Sadats Tochter klagt gegen Hollywood-Film

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Der ägyptische Staatspräsident Anwar el Sadat (Archivfoto vom 01.04.1977).

Kairo - Weil ein Hund in der Hollywood-Komödie “I love you, Man“ (“Trauzeuge gesucht!“) nach ihrem ermordeten Vater benannt ist, klagt die Tochter des früheren ägyptischen Präsidenten Anwar el Sadat gegen die Produzenten des Films.

Dies sei eine schwere Beleidigung, sagte Rokaja Sadats Anwalt Samir Sabri am Samstag in Kairo. Die Klage bezieht sich auf einen Dialog in dem Film über die Namensgebung des Hundes. Der von dem Schauspieler Jason Segel gespielte Sydney antwortet auf die Frage, weshalb er seinem Hund den Namen Anwar Sadat gegeben habe, er sehe diesem ähnlich.

Im Islam gilt der Hund als unrein. Es ist eine schlimme Beleidigung, jemanden als Hund zu beschimpfen. Die Benennung des Hundes nach ihrem Vater habe seiner Mandantin schweren psychischen und moralischen Schaden zugefügt, sagte Anwalt Sabri. Schließlich spiele Sadat eine bedeutende Rolle in der arabischen und besonders der ägyptischen Geschichte.

Prominente Sitzenbleiber

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Sadat erhielt 1978 für den Friedensschluss mit Israel zusammen mit dem damaligen israelischen Ministerpräsidenten Menachem Begin den Friedensnobelpreis. Der Vorgänger des jetzigen Staatschefs Husni Mubarak fiel 1981 einem Attentat islamischer Extremisten zum Opfer.

Der Film des Regisseurs und Drehbuchautors John Hamburg kam im Juli in Ägypten in die Kinos. Die Szene mit dem Hund wurde vom Verleih in der für die ägyptischen Kinos bestimmten Version herausgeschnitten. Allerdings wurde in der vorigen Woche die beanstandete Szene in Ägypten auf einer Website im Internet gezeigt. Ägyptische Kommentatoren sehen in dem Film erneut einen gegen Araber und Muslime gerichteten Seitenhieb der Filmbranche in Hollywood.

AP

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