Schauspieler Jörg Hube stirbt mit 65

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Jörg Hube ist am 18. Juni 2009 gestorben.

München - Jörg Hube ist gestorben. Der Schauspieler und Kabarettist erlag in der Nacht zum Freitag mit 65 Jahren einem Krebsleiden.

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Jörg Hube zum 65. Geburtstag

Hube wurde 65 Jahre alt, er wirkte als Film- und Fernsehschauspieler, im Theater und Kabarett. Für die ARD-Reihe "Polizeiruf 110" spielte er den neuen Münchner Kommissar Friedl Papen; die Premiere ist bisher für den 20. September geplant. Der BR erklärte, es sei offen, ob es dabei beleibt.

Hube ist in München ein Theaterstar. Er gehörte mit Unterbrechungen 25 Jahre lang dem Ensemble der Münchner Kammerspiele an. Als Kabarettist kreierte er zusammen mit seiner Frau Elisabeth Fall die Figur "Herzkasperl". Bundesweit bekannt wurde der Schauspieler mit als Gerichtsvollzieher Florian Kreitmaier in der TV-Serie "Der Gerichtsvollzieher". Ab 1990 war er als Kommissar Ludwig Grandauer sen. in den 26 Folgen der BR-Serie "Löwengrube" zu sehen. In Edgar Reitz' Hunsrücksaga "Heimat" (1984) spielte er Otto Wohlleben. In der für den Oscar nominierten BR-Kino-Koproduktion "Sophie Scholl - Die letzten Tage" hatte er die Rolle als Vater von Hans und Sophie Scholl.

Jörg Huber war kein Urbayer, sondern wurde am 22. November 1943 in Neuruppin in Brandenburg geboren, wuchs aber in Bayern auf. Das Gymnasium brach der Schauspieler ab und absolvierte eine Ausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München und dem Mozarteum in Salzburg. Er wurde unter anderem zweimal mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet, erhielt den Deutschen Kleinkunstpreis und den Deutschen Kabarettpreis.

Der Intendant des Bayerische Rundfunks, Thomas Gruber, würdigte Hube als großen Künstler und guten Menschen. "Wie kein anderer hat er Bayern repräsentiert - liebevoll, warmherzig, spitzbübisch oder auch hart, wenn es sein musste. Ein Charakterkopf mit einer unvergesslichen Stimme, die Heimat und Geborgenheit vermitteln konnte. Jörg Hube ist unersetzlich. Sein Tod ist ein Verlust für ganz Bayern."

Dieter Dorn, der Intendant des Bayerischen Staatsschauspiels, bezeichnete Hube als "Volksschauspieler im schönsten Sinn des Wortes", der immer im Kontakt mit seinem Publikum geblieben sei. Zuletzt habe Hube am 18. Mai auf der Bühne des Münchner Residenz Theaters gestanden. "Wir haben gesehen, wie krank er war, und geahnt, dass uns nicht mehr viel Zeit mit ihm bleiben würde. Dass es nur noch so wenig war, lässt uns erschüttert zurück." Der BR ändert sein Programm und zeigt am Samstag bis Sonntag eine "lange Jörg-Hube-Nacht".

ap

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