Schlager-Schock

Schlager: Coronavirus bei Amigos - „Es gibt kein Heilmittel“

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Das Schlagerduo Amigos singt auch über Themen, die andere lieber lassen. Jetzt sprechen Bernd und Karl-Heinz Ulrich über das Coronavirus. 

  • Die Amigos feiern ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum
  • Bernd und Karl-Heinz Ulrich machen auch Schlager über Tabuthemen
  • Über das Coronavirus sagen sie: „Es gibt kein Heilmittel“

Villingen - Eigentlich läuft es blendend für die beiden Brüder Bernd Ulrich (69) und Karl-Heinz Ulrich (71). Sie bilden die beliebte Musikgruppe Amigos, die einen neuerlichen Erfolg zu vermelden hat. Ihr Album „50 Jahre - Unsere Schlager von damals“ sprang an die Spitze der deutschen Charts. Und doch geht es bei den Amigos um das Thema Coronavirus. Worum es geht, erklärt extratipp.com*.

Schlager: Amigos machen schon seit 50 Jahren Musik

Machen seit 50 Jahren Musik: Die Amigos Bernd (links) und Karl-Heinz Ulrich.

Die Geschichte der Amigos könnte ganze Bücher füllen. 50 Jahre machen Bernd und Karl-Heinz Ulrich nun schon Musik, unglaubliche 36 Jahre mussten die Schlagersänger (Die größten deutschen Schlagersänger aller Zeiten*) auf ihren Durchbruch warten. 1970 gründete sich die Gruppe, damals noch vierköpfig. Rudi Lang stieg aus, Günther Zimmer verstarb. Mit Witold Piwonski war 1985 Ersatz gefunden - doch der Keyboarder erlitt einen Schlaganfall, verlor den Kampf ums Überleben nach acht Jahren Wachkoma.

Der ehemalige Brauer und der frühere Lkw-Fahrer machten fortan zu zweit weiter. Richteten sich ein Tonstudio in der Garage ein, das Geld mühsam vom Mund abgespart. Bis 2006 sollten die Touren durch hessische Bierzelte andauern, dann machte die MDR-Sendung „Achims Hitparade“ (Das sind die größten Schlagershows im deutschen Fernsehen*) die Amigos über Nacht berühmt. Der Rest ist Geschichte: Von den nachfolgenden 14 Alben erklommen zehn die Spitze der deutschen Charts. Insgesamt verkaufte die Musikgruppe aus Villingen rund drei Millionen Tonträger im Bereich Schlager.

Rolling Stones statt Schlager beim ersten Amigos-Konzert

Die Amigos sprechen auch unpopuläre Themen an, etwa das Coronavirus.

Anlässlich ihres 50-jährigen Bühnenjubiläums führten die Amigos ein Gespräch mit giessener-allgemeine.de*. Bernd und Karl-Heinz Ulrich erinnerten sich unter anderem an ihr erstes Konzert. Dieses habe 1970 in Atzenhain stattgefunden, einem 890-Seelen-Ort im hessischen Hinterland. Immerhin: Die Disco sei voll gewesen, die Amigos spielten statt Schlager (Die Künstlernamen der Schlagerstars und ihre echten Namen*) Hits der Beatles und der Rolling Stones. 

Die Fans lieben ihre Amigos nicht nur wegen deren Bodenständigkeit, sondern auch, weil die Brüder Themen anschneiden, von denen andere im Schlagerbusiness lieber die Finger lassen. Umweltverschmutzung etwa. Aber auch Verkehrstote und Kindesmissbrauch. Und so sagen Bernd und Karl-Heinz Ulrich im Gespräch mit der Zeitung: „Wir wollen anklagen.“ Bernd Ulrich: „Wenn die Entscheidungsträger wollen, dann steht morgen ein McDonald‘s-Restaurang auf dem Mond. Aber warum kann man nicht einfach das Darknet abstellen?“ 

Schlagerduo Amigos spricht über Coronavirus

Dann kommen die Amigos auf das Thema Coronavirus zu sprechen. Dieses war im Dezember vergangenen Jahres im chinesischen Wuhan ausgebrochen und hat sich mittlerweile auch in Europa Todesopfer gefordert. Bei den Amigos ist das Coronavirus natürlich auch ein Thema. Dessen Gefahr werde heruntergespielt. Dann ein Satz, der aufgrund seiner Deutlichkeit sicherlich viele Fans der Schlagerband schocken dürfte: „Es gibt kein Heilmittel.“ Doch Bernd Ulrich fügt schmunzelnd hinzu: „Wir werden jetzt keinen Titel über das Coronavirus schreiben.“

Die Sicherheitsvorkehrungen wegen des Coronavirus sind in China extrem hoch.

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Rubriklistenbild: © Cheng Min, Michael Reichel (beide dpa)

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