlich sei es ein "Kampf für eine gute Sache".

Gerüchteweise will Anwalt Steffen Ufer wohl beantragen, dass die Aussage Fischers unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet.

Die Staatsanwaltschaft wirft zwei Männern und zwei Frauen vor, den 56 Jahre alten Schauspieler im Sommer 2009 beim Sex gefilmt und die Aufnahmen an einen ehemaligen Mitarbeiter der “Bild“-Zeitung verkauft zu haben.

Laut Anklage verletzten die fünf Angeklagten, darunter Prostituierte und Mittelsmänner, den “höchstpersönlichen Lebensbereich“ Fischers mit Bildaufnahmen. Der 36 Jahre alte Hauptangeklagte soll die CD mit den Aufnahmen an einen ebenfalls angeklagten Ex-Mitarbeiter der “Bild“-Zeitung für 3500 Euro verkauft haben. Dieser bewegte Fischer laut Anklage durch den Erwerb des Films zur Mitwirkung an drei Artikeln seines Blattes.

Der ehemalige “Bild“-Mitarbeiter ist deshalb außerdem wegen Nötigung angeklagt. Die Axel Springer AG wies die Vorwürfe zurück. Die Anklage gefährde die Pressefreiheit, sagte Sprecher Tobias Fröhlich.

Rubriklistenbild: © dpa

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